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Dein Auslandssemester im Jurastudium: Planung und Vorteile

Entdecke Insider-Tipps zum Auslandssemester von Top-Juristen.

3 Fragen beantwortet
6 Podcast-Episoden
7 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Auslandssemester im Jurastudium: Internationale Erfahrung für deine Karriere

Ein Auslandssemester gehört zu den bereicherndsten Erfahrungen, die das Jurastudium bieten kann. Ob an einer europäischen Partneruniversität, einer amerikanischen Law School oder einer Hochschule in Asien – der Blick über den Tellerrand des deutschen Rechtssystems erweitert nicht nur den fachlichen Horizont, sondern schult auch interkulturelle Kompetenzen, die im globalisierten Rechtsmarkt zunehmend gefragt sind.

Für Jurastudierende ist ein Auslandsaufenthalt dabei besonders wertvoll, weil die Rechtsvergleichung – also das Verständnis dafür, wie andere Rechtsordnungen ähnliche Probleme lösen – das eigene Verständnis des deutschen Rechts vertieft. Wer erlebt hat, wie Common-Law-Systeme funktionieren oder wie skandinavische Länder ihr Gesellschaftsrecht gestalten, versteht die Besonderheiten des BGB auf eine ganz neue Weise (vgl. Episode 86).

Planung und Zeitpunkt des Auslandssemesters

Die Planung eines Auslandssemesters sollte frühzeitig beginnen – idealerweise ein bis eineinhalb Jahre vor dem geplanten Aufenthalt. Wichtige Entscheidungen betreffen:

  • Zeitpunkt: Die meisten Studierenden gehen im 5. oder 6. Semester ins Ausland, also nach dem Grundstudium und vor der Examensvorbereitung. Manche nutzen auch die Zeit nach dem Schwerpunktbereich
  • Zielland und Universität: Die Wahl hängt von Sprachkenntnissen, fachlichen Interessen und Karrierezielen ab. Wer in die Großkanzleipraxis strebt, profitiert oft von einem LL.M. in England oder den USA
  • Finanzierung: ERASMUS-Stipendien, DAAD-Förderung, Fulbright-Stipendien oder Stiftungsstipendien können die Kosten erheblich reduzieren
  • Anerkennung: Im Vorfeld klären, welche Kurse im Ausland als Studienleistung anerkannt werden können, um keine Zeit zu verlieren

Beliebte Ziele für Jura-Studierende

Die beliebtesten Ziele für juristische Auslandssemester sind England (London, Oxford, Cambridge), die Niederlande (Leiden, Amsterdam, Maastricht), Frankreich (Paris, Strasbourg), die Schweiz (Zürich, Basel, Genf) und Skandinavien. Für diejenigen, die eine internationale Karriere anstreben, sind auch die USA, Singapur oder Australien attraktive Optionen.

Dabei ist nicht nur die akademische Qualität entscheidend. Die Erfahrung in einer anderen Rechtskultur – ob beim Besuch einer amerikanischen Verhandlung, bei der Mitarbeit an einem niederländischen Rechtsprojekt oder bei der Auseinandersetzung mit dem Schweizer Obligationenrecht – prägt die juristische Denkweise nachhaltig (vgl. Episode 67).

Karrierevorteile eines Auslandsaufenthalts

Auf dem Arbeitsmarkt ist ein Auslandsaufenthalt ein klares Differenzierungsmerkmal. Internationale Kanzleien und Unternehmen suchen gezielt Bewerberinnen und Bewerber mit Auslandserfahrung, weil diese in der Regel über bessere Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und ein breiteres Netzwerk verfügen. Aber auch im öffentlichen Dienst oder bei internationalen Organisationen ist Auslandserfahrung ein Pluspunkt.

Besonders wertvoll ist der Auslandsaufenthalt als Vorbereitung auf einen späteren LL.M. – wer während des Studiums bereits ein Semester im Ausland war, weiß besser, ob ein weiterführender Abschluss im Ausland der richtige Schritt ist und welche Programme am besten zu den eigenen Zielen passen (vgl. Episode 297).

Herausforderungen und praktische Tipps

Ein Auslandssemester bringt auch Herausforderungen mit sich: andere Lehr- und Prüfungsformate, sprachliche Hürden und die Umstellung auf ein neues soziales Umfeld. Erfahrene Auslandsstudierende empfehlen, sich gut auf die Fachsprache vorzubereiten, offen für neue Lernmethoden zu sein und die Gelegenheit zu nutzen, ein internationales Netzwerk aufzubauen, das über das Semester hinaus trägt (vgl. Episode 79).

Fragen & Antworten

3 Antworten aus Podcast-Episoden

Acht Monate an der Massey University in Neuseeland haben mir Selbstvertrauen und internationale Perspektive gegeben. Ich schrieb Kanzleien einfach an, bekam ein Praktikum in Auckland und merkte: Man muss Anwalt in eigener Sache sein. Der angelsächsische Blick auf Wirtschaft und Recht schärfte meinen Beratungsstil bis heute.

IMR137: Teilzeit als Partner, Familienvereinbarkeit, NewWork, Auslandssemester in Neuseeland

Aus Episode #137

IMR137: Teilzeit als Partner, Familienvereinbarkeit, NewWork, Auslandssemester in Neuseeland

mit Andreas Dimmling

Das sagen unsere Experten

„Als deutscher Jurist in Skandinavien zu arbeiten hat mir gezeigt, dass Rechtsordnungen viel stärker von kulturellen Werten geprägt sind, als man im Studium lernt. Das Verständnis für diese Unterschiede ist im internationalen Rechtsmarkt Gold wert.“

„Mein Auslandssemester in Neuseeland war der Auslöser für meine spätere Karriere in einer international aufgestellten Kanzlei. Die Kombination aus Teilzeit-Partnerschaft, Familienvereinbarkeit und internationalem Netzwerk wäre ohne diese Erfahrung nicht möglich gewesen.“

„Das Studium in der Schweiz hat mir eine völlig andere Perspektive auf das europäische Recht eröffnet. Die Schweiz steht zwischen den Rechtsordnungen und bietet einen idealen Standort, um Rechtsvergleichung praktisch zu erleben – nicht nur in der Theorie.“

„Als Professorin für Internationales Privatrecht sage ich meinen Studierenden immer: Geht ins Ausland, so früh wie möglich. Es ist die effektivste Art, Rechtsvergleichung zu lernen, und die Sprachkenntnisse, die ihr dort erwerbt, sind in der globalisierten Rechtspraxis unverzichtbar.“

„In meiner Position als Unternehmensjurist bei Munich Re verhandle ich regelmäßig Rückversicherungsverträge in Südamerika. Ohne meine Auslandserfahrung im Studium wäre ich auf diese interkulturelle Komponente nicht vorbereitet gewesen – das Fachliche allein reicht in internationalen Kontexten nicht aus.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

Passende Episoden

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IMR086: Als deutscher Jurist in Skandinavien | Interview Rechtsanwalt
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In der heutigen Folge Eures Jura-Karrierepodcasts kommt Maximilian Høines Scriba zu Wort, der als deutscher Jurist in Norwegen tätig ist. Ob man dafür zwei Examen braucht und wie das Ganze läuft, hört Ihr in dieser Folge. Ferner berichtet Maximilian von seiner tägliche Arbeit und wir gehen auf die Unterschiede zwischen deutscher und norwegischer Kanzleikultur ein. Dabei blicken wir auf einen besonderen Lebensweg und eine bewegte Studienzeit zurück: Bereits im Studium bildete Max sich international fort, war ehrenamtlicher Präsident von ELSA Deutschland, absolvierte ein Auslandssemester in Bergen und schließlich auch eine Referendariatsstation in Oslo. Heute berät er im internationalen Wirtschaftsrecht norwegische sowie deutsche Mandantinnen. Hört rein, wie Maximilian in außergewöhnlicher Weise plötzlich seinen anwaltlichen Eid vor dem deutschen Botschafter leistete und euch schließlich noch den ein oder anderen Tipp für euer Studium gibt. Viel Spaß!

IMR137: Teilzeit als Partner, Familienvereinbarkeit, NewWork, Auslandssemester in Neuseeland
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mit Andreas Dimmling

Heute zu Gast: Andreas Dimmling. Er spricht über seine Tätigkeit als Equity Partner in Teilzeit bei GSK Stockmann in München. Wir beleuchten in dieser Folge, wie dies geht und was es ganz konkret bedeutet, Familie und spannende Karriere vereinbar zu gestalten. Wie stehen Mandanten dazu, wenn sie ihren Anwalt ausnahmsweise nicht im Büro, sondern auf dem Spielplatz erreichen? Wie wird die Teilzeitlösung in der Bürogemeinschaft angenommen? Inwieweit ergeben sich Besonderheiten dadurch, dass Andreas als Mann in Teilzeit arbeitet (Spoiler: gar nicht 😉)? Natürlich kommt auch Andreas' Werdegang, der zu Eurer Inspiration dient, nicht zu kurz: Wie kommt mal als Student im vierten Semester dazu, ein Praktikum am anderen Ende der Welt in Neuseeland zu absolvieren? Wie muss ein Bewerbungsgespräch laufen, damit man noch am gleichen Tag beginnt, zu arbeiten? Welche Schritte braucht es für den Weg vom wissenschaftlichen Mitarbeiter zum Partner? Antworten auf diese Fragen und viele weitere Blickwinkel zu den Themen Anwaltspersönlichkeit, Familienleben und Menschsein erhaltet ihr in dieser Folge. Viel Spaß beim Anhören!

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In dieser spannenden Folge ist Marcus Kessler zu Gast, der als Jurist bei Munich Re arbeitet – anders als man vielleicht vermuten könnte, jedoch gerade nicht in der Rechtsabteilung! Marcus berichtet von seinem Werdegang zwischen Mannheim und Madrid sowie den Besonderheiten eines kombinierten juristischen und betriebswirtschaftlichen Studiums. Wie hat Marcus seinen Weg zur Rückversicherung gefunden? Welche Rolle haben internationale Erfahrungen und Fremdsprachen dabei gespielt? Wie sieht die Arbeit in interdisziplinären, globalen Teams bei Munich Re aus? Welche Rechtsgebiete und Fähigkeiten kommen dabei konkret zur Anwendung, wenn etwa Verträge mit länderspezifischen Partnern weltweit abgeschlossen werden? Wie unterscheiden sich die Anforderungen einer zentralen Rechtsabteilung von den Herausforderungen im operativen Geschäft, besonders dann, wenn es keine Standardlösungen gibt? Und was sollten Referendare oder Berufseinsteiger mitbringen, um in diesem speziellen Bereich Fuß zu fassen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR067: Energierecht, Studium und Promotion in der Schweiz
#67

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mit Dr. Maximilian Baumgart

Im Interview mit Dr. Max Baumgart zu seinem Studium in Deutschland und Genf sowie seinem Weg zum Energierecht. Warum ist das Schweizer Recht auch aus Deutscher Sicht so spannend? Was zeichnet das internationale Energierecht aus? Inwiefern ergeben sich aus der Regulierung dauerhaft spannende Rechtsfragen? Warum kann man in diesem Rechtsgebiet sein juristisches Handwerkszeug besonders gut anwenden? All dies erläutert Euch Max in der aktuellen Folge von Irgendwas mit Recht - und abschließend gibt's ein paar Tipps, wie es mit der ersten eigenen Lehrbuchveröffentlichung klappen kann. Happy listening!