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Bewerbung als Jurist: Anschreiben, Lebenslauf und Gespräch

Bewerbung als Jurist: Tipps für Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch. So überzeugst du Kanzleien und Unternehmen.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Bewerbung als Jurist: So überzeugst du Kanzleien und Unternehmen

Die Bewerbung ist der erste Eindruck, den ein potenzieller Arbeitgeber von dir bekommt – und in der juristischen Welt zählt dieser Eindruck besonders. Ob Anschreiben, Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch: Jeder Schritt muss sitzen. Doch was erwarten Wirtschaftskanzleien, Rechtsabteilungen und der öffentliche Dienst wirklich von Bewerbern? Erkenntnisse aus über 300 Karriereinterviews geben Aufschluss.

Der Lebenslauf: Weniger ist mehr

Ein juristischer Lebenslauf muss klar strukturiert, lückenlos und auf den ersten Blick erfassbar sein. Typische Fehler sind überladene Layouts, irrelevante Hobbys und fehlende Schwerpunkte. Episode 290 mit einem erfahrenen Headhunter enthüllt die häufigsten Fehler nach 25 Jahren Personalerfahrung: Zu viele Seiten, unklare Schwerpunkte und fehlende Ergebnisse. Der aktuelle arbeitnehmerfreundliche Rechtsmarkt bedeutet zwar mehr Chancen, aber nicht weniger Anspruch an die Qualität deiner Bewerbung.

Anschreiben: Pro und Contra

Die Frage, ob ein Anschreiben noch zeitgemäß ist, wird kontrovers diskutiert. Manche Kanzleien verzichten bereits darauf, andere betrachten es als unverzichtbaren Bestandteil. Entscheidend ist: Wenn du eines schreibst, muss es überzeugen. Standardfloskeln sind Gift. Stattdessen solltest du konkret darstellen, warum du zu diesem Arbeitgeber passt und welchen Mehrwert du bringst.

Bewerbung in Wirtschaftskanzleien

Große Wirtschaftskanzleien haben eigene Bewerbungsprozesse mit Assessment-Elementen. Episode 321 gibt Einblicke in das Bewerbungsverfahren bei Top-Kanzleien und zeigt, wie ein Harvard LL.M. den Unterschied machen kann. Episode 300 beleuchtet den Litigation-Alltag und verdeutlicht, welche Fähigkeiten im Bewerbungsgespräch gefragt sind: analytisches Denken, Belastbarkeit und Teamfähigkeit.

Bewerbung in der Rechtsabteilung

Der Wechsel in eine Rechtsabteilung erfordert eine andere Bewerbungsstrategie als die Kanzleibewerbung. Episode 307 zeigt, wie vielfältig die Tätigkeiten in einem Konzern sind. Arbeitgeber suchen hier nicht nur juristische Exzellenz, sondern auch Business-Verständnis, Pragmatismus und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte für Nicht-Juristen verständlich aufzubereiten.

Promotion als Bewerbungsvorteil?

Die Frage, ob eine Promotion die Bewerbung stärkt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Episode 306 zeigt, dass eine Promotion neben dem Job durchaus machbar ist und bei Business Development und KI-Tools im Arbeitsrecht einen klaren Vorteil bieten kann. In manchen Rechtsgebieten ist der Doktortitel nahezu Pflicht, in anderen zählt praktische Erfahrung mehr.

Quereinstieg und unkonventionelle Wege

Nicht jeder Karriereweg verläuft geradlinig – und das muss kein Nachteil sein. Episode 291 erzählt die Geschichte eines Juristen, der vom Nullpunkte-Mathe-Abi zum Dr. jur. und Wirtschaftsmediator wurde. Solche Lebensgeschichten zeigen: Vielfältige Eindrücke und Umwege können eine Bewerbung sogar stärken, wenn du sie richtig rahmst.

Baurecht, Arbeitsrecht oder etwas ganz anderes?

Die Bewerbung sollte zum angestrebten Rechtsgebiet passen. Episode 299 zeigt, wie ein blinder Einstieg ins Baurecht zur Berufung werden kann – manchmal findet man das richtige Feld erst, wenn man es ausprobiert.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Im Familienrechtspraktikum in Hagen merkte ich schnell, dass Fälle selten schwarz-weiß sind. Die Arbeit für das Frauenhaus zeigte extreme menschliche Schicksale, die mich emotional überforderten. Mir wurde klar: Dauerhaft könnte ich das nicht verkraften. Deshalb strich ich die Richterinnenlaufbahn im Familienrecht von meiner Liste.

IMR325: Arbeitsrecht im politischen Kontext, Kaisers-Tengelmann-Verfahren und Ministererlaubnis, Wirtschaftskanzlei erfolgreich mitgründen

Aus Episode #325

IMR325: Arbeitsrecht im politischen Kontext, Kaisers-Tengelmann-Verfahren und Ministererlaubnis, Wirtschaftskanzlei erfolgreich mitgründen

mit Dr. Andrea Panzer-Heemeier

Das sagen unsere Experten

In 25 Jahren Headhunting habe ich Tausende Lebensläufe gesehen. Die häufigsten Fehler: zu lang, zu unstrukturiert und keine klaren Schwerpunkte. Zeig auf einer Seite, wer du bist und was du kannst – den Rest klärt das Gespräch.

Das Bewerbungsverfahren bei Top-Kanzleien im Kartellrecht ist anspruchsvoll. Ein Harvard LL.M. ist kein Muss, aber er zeigt Ambitionen und internationale Perspektive. Wichtiger ist, dass du im Gespräch zeigst, dass du Street Smarts hast – nicht nur Buch-Smarts.

Arbeitsrecht im politischen Kontext und die Gründung einer eigenen Wirtschaftskanzlei – mein Weg zeigt, dass es sich lohnt, früh unternehmerisch zu denken. In der Bewerbung solltest du Eigeninitiative und Gestaltungswillen zeigen, nicht nur gute Noten.

Vom Nullpunkte-Mathe-Abi zum Dr. jur. – mein Weg war alles andere als geradlinig. Aber genau diese Vielfalt macht mich heute als Wirtschaftsmediator besonders wertvoll. Umwege können deine stärkste Bewerbungsstory sein, wenn du sie richtig erzählst.

Mein Einstieg ins Baurecht war blind – ich hatte keine Ahnung vom Rechtsgebiet. Aber manchmal findet man seine Berufung erst, wenn man etwas Neues ausprobiert. In der Bewerbung zählt Offenheit und ehrliches Interesse mehr als der perfekte Lebenslauf.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Dr. Andrea Panzer-Heemeier

Marc spricht mit Dr. Andrea Panzer-Heemeier von ARQIS über ihren Weg von der Ruhr-Universität Bochum zur Mitgründerin und Managing Partnerin der heute 75-köpfigen Kanzlei, über frühe Stationen bei einer Großkanzlei, den Wechsel in eine Arbeitsrechtsboutique und die Motivation, ARQIS als multidisziplinäres Spin-off aufzubauen. Unter anderem geht es um ihr spektakulärstes Mandat: die arbeitsrechtliche Flankierung des Kaisers-Tengelmann-Deals, bei dem eine Ministererlaubnis die kartellrechtlichen Bedenken überwog. Sie schildert, wie strategische Beratung, Politik und Verhandlungsgeschick verschmelzen, warum Arbeitsrecht mehr als Brot-und-Butter-Geschäft sein kann und weshalb Anwälte auch Verkäufer sein müssen. Nachwuchsjuristen erfahren, welche Vorkenntnisse ARQIS erwartet, welche No-Gos im Bewerbungsprozess gelten und wie Dr. Panzer-Heemeier Partnerinteressen balanciert, um ihre Kanzlei zukunftsfähig zu führen. Wie übt man einen Ministerauftritt mit einem Unternehmer? Weshalb kann ein Doktortitel besonders Frauen im Arbeitsrecht helfen? Welche Rolle spielen Persönlichkeit, Auslandserfahrung und Dienstleistungsmentalität für den Berufseinstieg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR321: Kartellrecht, Bewerbungsverfahren für sowie Harvard LL.M. vor Ort, Fusionskontrolle, Dawn Raids und Street Smarts als Anwalt
#321

IMR321: Kartellrecht, Bewerbungsverfahren für sowie Harvard LL.M. vor Ort, Fusionskontrolle, Dawn Raids und Street Smarts als Anwalt

mit Dr. Niklas Andree

In Düsseldorf spricht Marc heute mit Dr. Niklas Andree von Freshfields über dessen eher spätes Interesse an Jura, sein Studium in Berlin, das Referendariat, den Weg zum LL.M. in Harvard und die anschließende Promotion zum Innovationswettbewerb in der Fusionskontrolle. Niklas schildert, wie er bereits an seinem allerersten Arbeitstag einen Dawn Raid der EU-Kommission begleitete, erklärt, worauf es bei Durchsuchungen ankommt und weshalb in solchen Situationen neben juristischen Kenntnissen vor allem Street Smarts gefragt sind. Anschließend führt er in die Fusionskontrolle ein, diskutiert die Bedeutung von Marktabgrenzungen, internationalen Aufgreifschwellen und ökonomischen Analysen und beschreibt, wie eng Kartellrechtler mit Kolleginnen anderer Praxisgruppen sowie mit weltweiten Freshfields-Teams zusammenarbeiten. Welche Rolle spielt das Legal Professional Privilege bei Durchsuchungen? Wie bereitet man eine Bewerbung für Harvard vor – und warum wird dort nur eine Handvoll deutscher Studierender aufgenommen? Weshalb braucht ein Kartellrechtler neben juristischem Scharfsinn auch ein gutes Gespür für Politik und Wirtschaft? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR307: Eine globale Krise wie COVID juristisch managen, Waldbrände in Kalifornien, Haus der 1000 juristischen Berufe, Vielfalt der Tätigkeiten in einem Konzern
#307

IMR307: Eine globale Krise wie COVID juristisch managen, Waldbrände in Kalifornien, Haus der 1000 juristischen Berufe, Vielfalt der Tätigkeiten in einem Konzern

mit Julia Schubring-Giese

Herzlich willkommen zur 307. Episode von Irgendwas mit Recht: Marc Ohrendorf spricht mit Julia Schubring-Giese von Munich Re über ihren ungewöhnlichen Weg vom Azubi zur Senior Executive in der Rückversicherung sowie über die Frage, warum sie sich trotz guter Jobchancen für das zweite Staatsexamen entschied. Was macht man als Jurist im Claims-Management und Corporate Underwriting? Wie funktioniert das Geschäftsmodell der Rückversicherung? Wie managed man eine globale Krise wie Covid-19 oder kalifornische Waldbrände in Milliardenhöhe? Warum kann ein Mathematiker im selben Büro sitzen wie eine Juristin – und beide profitieren davon? Weshalb legt Munich Re so viel Wert auf Motivation im Anschreiben und wirtschaftliches Verständnis von Juristinnen und Juristen? Neben Antworten auf diese Fragen gibt Julia Euch Einblicke in flexible Arbeitsmodelle, die Vereinbarkeit von drei Kindern und Topmanagement-Job, beschreibt Bewerbungsprozesse, Trainee-Programme und welche Fähigkeiten für juristische Karrieren in einem internationalen Konzern wichtig sind. Zudem diskutieren Marc und Julia, ob man heute noch ein Referendariat braucht, wann der richtige Zeitpunkt für Kinder ist und welche Chancen sich aus einem breiten Netzwerk ergeben. Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR306: Einführung von KI-Tools aus arbeitsrechtlicher Sicht, Business Development als Anwältin, Promotion neben dem Job
#306

IMR306: Einführung von KI-Tools aus arbeitsrechtlicher Sicht, Business Development als Anwältin, Promotion neben dem Job

mit Dr. Inka Knappertsbusch

Marc spricht mit Dr. Inka Knappertsbusch von CMS Hasche Sigle in Köln darüber, wie sie bereits als Schülerin den Entschluss fasste, Juristin zu werden, warum sie nach Stationen in Konstanz und Bonn sowie einem Referendariat im OLG-Bezirk Düsseldorf zielstrebig den Weg ins Arbeitsrecht einschlug und welche Parallelen sie dabei zum Auftreten einer Staatsanwältin sieht. Die Folge beleuchtet, wie Inka neben dem Kanzleialltag in nur anderthalb Jahren zum Datenschutz promovierte, welche Rolle ein London-Secondment dabei spielte und weshalb sie früh auf das Thema KI im Arbeitsverhältnis setzte. Konkrete Einblicke liefert ihr Praxisbeispiel zum Microsoft Copilot, in dem sie erklärt, welche Mitbestimmungsrechte der Betriebsrat hat, wie eine Betriebsvereinbarung aufgebaut sein muss und warum ohne klare Regelung zu Leistungs- und Verhaltenskontrolle schnell eine Einigungsstelle droht. Daneben geht es um die Herausforderungen bei Speicherdauern von Bewerbungsdaten, Grenzen von Einwilligungen, die Pflicht zur KI-Kompetenzschulung nach AI-Act und ihr Business-Development-Konzept, das ihr über 70 Vorträge und zahlreiche Publikationen pro Jahr beschert. Wie schafft man es, Chancen wie implantierte NFC-Mikrochips für die eigene Expertise zu nutzen? Welche Fähigkeiten sucht ein arbeitsrechtliches Team bei wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Referendarinnen wirklich? Und weshalb kann ein mutiger Schritt in ein Nischenthema zum Karrierebeschleuniger werden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!