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Gesellschaftsrecht: Karriere zwischen M&A und Corporate

Gesellschaftsrecht als Karriere: Von M&A über Corporate Governance bis zur Startup-Beratung. Anforderungen und Chancen.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Gesellschaftsrecht: Karriere zwischen M&A und Corporate

Das Gesellschaftsrecht ist das Herzstück der Wirtschaftskanzleiwelt. Zwischen M&A-Transaktionen und Corporate-Beratung bietet es Juristinnen und Juristen ein Arbeitsumfeld, das intellektuell fordernd, wirtschaftlich bedeutsam und international ausgerichtet ist. Wer im Gesellschaftsrecht arbeitet, begleitet Unternehmenskäufe, Börsengänge, Restrukturierungen und die laufende Corporate-Governance-Beratung von Unternehmen jeder Größe.

Die Unterscheidung zwischen M&A und Corporate beschreibt dabei weniger eine Trennung als ein Spektrum: M&A-Juristen begleiten Transaktionen von der Due Diligence bis zum Closing, Corporate-Juristen beraten zur Organstruktur, Hauptversammlungen und laufenden Compliance-Fragen. In der Praxis verschwimmen die Grenzen – die besten Gesellschaftsrechtler beherrschen beide Seiten.

M&A: Die Transaktionswelt

M&A-Transaktionen gehören zu den intensivsten und lehrreichsten Erfahrungen im Anwaltsberuf. Episode 348 zeigt, wie vielfältig M&A-Deals sind – von Überraschungen in der Inbox bis zu den Fähigkeiten, die man als juristischer Projektmanager braucht.

Börsengänge sind die Königsdisziplin des Gesellschaftsrechts. In Episode 342 wird beschrieben, wie es sich anfühlt, Douglas an die Börse zu bringen und die Glocke der Frankfurter Börse zu läuten. Der Wechsel von der Kanzlei in die Rechtsabteilung bietet dabei spannende Perspektivwechsel.

Corporate: Laufende Beratung und Governance

Die Corporate-Beratung ist weniger glamourös als M&A, aber mindestens so wichtig. Juristen begleiten die Organarbeit, beraten zu Vorstandsvergütung, Compliance-Frameworks und Hauptversammlungen. Wie Episode 350 zeigt, verändert sich die juristische Arbeit – auch in der Corporate-Beratung werden neue Rollen und Arbeitsmethoden geschaffen.

Neue Rechtsgebiete: Lieferkettenrecht und ESG

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) hat eine neue Dimension für Gesellschaftsrechtler geschaffen. Episode 332 erklärt das LkSG aus Expertensicht: Sorgfaltspflichten und Haftung betreffen unmittelbar die gesellschaftsrechtliche Beratung von Unternehmen. ESG-Compliance wird zum festen Bestandteil der Corporate-Governance-Beratung.

Karrierewege

Der klassische Einstieg erfolgt als Associate in einer Wirtschaftskanzlei. Episode 308 zeigt, wie man karrieretechnisch der Neugierde folgt und im Full-Service-Umfeld Synergien für Mandanten hebt. Auch globale Krisen wie COVID erfordern gesellschaftsrechtliche Expertise, wie Episode 307 zeigt.

Episode 312 verdeutlicht die Verbindung von Gesellschaftsrecht und Litigation: Der Verkauf einer Lebensmittelfabrik erfordert sowohl transaktionelle als auch streitige Kompetenz.

Gehalt

Gesellschaftsrechtler in Großkanzleien gehören zu den bestverdienenden Juristen: Einstieg bei 100.000 bis 160.000 Euro, Senior Associates bei 130.000 bis 200.000 Euro. Als Partner sind die Verdienstmöglichkeiten nach oben offen.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Bereits im sechsten Semester wusste ich, dass ich nicht in eine klassische Großkanzlei, sondern mitten in die Geschäftswelt wollte. Praktika und ein Werkstudentenjob in Rechtsabteilungen zeigten mir, wie spannend die Zusammenarbeit mit Nichtjuristen und die unmittelbare wirtschaftliche Verantwortung sind. Dieses klare Bild hat mich durch beide Examina getragen.

IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work

Aus Episode #350

IMR350: COO einer int. Wirtschaftskanzlei, wie sich juristische Arbeit verändert, Blick über klassische Karrierepfade hinaus, Konzeption moderner Arbeits- und Büro-Modelle, New Work

mit Annette Höher-Bäuerle

Das sagen unsere Experten

„Die Vielfalt von M&A-Transaktionen überrascht selbst nach Jahren noch. Kein Deal gleicht dem anderen – Überraschungen in der Inbox gehören zum Alltag. Als juristischer Projektmanager muss man organisieren, verhandeln und beraten können – gleichzeitig.“

M&A-Jurist über den Transaktionsalltag (aus Episode 348)

„Douglas an die Börse zu bringen – das sind Momente, die eine Karriere im Gesellschaftsrecht definieren. Die Glocke der Frankfurter Börse zu läuten, war unvergesslich. Der Wechsel von der Kanzlei in die Rechtsabteilung hat mir eine neue Perspektive auf Corporate gegeben.“

„Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz hat die gesellschaftsrechtliche Beratung um eine neue Dimension erweitert. Sorgfaltspflichten und Haftung betreffen jetzt die gesamte Wertschöpfungskette – Gesellschaftsrechtler müssen ESG-Kompetenz als Kernqualifikation verstehen.“

LkSG-Experte und Gesellschaftsrechtler (aus Episode 332)

„Eine globale Krise wie COVID hat gezeigt, wie wichtig gesellschaftsrechtliche Expertise in Extremsituationen ist. Von Vorstandshaftung über Insolvenzrecht bis zu Force-Majeure-Klauseln – alles musste gleichzeitig gelöst werden.“

Konzernjuristin mit internationaler Erfahrung (aus Episode 307)

„Im Full-Service-Umfeld habe ich gelernt, dass Gesellschaftsrecht nicht isoliert existiert. Steuerrecht, Arbeitsrecht, Kartellrecht – bei jeder Transaktion greifen mehrere Rechtsgebiete ineinander. Neugierde und Lernbereitschaft sind die wichtigsten Eigenschaften.“

Anwältin im Full-Service-Kanzleialltag (aus Episode 308)

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

Passende Episoden

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Im IMR Spotlight: Corporate/M&A mit Dr. Jonas Wittgens und Max Landshut von A&O Shearman aus dem Hamburger Büro. Viel Spaß!

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#350

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mit Annette Höher-Bäuerle

In der 350. Episode von IMR spricht Marc mit Annette Höher-Bäuerle von A&O Shearman in Frankfurt über ihren ungewöhnlichen Karriereweg zwischen Rechtsabteilung, internationalem M&A und operativer Unternehmensführung. Annette schildert, warum sie sich früh für eine Inhouse-Laufbahn entschied, welche Rolle betriebswirtschaftliches Wissen für Juristinnen und Juristen spielen kann und wie ihre Erfahrungen aus dem Konzernumfeld heute ihre Arbeit als COO einer Großkanzlei prägen. Im Mittelpunkt stehen zudem die Struktur und Funktionsweise einer international integrierten Wirtschaftskanzlei, die Herausforderungen des Kanzlei-Merger zwischen Allen & Overy und Shearman & Sterling sowie die Konzeption moderner Office- und Arbeitsmodelle. Außerdem geht es um den Einsatz von KI im Kanzleialltag, neue Rollenprofile im Rechtsmarkt und die Frage, wie sich juristische Arbeit künftig verändert. Welche Fähigkeiten werden für den juristischen Nachwuchs wichtiger? Wie kann man sich schon im Studium strategisch auf neue Berufsbilder vorbereiten? Und welche Chancen eröffnet der Blick über klassische Karrierepfade hinaus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung
#348

IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung

mit Nastasja Bührmann

In der 348. Episode von IMR spricht Marc mit Nastasja Bührmann, Rechtsanwältin bei Herbert Smith Freehills Kramer, über ihren Weg in die Großkanzlei und ihre Tätigkeit im Bereich Corporate und M&A. Ausgehend von ersten Berührungspunkten mit dem Anwaltsberuf in der Schulzeit schildert Nastasja ihr Jurastudium in Münster, ihre Schwerpunktwahl im Gesellschaftsrecht und frühe praktische Erfahrungen in Wirtschaftskanzleien. Die Folge beleuchtet, warum sie sich bewusst für die anwaltliche Tätigkeit und gegen Justizberufe entschieden hat und welche Rolle Teamarbeit und Kommunikation dabei spielen. Ausführlich erklärt sie, wie Transaktionen ablaufen, was sich hinter Due Diligence, Signing und Closing verbirgt und warum Corporate und M&A mehr ist als reiner Unternehmenskauf. Zudem berichtet sie über ihren LL.M. nach dem zweiten Staatsexamen in Turin, der sie sehr geprägt hat. Was hat sie dort für ihren weiren Weg mitgenommen? Welche Fähigkeiten sind neben guten Noten entscheidend und für wen eignet sich ein ihrem vergleichbarer Karriereweg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR342: Come in & find out: Douglas an die Börse bringen, Glocke der Frankfurter Börse läuten, von der Kanzlei in die Rechtsabteilung wechseln, Secondments, LL.M. in London
#342

IMR342: Come in & find out: Douglas an die Börse bringen, Glocke der Frankfurter Börse läuten, von der Kanzlei in die Rechtsabteilung wechseln, Secondments, LL.M. in London

mit Christian Wensing

In der 342. Episode von Irgendwas mit Recht spricht Marc mit Christian Wensing, Volljurist und heute in leitender Position in der Rechtsabteilung von Douglas. Christian erzählt, wie er über ein Faible für Sprachen, einen juristischen Vater und erste vage Berufsüberlegungen zum Jurastudium in Münster gekommen ist, warum ihn wirtschaftsnahe Themen wie Kartell- und Gesellschaftsrecht fasziniert haben und wie Stationen im Bundeskartellamt, in Großkanzleien und in der Rechtsabteilung von Henkel seinen Wunsch nach internationaler Arbeit geprägt haben. Es geht darum, weshalb er den eher ungewöhnlichen Weg gewählt hat, den LLM erst nach dem zweiten Examen in London zu machen, welche Rolle Sprache und Netzwerke spielen. Wie bereitet sich ein europaweit tätiger Retailer mit Milliardenumsätzen auf ein Börsen-Listing vor? Was bedeutet eine umfassende Due Diligence aus Unternehmenssicht konkret und wie koordiniert man intern Datenräume, Fragenkataloge und externe Berater? Was unterscheidet die Perspektive eines Kanzlei-Anwalts von der eines Unternehmensjuristen, der auch die Integration von Zukäufen und die langfristige Entwicklung im Konzern begleitet? Wie fühlt es sich an, wenn Kapitalmarktrecht plötzlich zum täglichen Handwerkszeug wird, obwohl man ursprünglich aus dem Private-Equity- und M&A-Bereich kommt? Und welche Überlegungen sollten Studierende und Referendarinnen anstellen, wenn sie zwischen Großkanzlei, LLM, Promotion und Unternehmensjuristerei abwägen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!