Inhaltsüberblick
Klausuren schreiben üben: Der Schlüssel zum Jura-Examenserfolg
Im Jurastudium gibt es eine Wahrheit, die alle erfolgreichen Examenskandidaten bestätigen: Klausuren schreiben lernt man nur durch Klausuren schreiben. Kein Lehrbuch, kein Repetitorium und keine Lerngruppe kann die praktische Erfahrung des regelmäßigen Schreibens ersetzen. Wer im Examen souverän bestehen will, muss die Klausursituation so oft wie möglich simulieren – unter realistischen Bedingungen, mit ehrlicher Selbstkorrektur und dem Mut, aus Fehlern zu lernen.
Warum regelmäßiges Klausurenüben unverzichtbar ist
Die Examensklausur ist eine spezifische Prüfungsform, die eigene Fähigkeiten erfordert: Zeitmanagement unter Druck, das sichere Anwenden des Gutachtenstils, die schnelle Identifikation von Problemen und die strukturierte Darstellung der Lösung. Professorin Barbara Dauner-Lieb betont in Episode 83 konkrete Tipps und Lernstrategien für die gute Jura-Klausur. Ihre zentrale Botschaft: Das bloße Lesen von Falllösungen ist kein Ersatz für das eigenhändige Schreiben.
Auch Jan Kaiser unterstreicht in Episode 142 die Bedeutung des Klausurentrainings. Seine Erfahrung aus jahrelanger Repetitorarbeit zeigt: Kandidaten, die mindestens eine Klausur pro Woche unter Examensbedingungen schreiben, schneiden signifikant besser ab als jene, die nur sporadisch üben.
Probeklausuren: So gestaltest du dein Training
Effektives Klausurentraining folgt einem klaren System:
- Zeitdruck simulieren: Immer unter Realbedingungen schreiben (5 Stunden für eine Examensklausur)
- Korrektur einholen: Klausurenkurse an der Uni oder beim Repetitorium nutzen – Selbstkorrektur allein reicht nicht
- Fehler analysieren: Nicht nur die Note lesen, sondern die Randbemerkungen studieren und Fehlerquellen identifizieren
- Schwerpunkte setzen: Gezielt die Rechtsgebiete üben, in denen man am meisten Punkte verliert
- Fortschritt dokumentieren: Ergebnisse tracken, um Verbesserung sichtbar zu machen und Motivation zu halten
Klausurtechnik und Gutachtenstil perfektionieren
Neben dem inhaltlichen Wissen entscheidet die Klausurtechnik über den Erfolg. In Episode 37 erläutert Barbara Dauner-Lieb, worauf es bei juristischen Prüfungen wirklich ankommt: ein sauberer Obersatz, eine stringente Argumentation und das Erkennen der vom Aufgabensteller gewollten Schwerpunkte. Wer diese handwerklichen Grundlagen beherrscht, kann auch mit Lücken im Detailwissen gute Ergebnisse erzielen.
Besonders im Strafrecht ist die präzise Subsumtion entscheidend. In Episode 259 wird gezeigt, wie der Einstieg in die strafrechtliche Klausurvorbereitung gelingt und welche Grundstrukturen man sicher beherrschen muss.
Die Angst vor der Klausur überwinden
Viele Studierende vermeiden das Klausurenschreiben – aus Angst vor schlechten Ergebnissen. Doch genau diese Vermeidung führt dazu, dass die Angst größer wird. In Episode 331 wird offen über den Umgang mit Rückschlägen gesprochen – und darüber, wie man die Examensvorbereitung nach einem Misserfolg optimiert. Die wichtigste Erkenntnis: Schlechte Probeklausuren sind wertvoll, weil sie zeigen, wo man stehen und was man noch verbessern muss.
Clemens Engelhardt betont in Episode 54, dass das Jurastudium und der spätere Anwaltsberuf letztlich auf denselben Fähigkeiten aufbauen: analytisches Denken, strukturierte Argumentation und Belastbarkeit – alles Kompetenzen, die das regelmäßige Klausurenschreiben trainiert.
Fragen & Antworten
12 Antworten aus Podcast-Episoden
Sie nehmen sich exakt eine Stunde, erstellen ein vollständiges Gerüst und präsentieren es anschließend in 15 Minuten. Wer in 60 Minuten Struktur und Kernprobleme erkennt, hat in der Fünf-Stunden-Klausur reichlich Luft für saubere Formulierungen. So üben Sie Problemidentifikation wesentlich effizienter als durch endloses Schreiben.
Aus Episode #83
IMR083: Tipps und Lernstrategien für die gute Jura-Klausur | Examens-Spezial-4
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Das sagen unsere Experten
„Die gute Jura-Klausur entsteht durch Übung, nicht durch Wissen allein. Wer jede Woche eine Klausur schreibt und ehrlich auswertet, macht mehr Fortschritt als mit hundert Stunden Lehrbuchlektüre.“
„Examenstipps aus der Rep-Praxis: Schreibt Klausuren, korrigiert sie selbst mit Lösungsskizze und vergleicht dann mit der Musterlösung. Dieser Dreischritt ist Gold wert.“
„Nach dem Durchfallen im Freiversuch habe ich meine Klausurtechnik komplett umgestellt. Der Rückschlag war schmerzhaft, aber er hat mir gezeigt, dass ich zu wenig geschrieben und zu viel gelesen hatte.“
„Der Schwerpunktbereich ist die Chance, das Klausurenschreiben in einem selbst gewählten Themengebiet zu perfektionieren. Nutzt diese Phase als Trainingscamp für die Pflichtfachklausuren.“
„Im Anwaltsberuf schreibst du täglich Schriftsätze unter Zeitdruck. Wer im Examen gelernt hat, schnell und strukturiert zu formulieren, ist für den Berufseinstieg bestens gerüstet.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
17 relevante Podcast-Folgen
IMR142: Kaiserseminare, Repetitorium, Examenstipps, Jura-Referendariat, Familienunternehmen
mit Jan Kaiser
In der heutigen Folge spricht Jan Kaiser über die Arbeit der Kaiserseminare als Repetitorium für das zweite Staatsexamen. Als kleines Unternehmen mit Bruder und Vater begonnen, ist das Familienunternehmen heute deutschlandweit bekannt und erfolgreich. Wie kommt man dazu, Seminare für die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen anzubieten? Wie wird daraus ein erfolgreiches Familienunternehmen? Warum lohnt es sich, ein Reptitorium für das zweite Examen zu besuchen? Welche Motivation hatten Jan und sein Bruder, nicht in klassischen juristischen Berufen, sondern als Repetitor tätig zu sein? Wie hat Corona das Geschäft verändert? Und was haben Juraklausuren mit Kinderbüchern gemeinsam? Außerdem diskutieren wir das zweite Staatsexamen ganz allgemein: Wie viele Klausuren solltet Ihr schreiben, um das Examen zu bestehen? Was braucht es für ein Prädikat – und wie bewahrt man bei all dem Examensdruck Ruhe? Wie hat sich die Examensprüfung in den letzten 20 Jahren gewandelt? Neben Antworten auf diese Fragen erhaltet Ihr von Jan die Top3-Examenstipps. Viel Spaß beim Anhören!
IMR054: Jurastudium, Anwaltsberuf und faire Honorare | Interview Rechtsanwalt
mit Prof. Dr. Clemens Engelhardt
IME016: Irgendwas mit Examen mit neuem Rechtsgebiet: Strafrecht geht los!
mit Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy
In Folge 259 von Irgendwas mit Recht geht’s endlich los mit einem neuen Rechtsgebiet bei "Irgendwas mit Examen", das Ihr Euch schon lange gewünscht habt: das Strafrecht! Wir freuen uns sehr, hierfür Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy gewonnen zu haben. Sie wird in den nächsten Monaten Wissen und Strategien teilen, die Ihr für eine gelungene Examensvorbereitung im Strafrecht benötigt – StPO-Zusatzfrage natürlich inklusive. Dabei werden zudem zwischendurch ihre eigenen Professoren (mit deren Hilfe sie sich selbst auf das Staatsexamen vorbereitet hat) und ihre Lieblingskollegen (mit denen sie gerne die Examensvorbereitung bestritten hätte) zu Gast sein. Zum Start dieser neuen Reihe: Was ist das Konzept? Welche Strategien gibt es, um effizient durch die Strafrechtsklausuren zu kommen? Wie setzt man Schwerpunkte richtig? Wo sollte man in der Klausur besser nicht kürzen? Was sind die "Autobahnen" des Strafrechts, und warum ist es so wichtig, diese zu kennen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR083: Tipps und Lernstrategien für die gute Jura-Klausur | Examens-Spezial-4
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
In Folge 4 des Examensspezials sprechen Prof. Dr. Dr. h.c. Dauner-Lieb und Euer Podcast-Host, RA Marc Ohrendorf, LL.M. über die gute Klausur im ersten Staatsexamen. Zunächst gehen wir darauf ein, wie Ihr eine verständliche Klausur schreibt, die bei der Korrektur positiv hervorsticht. Anschließend erfahrt Ihr, was Prüfende bei der Korrektur und der Erstellung einer Klausur im Hinterkopf haben. Schließlich erfahrt Ihr Insights zum Sinn und Unsinn von Probeklausuren: Wieviele Klausuren sollte man schreiben? Warum macht es wenig Sinn, über 100 Klausuren auszuformulieren? Wie kann man effizienter lernen? Sollte man Hilfsmittel benutzen oder eher im Nachhinein nachschlagen? Last but not least erfahrt Ihr, wie Ihr es schafft, dass eine Klausur in der vorgegebenen Zeit fertig wird und warum Euer bester "Spickzettel" der Gesetzeswortlaut ist.
