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General Counsel werden: Dein Weg an die Spitze der Rechtsabteilung

Erfahre von führenden Unternehmensjuristen, wie du General Counsel wirst. Insider-Tipps zu Gehalt, Leadership und Strategie.

2 Fragen beantwortet
5 Podcast-Episoden
4 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

General Counsel werden: Dein Weg an die Spitze der Rechtsabteilung

Die Position des General Counsel ist das höchste juristische Amt in einem Unternehmen – und eine der anspruchsvollsten Führungsrollen, die Juristinnen und Juristen erreichen können. Als General Counsel leitest du nicht nur die Rechtsabteilung, sondern sitzt am Tisch der Geschäftsführung, prägst die Unternehmensstrategie mit und trägst Verantwortung für sämtliche rechtlichen Risiken der Organisation. Der Weg dorthin erfordert mehr als exzellente juristische Fachkenntnisse – er verlangt Führungsstärke, strategisches Denken und unternehmerisches Gespür.

Was macht ein General Counsel?

Der General Counsel ist der oberste Rechtsberater eines Unternehmens. Die Rolle umfasst die Leitung der gesamten Rechtsabteilung, die Steuerung externer Kanzleien, die Beratung des Vorstands oder der Geschäftsführung und die Verantwortung für Compliance, Governance und Risikomanagement. In vielen Unternehmen trägt der General Counsel den Titel Executive Vice President und ist Mitglied des erweiterten Führungskreises.

Wie umfassend diese Rolle ist, wird in Episode 189 eindrucksvoll beschrieben. Der General Counsel agiert als Brücke zwischen Recht und Business und muss dabei sowohl die juristische als auch die unternehmerische Perspektive beherrschen.

Der Karriereweg zum General Counsel

Es gibt keinen einzigen vorgezeichneten Weg zur Position des General Counsel, aber bestimmte Stationen sind typisch:

  • Kanzleierfahrung: Viele General Counsel starten ihre Karriere in einer Wirtschaftskanzlei, wo sie juristische Exzellenz und Mandatsarbeit auf höchstem Niveau erlernen
  • Inhouse-Wechsel: Der Übergang in eine Rechtsabteilung ermöglicht es, das Unternehmen von innen kennenzulernen und Verantwortung für konkrete Geschäftsbereiche zu übernehmen
  • Fachliche Spezialisierung: Ob M&A, Compliance, IP oder Arbeitsrecht – tiefe Expertise in einem Kernbereich des Unternehmens ist entscheidend
  • Führungsverantwortung: Der Aufstieg zum Deputy General Counsel oder Head of Legal einer Division ist häufig die letzte Stufe vor der General-Counsel-Position

Entscheidend ist, frühzeitig über die rein juristische Arbeit hinauszudenken. General Counsel müssen das Geschäftsmodell ihres Unternehmens verstehen, Budgets verantworten und Teams führen. Internationale Erfahrung und die Fähigkeit, in verschiedenen Rechtsordnungen zu navigieren, werden dabei immer wichtiger – wie Episode 197 verdeutlicht.

Leadership: Die entscheidende Kompetenz

Was General Counsel von anderen Führungsjuristen unterscheidet, ist ihre Leadership-Fähigkeit. Sie müssen Teams motivieren, schwierige Gespräche führen, Veränderungsprozesse gestalten und in Krisensituationen Orientierung geben. Die Unterscheidung zwischen Management und echtem Leadership ist dabei zentral.

Episode 283 widmet sich genau dieser Frage: Was unterscheidet Führung von Management? Wie führt man schwierige Gespräche? Und warum ist die Rolle des Chief of Staff eine ideale Vorbereitung auf Führungspositionen in der Rechtsabteilung?

Innovation und Technologie in der Rechtsabteilung

Moderne General Counsel müssen nicht nur juristische Exzellenz sicherstellen, sondern auch die digitale Transformation ihrer Rechtsabteilung vorantreiben. Legal Tech, künstliche Intelligenz und automatisierte Workflows verändern die Art, wie Rechtsabteilungen arbeiten. General Counsel, die diese Entwicklung aktiv gestalten, verschaffen ihrer Organisation einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

Wie Episode 335 zeigt, geht es dabei nicht nur um Technologie, sondern um die erfolgreiche Adoption neuer Arbeitsweisen in der gesamten Organisation. Die Fähigkeit, Innovation mit dem operativen Geschäft zu verbinden, wird zum Markenzeichen der nächsten Generation von General Counsel.

Risiko versus Chancen: Das Mindset eines General Counsel

Eine der größten Herausforderungen für General Counsel ist der Paradigmenwechsel vom Risikovermeider zum Chancenermöglicher. Während Juristen traditionell darauf trainiert sind, Risiken zu identifizieren und zu minimieren, erwarten Unternehmensführungen von ihrem General Counsel zunehmend, dass sie Geschäftsmöglichkeiten erkennen und ermöglichen. Das bedeutet nicht, Risiken zu ignorieren – sondern sie intelligent zu bewerten und tragbare Lösungen zu finden.

Dieses Spannungsfeld zwischen Risikoabsicherung und unternehmerischer Gestaltung ist ein wiederkehrendes Thema in der Praxis. General Counsel, die diese Balance meistern, werden zu unverzichtbaren strategischen Partnern ihrer Geschäftsführung.

Ein zunehmend wichtiges Kompetenzfeld für General Counsel ist die Produktisierung juristischer Dienstleistungen. Statt jeden Rechtsfall individuell zu bearbeiten, entwickeln fortschrittliche Rechtsabteilungen standardisierte Lösungen, Self-Service-Tools und automatisierte Prozesse. Episode 212 zeigt, wie Legal Engineers Tech-Tools bauen und Rechtsprodukte entwickeln – eine Kompetenz, die General Counsel verstehen und fördern müssen, um ihre Abteilung zukunftsfähig aufzustellen.

Fragen & Antworten

2 Antworten aus Podcast-Episoden

General Counsel fragen inzwischen von selbst: „Wie viel spart uns Ihre KI?“ Wenn wir fundierte Zahlen liefern, beauftragen sie ausdrücklich KI-gestützte Reviews. Der Hype hat den Einkauf erreicht; faktenbasierte Antworten überzeugen sie deutlich besser als Buzzwords.

IMR335: Legal Innovation Einheit managen, erfolgreiche Tech-Adoption, Tech-Auswirkungen auf Karrierewege junger Juristen

Aus Episode #335

IMR335: Legal Innovation Einheit managen, erfolgreiche Tech-Adoption, Tech-Auswirkungen auf Karrierewege junger Juristen

mit Willy Kleinoth

Das sagen unsere Experten

„Als General Counsel und Executive Vice President bist du nicht einfach der oberste Jurist – du bist Teil des Führungsteams. Du musst verstehen, wie das Unternehmen Geld verdient, wo die strategischen Chancen liegen und welche Risiken wirklich geschäftskritisch sind. Das Mindset muss sich vom reinen Risikodenken hin zum Chancen-Mindset entwickeln.“

„Leadership ist nicht Management. Als Führungskraft in einer Rechtsabteilung musst du schwierige Gespräche führen können, Veränderungen durchsetzen und Menschen mitnehmen. Das sind Fähigkeiten, die man nicht im Jurastudium lernt, sondern durch bewusste Entwicklung und Erfahrung. Wer General Counsel werden will, muss früh anfangen, diese Kompetenzen aufzubauen.“

„Als Legal Engineer baue ich Tech-Tools und Rechtsprodukte, die der gesamten Rechtsabteilung helfen. Ein General Counsel, der diese Möglichkeiten versteht und fördert, kann seine Abteilung völlig neu aufstellen. KI und Automatisierung sind nicht die Zukunft – sie sind die Gegenwart. Und die besten General Counsel sind diejenigen, die das früh erkannt haben.“

„Die digitale Transformation der Rechtsabteilung gelingt nur, wenn die Führung dahintersteht. Erfolgreiche Tech-Adoption bedeutet nicht, möglichst viele Tools einzukaufen, sondern die richtigen Lösungen auszuwählen und die Organisation bei der Veränderung mitzunehmen. Das ist eine der zentralen Aufgaben eines modernen General Counsel.“

„Bei internationalen Reorganisationsprojekten wird deutlich, warum General Counsel Projektmanagement-Kompetenzen brauchen. Du koordinierst Teams in mehreren Ländern, hältst Deadlines ein und musst gleichzeitig die rechtlichen Risiken in verschiedenen Jurisdiktionen im Blick behalten. Legal Project Management ist eine Schlüsselkompetenz auf dem Weg nach oben.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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IMR283: Was ein Chief of Staff macht, warum Leadership entscheidend ist, Führung vs Management vs Leadership, schwierige Gespräche führen
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IMR283: Was ein Chief of Staff macht, warum Leadership entscheidend ist, Führung vs Management vs Leadership, schwierige Gespräche führen

mit Sebastian Köhler

In der 283. Episode von Irgendwas mit Recht ist Sebastian Köhler, General Counsel der Grünenthal-Gruppe, erneut zu Gast – ein Wiedersehen nach Folge 189. Sebastian berichtet über die Entwicklungen seit unserem letzten Gespräch, darunter strategische Akquisitionen, den Ausbau von Produktionsstätten und die erfolgreiche Platzierung von Unternehmensanleihen. Zudem wurde sein Team für den JUVE-Award Inhouse-Team des Jahres nominiert. Neben der Rolle der Chief als spannende Tätigkeit für Juristen in Unternehmen ist zentrales Thema dieser Folge Leadership: Was unterscheidet Management von echter Führung? Wie schafft man es, Menschen für gemeinsame Ziele zu begeistern – und warum ist gutes Leadership für Unternehmen geschäftskritisch? Wir sprechen über den Stellenwert von Exzellenz, die Bedeutung von Soft Skills, die in Wahrheit keine weichen Fähigkeiten sind, sowie über schwierige Gespräche und die Kunst, diese zu führen. Letztlich erhaltet Ihr von Sebastian spannende Einblicke in seine hochdynamische und komplexe Tätigkeit, die stets im Unternehmenskontext gesehen werden muss weit über das bloß juristisches Wissen hinausgeht. Viel Spaß mit dieser In-House-Perspektive in Eurem Jurapodcast zu allen Karrierethemen!

IMR189: Rolle des General Counsel, Executive Vice President, Rechtsabteilung, Risiko- vs Chancen-Mindset
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IMR189: Rolle des General Counsel, Executive Vice President, Rechtsabteilung, Risiko- vs Chancen-Mindset

mit Sebastian Köhler

In IMR 189 geht es um die Rolle des Juristen im Unternehmen - und zwar auf Managementebene! Sebastian Köhler ist General Counsel und Executive Vice President bei Grünenthal. Dort trägt er mit seinem Team zu einer world free of pain bei und treibt rechtliche, compliance und risk management-Themen als Berater sowie interner Partner für andere Abteilungen voran. Wie sieht er die Rolle einer modernen Rechtsabteilung im Unternehmen? Wie unterscheidet sich ein tradiertes von einem modernen Mindest eines Unternehmensjuristen? Wie ist er selber in diese Rolle hineingewachsen? Welche Erkenntnise aus dem Profisport haben ihm dabei geholfen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen - inklusive eines sneak peak zum Thema prompt engineering in der Rechtsabteilung - erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR212: Legal Engineer als Volljurist, Tech-Tools in der Kanzlei bauen, KI und Rechtsprodukte
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IMR212: Legal Engineer als Volljurist, Tech-Tools in der Kanzlei bauen, KI und Rechtsprodukte

mit Thomas Hahnen

Zum Wochenstart gibt’s eine neue IMR Folge - heute mit Thomas Hahnen, der im Berliner Büro von Osborne Clarke in einer Doppelrolle tätig ist. Denn er arbeitet als Anwalt sowie als Legal Engineer. Wann ist seine Begeisterung für Legal Tech entbrannt? Wie schafft man es, schon in jungen Berufsjahren einen Blick für die Kanzlei als Unternehmung zu entwickeln? Wie erkennt man, dass ein Prozess verbessert werden kann? Welche Rolle spielt Design Thinking in diesem Zusammenhang? Wie kommt KI zum tragen? Inwieweit muss man zwischen generellen und spetiellen Anwendungsfällen unterscheiden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen für alle, die mit dem Gedanken spielen, mit starkem Tech-Fokus in einer Kanzlei tätig zu sein, liefert Thomas in dieser Folge von Irgendwas mit Recht. Viel Spaß!

IMR335: Legal Innovation Einheit managen, erfolgreiche Tech-Adoption, Tech-Auswirkungen auf Karrierewege junger Juristen
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IMR335: Legal Innovation Einheit managen, erfolgreiche Tech-Adoption, Tech-Auswirkungen auf Karrierewege junger Juristen

mit Willy Kleinoth

Gemeinsam mit Willy Kleinoth, Innovation Lead von Greenberg Traurig, beleuchtet Marc die Zukunft juristischer Arbeit. Willy studierte Jura, verzichtete aufs zweite Examen und baute stattdessen GTs Legal-Innovation-Einheit auf. Im Gespräch schildert er, wie interne Technologieprozesse Anwältinnen effizienter, genauer und planbarer machen sollen. Eine One-size-fits-all-Strategie funktioniert laut ihm nicht, Kultur und individuelle Bedürfnisse bestimmen erfolgreiche Adoption. Willy nutzt daher Datenanalysen und A-B-Tests, um reale Effizienzgewinne verschiedener KI-Tools belastbar zu messen. Grundlage bildet das VUCA-Framework, das in unsicheren Märkten ständige Sichtnavigation empfiehlt. Konkret erläutert er einen hausinternen Bot, der Non-Billables wie Social-Media-Texte oder Recherchesummaries beschleunigt. Wie verändert sich das Kanzleigeschäftsmodell, wenn KI interne Abläufe, Pricing und Mandantenkommunikation prägt? Welche Daten braucht es, um die Billable-Hour-Debatte jenseits bloßer Hoffnungen versachlicht zu führen? Und was bedeutet das alles für Studierende, Referendarinnen und junge Associates, die Karrierewege planen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!