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Scheine erfolgreich bestehen im Jurastudium

Meistere die großen Scheine im Jurastudium mit Insider-Tipps aus dem Podcast. Erfahre Strategien gegen Stress.

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6 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Scheine erfolgreich bestehen: So meisterst du die Zwischenprüfungen im Jurastudium

Die Scheine im Jurastudium – also die Leistungsnachweise in Form von Klausuren und Hausarbeiten – sind die ersten echten Hürden auf dem Weg zum Staatsexamen. Ob Anfängerübung, Fortgeschrittenenübung oder Große Übung: Jeder Schein erfordert eine gezielte Vorbereitung und die Fähigkeit, juristisches Wissen in der Klausursituation anzuwenden.

Für viele Studierende sind die Scheine auch ein wichtiger Realitätscheck: Sie zeigen, wo man im Studium steht, welche Rechtsgebiete Stärken und Schwächen aufweisen und ob die eigene Lernstrategie funktioniert. Wer die Scheine als Trainingsmöglichkeit statt als reine Pflichtübung begreift, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Examensvorbereitung (vgl. Episode 333).

Die verschiedenen Scheine im Überblick

Das Jurastudium erfordert Leistungsnachweise in den drei großen Rechtsgebieten:

  • Bürgerliches Recht: Anfängerübung (AT, Schuldrecht), Fortgeschrittenenübung (Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht) und häufig eine Große Übung
  • Öffentliches Recht: Staatsorganisationsrecht, Grundrechte, Verwaltungsrecht – oft mit besonderem Fokus auf den Gutachtenstil im öffentlichen Recht
  • Strafrecht: Allgemeines Strafrecht (AT), Besonderes Strafrecht (BT), Strafprozessrecht

Jeder Schein besteht typischerweise aus einer Klausur und einer Hausarbeit, wobei die Anforderungen von der Anfänger- zur Fortgeschrittenenübung deutlich steigen. Manche Universitäten verlangen zusätzlich einen Grundlagenschein in Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie oder Rechtssoziologie.

Klausurstrategie: Der Schlüssel zum Erfolg

In Jura-Klausuren zählt nicht nur das Wissen, sondern vor allem die Methodik. Der Gutachtenstil muss sicher beherrscht werden, und die Fähigkeit, einen Fall systematisch zu lösen, entscheidet über die Note. Bewährte Strategien umfassen:

  • Falllösungstechnik: Sachverhalt sorgfältig lesen, Anspruchsgrundlagen oder Prüfungsschemata identifizieren, systematisch subsumieren
  • Zeitmanagement: Die verfügbare Zeit auf die einzelnen Fallfragen aufteilen und nicht an Detailproblemen hängenbleiben
  • Schwerpunkte setzen: Die Problemschwerpunkte der Klausur erkennen und dort vertiefen, während Unproblematisches knapp abgehandelt wird
  • Probeklausuren schreiben: Unter Prüfungsbedingungen üben ist die effektivste Vorbereitung – Wissen allein reicht nicht, es muss unter Zeitdruck abrufbar sein

Hausarbeiten als Chance

Während Klausuren die schnelle Falllösung trainieren, bieten Hausarbeiten die Möglichkeit zur vertieften wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Hier zählen saubere Argumentation, korrekte Zitierweise und die Fähigkeit, verschiedene Lehrmeinungen gegeneinander abzuwägen. Hausarbeiten sind oft der Bereich, in dem Studierende ihre Noten am deutlichsten verbessern können (vgl. Episode 219).

Umgang mit Durchfallen und Rückschlägen

Es gehört zur Realität des Jurastudiums, dass Scheine nicht immer beim ersten Versuch bestanden werden. Wichtig ist, Rückschläge nicht als persönliches Versagen zu werten, sondern als Lernchance. Die Analyse, warum eine Klausur nicht bestanden wurde – mangelnde Vorbereitung, fehlerhafte Methodik oder Lücken in bestimmten Rechtsgebieten – hilft, beim nächsten Versuch gezielt besser zu werden (vgl. Episode 346).

Das sagen unsere Experten

„In meiner Praxis als Counsel sehe ich, wie wichtig die Grundlagen sind, die man in den Scheinen lernt. Wer dort sauber subsumieren gelernt hat, hat es später in der Mandatsarbeit deutlich leichter. Die Scheine sind keine Bürokratie, sondern echtes Handwerkszeug-Training.“

„Verwaltungsrecht hat mir im Studium am meisten Schwierigkeiten bereitet – aber genau deshalb habe ich dort besonders viel gelernt. Mein Rat: Scheut euch nicht vor den Rechtsgebieten, die euch schwerfallen. Gerade dort liegt das größte Wachstumspotenzial.“

„Als Professor für Datenschutzrecht sehe ich in den Übungen, dass viele Studierende den Gutachtenstil nicht konsequent durchhalten. Mein Tipp: Übt den Gutachtenstil, bis er automatisch kommt – das ist wie Tonleitern üben beim Musikinstrument. Erst wenn die Form sitzt, kann man sich auf den Inhalt konzentrieren.“

„Die Digitalisierung der Justiz und der Rechtsmarkt verändern sich rasant – aber die Grundfähigkeiten, die man in den Scheinen lernt – analytisches Denken, strukturierte Argumentation, präzise Sprache – bleiben zeitlos relevant. Das ist das Fundament jeder juristischen Karriere.“

„In der Versicherungsbranche habe ich gelernt, dass auch kuriose Fälle methodisch sauber gelöst werden müssen. Die Disziplin dafür habe ich in den Scheinen gelernt – besonders in den Hausarbeiten, wo man gezwungen ist, jede Argumentationslinie bis zum Ende durchzudenken.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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