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Strafstation bei der Staatsanwaltschaft: Tipps für Dein Ref

Meistere die Strafstation bei der Staatsanwaltschaft! Erfahre Profi-Tipps zu Anklagen, Sitzungsdienst und Karrierewegen im Referendariat. Jetzt lesen!

3 Fragen beantwortet
2 Podcast-Episoden
2 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert Januar 2026

Inhaltsüberblick

Deine Zeit bei der Staatsanwaltschaft: Mehr als nur Sitzungsdienst

Herzlich willkommen in einem der spannendsten Abschnitte deines Referendariats: der Strafstation bei der Staatsanwaltschaft. Für viele Referendarinnen und Referendare ist dies der erste Moment, in dem sie echtes „Staatshandeln“ erleben. Du schlüpfst in die Robe, vertrittst die Anklagebehörde und stehst plötzlich allein im Gerichtssaal. Doch wie bereitest du dich optimal auf diese intensive Zeit vor, und was solltest du beachten, um sowohl in der Praxis als auch im zweiten Staatsexamen zu glänzen? In dieser Cluster-Landingpage fassen wir die wertvollsten Insights aus über 300 Episoden des „Irgendwas mit Recht“-Podcasts zusammen, um dir den perfekten Leitfaden an die Hand zu geben.

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg in der Strafstation ist die strategische Planung. Marc Ohrendorf betont in Episode 293, wie wichtig es ist, sich bereits vorab ein Bild von der Station zu machen. Er empfiehlt, sich eine Art „Playlist“ für die jeweilige Station zusammenzustellen. Für die Strafstation bedeutet das: Höre gezielt Episoden, die sich mit dem Strafprozessrecht und dem Alltag bei der Staatsanwaltschaft beschäftigen. So vermeidest du böse Überraschungen am ersten Tag und kannst mit fundiertem Wissen punkten. Wer seine Stationen proaktiv plant, sammelt wertvolle Praxistipps, die weit über das Lehrbuchwissen hinausgehen.

Doch was macht man konkret vor Ort? Uwe Tetzlaff gibt in Episode 93 den Rat, jede Gelegenheit zum Mitschreiben von Anklagen zu nutzen. Es geht nicht nur darum, die Formalien zu beherrschen, sondern den „staatsanwaltlichen Blick“ zu verinnerlichen. Wenn du verstehst, wie eine Anklage aufgebaut ist und welche Beweismittel wie gewichtet werden, entwickelst du ein tieferes Verständnis für die gesamte Strafprozessordnung. Dies hilft dir später nicht nur in der Staatsanwaltschaftsklausur, sondern auch beim Verständnis von Urteilen aus richterlicher Sicht.

Interessanterweise kann die Strafstation auch Türen öffnen, an die du heute vielleicht noch gar nicht denkst. Thomas Kühnen berichtet in Episode 59, wie sein Weg ihn nach der Strafstation über das Landgericht schließlich in das hochspezialisierte Patentrecht führte. Dies zeigt: Die Erfahrungen, die du bei der Staatsanwaltschaft sammelst – insbesondere das schnelle Erfassen von Sachverhalten und das sichere Auftreten in der Verhandlung – sind universelle juristische Schlüsselqualifikationen. Selbst wenn du später nicht im Strafrecht bleibst, prägt diese Station dein Profil nachhaltig.

Zudem ist die Strafstation oft der erste Berührungspunkt mit der Justiz als potenziellem Arbeitgeber. Ann-Marie Wolff, Präsidentin des Hanseatischen OLG Bremen, erläutert in Episode 167, welche Voraussetzungen für den Einstieg in die Justiz gelten und wie das Referendariat als Vorbereitung auf das Richteramt oder die Staatsanwaltschaft dient. Nutze die Zeit, um herauszufinden, ob die Arbeit „auf der staatlichen Seite“ – mit all ihrer Verantwortung und den besonderen Rahmenbedingungen – zu dir passt. Dr. Jens Milker ergänzt in Episode 69, dass gerade die Vielseitigkeit der Justiz, von der Verwaltungsgerichtsbarkeit bis zum Strafrecht, eine enorme Chance zur persönlichen Weiterentwicklung bietet.

Fragen & Antworten

3 Antworten aus Podcast-Episoden

Definitiv. Stelle dir für jede Station vorab eine Play-List zusammen: Rechtsprechung in der Zivilstation, Staatsanwaltschaft in der Strafstation oder Inhouse-Erfahrungen für die Wahlstation. So sammelst du praxisnahe Tipps und vermeidest Überraschungen, bevor du den ersten Tag antrittst.

IMR293: NEU: Finde Dein Vorbild, Rechtsgebiet und Inspiration, Suchfunktion für >300 Folgen jetzt online, neue IrgendwasMitRecht.de-Homepage

Aus Episode #293

IMR293: NEU: Finde Dein Vorbild, Rechtsgebiet und Inspiration, Suchfunktion für >300 Folgen jetzt online, neue IrgendwasMitRecht.de-Homepage

mit Marc Ohrendorf

Das sagen unsere Experten

Die Strafstation ist für viele das Highlight des Referendariats. Um das Beste aus dieser Zeit herauszuholen, haben wir die Kernbotschaften unserer Podcast-Gäste für dich analysiert.

Stelle dir für jede Station vorab eine Play-List zusammen: Rechtsprechung in der Zivilstation, Staatsanwaltschaft in der Strafstation oder Inhouse-Erfahrungen für die Wahlstation. So sammelst du praxisnahe Tipps und vermeidest Überraschungen.

Diese Empfehlung von Marc Ohrendorf unterstreicht die Bedeutung der mentalen und fachlichen Vorbereitung. Die Strafstation bei der Staatsanwaltschaft ist oft getaktet durch Termine im Sitzungsdienst. Wer hier unvorbereitet „ins kalte Wasser“ springt, verpasst die Chance, die juristischen Feinheiten der Beweiswürdigung und der Plädoyers wirklich zu durchdringen.

Nutze jede Gelegenheit zum Mitschreiben von Anklagen, hospitiere in Verhandlungen und bitte die Ausbilder um Akteneinsicht. Wer den staatsanwaltlichen Blick verinnerlicht, versteht später Urteile besser.

Uwe Tetzlaff, Richter am Landgericht, macht deutlich: Die Perspektive der Staatsanwaltschaft ist komplementär zur richterlichen Sicht. In der Strafstation lernst du, wie man einen Sachverhalt unter Anklagegesichtspunkten „festklopft“. Dieses Wissen ist in der Examensklausur Gold wert, wenn es darum geht, die Erfolgsaussichten einer Anklage zu prüfen oder ein Urteil auf Revisionsebene zu analysieren.

Ich wollte nach der Strafstation unbedingt ans Landgericht. Dort war gerade eine Stelle in der Patentkammer frei. Von Patenten hatte ich keinerlei Ahnung, aber die Planstelle war mein Ticket.

Die Erkenntnis von Thomas Kühnen ist besonders für diejenigen wichtig, die sich noch nicht auf ein Rechtsgebiet festlegen wollen. Die Strafstation bei der Staatsanwaltschaft trainiert deine Flexibilität und Belastbarkeit. Diese Soft Skills sind in allen Rechtsgebieten, von der Boutique bis zum Großkonzern, hoch angesehen.

Und was ich dann für die Strafstation jeder Referendarin, jedem Referendar immer empfehle, ist, [sich intensiv mit den praktischen Abläufen auseinanderzusetzen].

Dr. Jens Milker betont die praktische Relevanz. Es geht nicht nur um die Theorie der StPO, sondern um das Handwerk: Wie gehe ich mit Zeugen um? Wie reagiere ich auf Anträge der Verteidigung? Die Strafstation ist das perfekte Labor, um diese Fähigkeiten unter realen Bedingungen zu testen.

Zusammenfassende Handlungsempfehlung

Gehe proaktiv in deine Strafstation. Warte nicht darauf, dass dir Aufgaben zugeteilt werden, sondern frage gezielt nach komplexen Akten und nimm so viele Sitzungstermine wie möglich wahr. Nutze die Zeit, um das Netzwerk innerhalb der Justiz zu pflegen und verschiedene Karrierewege zu prüfen.

Vertiefung: Strafstation bei der Staatsanwaltschaft im Detail

Die Strafstation bei der Staatsanwaltschaft ist weit mehr als nur das Abarbeiten von Akten. Sie ist eine Schule des juristischen Denkens und Entscheidens. Ein zentraler Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist der Sitzungsdienst. Hier vertrittst du die Staatsanwaltschaft vor dem Strafrichter oder dem Schöffengericht. Dies erfordert nicht nur Kenntnisse im materiellen Strafrecht und im Prozessrecht, sondern auch rhetorisches Geschick und die Fähigkeit, in Sekundenschnelle auf neue Beweisergebnisse zu reagieren.

Der Sitzungsdienst als Reifeprüfung

Im Sitzungsdienst lernst du, die Theorie des Studiums in die Praxis umzusetzen. Wenn ein Zeuge seine Aussage ändert oder die Verteidigung einen unerwarteten Beweisantrag stellt, musst du rechtssicher reagieren. Diese Erfahrung ist für dein späteres Berufsleben unersetzlich, egal ob du Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt wirst. Es schult das Verständnis für die Dynamik einer Hauptverhandlung, die man aus Akten allein niemals lernen könnte.

Karriereperspektiven und wirtschaftliche Aspekte

Viele Referendare stellen sich während der Strafstation die Frage: Ist der öffentliche Dienst das Richtige für mich? Ein Blick auf die aktuellen Zahlen (Stand 2024/2025) hilft bei der Einordnung. Während der Einstieg in eine Großkanzlei mit 140.000 € bis 180.000 € lockt, bietet die Staatsanwaltschaft (Besoldungsgruppe R1) ein Einstiegsgehalt von ca. 57.000 € bis 64.000 € brutto. Was man jedoch nicht vergessen darf: Durch den Beamtenstatus und den Wegfall vieler Sozialabgaben entspricht das Netto-Gehalt oft einem Brutto-Gehalt in der freien Wirtschaft von ca. 75.000 € bis 85.000 €. Hinzu kommen die unschlagbare Jobsicherheit, die Beihilfe zur Krankenversicherung und eine deutlich höhere Altersversorgung durch die Pension.

Vom Strafrecht in die Spezialisierung

Wie Thomas Kühnen in Episode 59 aufzeigte, ist die Strafstation oft nur der Anfang. Wer sich im Strafrecht beweist, zeigt, dass er unter Druck arbeiten kann. Viele Top-Boutiquen im Wirtschaftsstrafrecht suchen gezielt nach Talenten, die die „andere Seite“ (die Staatsanwaltschaft) von innen kennen. Hier liegen die Gehälter oft zwischen 80.000 € und 140.000 €, was eine attraktive Brücke zwischen der staatlichen Seite und der Großkanzlei schlägt. Nutze deine Zeit in der Strafstation also auch als Marktanalyse für deine eigene Karriere.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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In dieser Folge sprechen wir mit Ann-Marie Wollf, Präsidenten des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen. Nachdem wir ihren Weg in die Richterschaft sowie die Spitze des OLG beleuchten, widmen wir uns den allgemeinen Voraussetzungen für den Einstieg in der (Bremer) Justiz. Wie gelingt das Referendariat nicht nur aus Sicht des Nachwuchs sondern auch aus Sicht der Ausbildenden? Wie kann die Referendariatsausbildung noch besser organisiert werden? Welche Idee steckt hinter dem Referendariat? Über welche Motivation sollte man verfügen, wenn man Richter:in werden möchte? Was sollte man bei der Wahl von Zivilstation, Strafstation & Co berücksichtigen? Welche Anforderungen werden im Staatsdienst an Note und Persönlichkeit gestellt? Antworten auf diese und viele weitere Aspekte gibt’s in Folge 167 von Irgendwas mit Recht. Viel Spaß!