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Fortbildung für Juristen: Weiterbildung und Spezialisierung

Fortbildung für Juristen: LL.M., Fachanwalt, MBA oder Zertifikatskurse? Die besten Weiterbildungsmöglichkeiten im Überblick.

15 Fragen beantwortet
8 Podcast-Episoden
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Fortbildung für Juristen: Die besten Weiterbildungswege im Überblick

Die juristische Ausbildung endet nicht mit dem Staatsexamen. Fortbildung ist für Juristen eine lebenslange Aufgabe – und eine strategische Investition in die eigene Karriere. Ob LL.M., Fachanwaltslehrgang, MBA oder spezialisierte Zertifikatskurse: Die Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten ist groß, und die richtige Wahl hängt von den individuellen Karrierezielen ab.

Der LL.M.: Internationale Spezialisierung

Ein LL.M. (Master of Laws) gehört zu den beliebtesten Fortbildungswegen. Episode 298 zeigt den klassischen Weg: Berufseinstieg in München, Wahlstation in London, LL.M. in Chicago. Episode 321 beleuchtet den Harvard LL.M. und seine Bedeutung im Kartellrecht. Doch es müssen nicht immer die USA sein: Episode 348 stellt einen hybriden LL.M. in Turin vor und Episode 302 zeigt den Weg nach Washington.

LL.M. in London: Praxisnah und international

Episode 342 beschreibt, wie ein LL.M. in London in Kombination mit Secondments den Wechsel von der Kanzlei in die Rechtsabteilung ermöglichen kann. London bleibt trotz Brexit einer der wichtigsten Standorte für juristische Fortbildung, insbesondere im Finanz- und Kapitalmarktrecht.

KI als Fortbildungsthema der Zukunft

Wer sich 2026 fortbilden will, kommt an Künstlicher Intelligenz nicht vorbei. Episode 302 diskutiert KI als den Kollegen der Zukunft und zeigt, welche Kompetenzen Juristen aufbauen müssen. Episode 333 betont, dass KI-Vorschläge kritisch geprüft werden müssen – eine Fähigkeit, die gezielt trainiert werden sollte.

Neue Rechtsgebiete als Fortbildungschance

Die Erschließung neuer Rechtsgebiete ist eine Form der Fortbildung, die direkt in die Praxis führt. Episode 286 beleuchtet das wachsende Feld des Arbeitsmigrationsrechts und Global Mobility Law – ein Bereich, der durch den Fachkräftemangel enorm an Bedeutung gewonnen hat. Episode 258 zeigt, wie das Kennenlernen verschiedener Rechtsgebiete im Referendariat die Grundlage für spätere Spezialisierung legt.

Fortbildungspflicht und Fortbildungskultur

Fachanwälte unterliegen einer Fortbildungspflicht von 15 Stunden pro Jahr. Doch auch ohne formale Pflicht sollte Fortbildung zum selbstverständlichen Teil des Berufsalltags gehören. Die besten Arbeitgeber fördern eine Kultur des kontinuierlichen Lernens – durch interne Schulungen, externe Konferenzen und finanzierte Weiterbildungsprogramme.

Return on Investment: Lohnt sich die Fortbildung?

Die Kosten für einen LL.M. liegen je nach Universität zwischen 20.000 und 80.000 Euro, Fachanwaltslehrgänge kosten 2.000 bis 6.000 Euro, Zertifikatskurse oft weniger. Der Return hängt von der Relevanz für die angestrebte Karriere ab: Ein LL.M. von Harvard oder Chicago kann sich innerhalb weniger Jahre über höhere Gehälter amortisieren, während ein Fachanwaltstitel die Mandatsgewinnung spürbar steigert.

Fragen & Antworten

15 Antworten aus Podcast-Episoden

Schon als Achtklässlerin hat mich ein Girls’-Day bei einem Dorfanwalt gepackt. Später kamen Richter- und Anwältinnenbesuche in der Schule sowie ein Amtsgerichts­praktikum dazu. Diese frühen Einblicke gaben mir ein klares Bild juristischer Berufe und haben den Entschluss, Jura zu studieren, praktisch festzementiert.

IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung

Aus Episode #348

IMR348: Vielfalt von M&A-Transaktionen, Überraschungen in der Inbox, hybrider LL.M. in Turin, Fähigkeiten als Projektmanager, Jurastudium ohne Vorprägung

mit Nastasja Bührmann

Das sagen unsere Experten

Der Harvard LL.M. hat mir nicht nur Wissen im Kartellrecht vermittelt, sondern ein internationales Netzwerk eröffnet, das meine gesamte Karriere prägt. Die Investition war erheblich, aber der Return – fachlich und persönlich – ist unbezahlbar.

Ein hybrider LL.M. in Turin hat mir gezeigt, dass die beste Fortbildung nicht immer die teuerste ist. Die Kombination aus Online-Modulen und Präsenzphasen passt perfekt zum Berufsalltag – und die Projektmanagement-Fähigkeiten, die ich dort erworben habe, nutze ich täglich.

KI wird der Kollege der Zukunft – und Juristen, die sich jetzt damit fortbilden, werden die Gewinner sein. Es geht nicht darum, Programmierer zu werden, sondern zu verstehen, wie KI die juristische Arbeit verändert und welche neuen Möglichkeiten sich eröffnen.

Restrukturierungsexperte mit LL.M. in Washington (aus Episode 302)

Arbeitsmigrationsrecht und Global Mobility Law sind Rechtsgebiete, die vor zehn Jahren kaum jemand kannte. Heute ist die Nachfrage riesig. Wer sich in solchen Nischen fortbildet, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil und kann sich am Markt einzigartig positionieren.

Im Referendariat habe ich bewusst verschiedene Rechtsgebiete ausprobiert – vom Finanzaufsichtsrecht bis Banking & Finance. Diese Breite hat mir später enorm geholfen, weil ich schnell erkennen konnte, wo meine Stärken und Interessen liegen.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Nastasja Bührmann

In der 348. Episode von IMR spricht Marc mit Nastasja Bührmann, Rechtsanwältin bei Herbert Smith Freehills Kramer, über ihren Weg in die Großkanzlei und ihre Tätigkeit im Bereich Corporate und M&A. Ausgehend von ersten Berührungspunkten mit dem Anwaltsberuf in der Schulzeit schildert Nastasja ihr Jurastudium in Münster, ihre Schwerpunktwahl im Gesellschaftsrecht und frühe praktische Erfahrungen in Wirtschaftskanzleien. Die Folge beleuchtet, warum sie sich bewusst für die anwaltliche Tätigkeit und gegen Justizberufe entschieden hat und welche Rolle Teamarbeit und Kommunikation dabei spielen. Ausführlich erklärt sie, wie Transaktionen ablaufen, was sich hinter Due Diligence, Signing und Closing verbirgt und warum Corporate und M&A mehr ist als reiner Unternehmenskauf. Zudem berichtet sie über ihren LL.M. nach dem zweiten Staatsexamen in Turin, der sie sehr geprägt hat. Was hat sie dort für ihren weiren Weg mitgenommen? Welche Fähigkeiten sind neben guten Noten entscheidend und für wen eignet sich ein ihrem vergleichbarer Karriereweg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR342: Come in & find out: Douglas an die Börse bringen, Glocke der Frankfurter Börse läuten, von der Kanzlei in die Rechtsabteilung wechseln, Secondments, LL.M. in London
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IMR342: Come in & find out: Douglas an die Börse bringen, Glocke der Frankfurter Börse läuten, von der Kanzlei in die Rechtsabteilung wechseln, Secondments, LL.M. in London

mit Christian Wensing

In der 342. Episode von Irgendwas mit Recht spricht Marc mit Christian Wensing, Volljurist und heute in leitender Position in der Rechtsabteilung von Douglas. Christian erzählt, wie er über ein Faible für Sprachen, einen juristischen Vater und erste vage Berufsüberlegungen zum Jurastudium in Münster gekommen ist, warum ihn wirtschaftsnahe Themen wie Kartell- und Gesellschaftsrecht fasziniert haben und wie Stationen im Bundeskartellamt, in Großkanzleien und in der Rechtsabteilung von Henkel seinen Wunsch nach internationaler Arbeit geprägt haben. Es geht darum, weshalb er den eher ungewöhnlichen Weg gewählt hat, den LLM erst nach dem zweiten Examen in London zu machen, welche Rolle Sprache und Netzwerke spielen. Wie bereitet sich ein europaweit tätiger Retailer mit Milliardenumsätzen auf ein Börsen-Listing vor? Was bedeutet eine umfassende Due Diligence aus Unternehmenssicht konkret und wie koordiniert man intern Datenräume, Fragenkataloge und externe Berater? Was unterscheidet die Perspektive eines Kanzlei-Anwalts von der eines Unternehmensjuristen, der auch die Integration von Zukäufen und die langfristige Entwicklung im Konzern begleitet? Wie fühlt es sich an, wenn Kapitalmarktrecht plötzlich zum täglichen Handwerkszeug wird, obwohl man ursprünglich aus dem Private-Equity- und M&A-Bereich kommt? Und welche Überlegungen sollten Studierende und Referendarinnen anstellen, wenn sie zwischen Großkanzlei, LLM, Promotion und Unternehmensjuristerei abwägen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR333: Strittige Verfahren, KI-Vorschläge kritisch prüfen, Teamaufbau in der Wirtschaftskanzlei, Vergleichsverhandlungen, Prozessrisikoanalyse
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mit Christina Valdini

Marc spricht mit Christina Valdini, Counsel im Litigation-Team von DLA Piper Hamburg, über ihren Weg von der juristisch geprägten Familie über Studium, LL.M. in London und Referendariat bis hin zur Prozessanwältin in der Großkanzlei. Die beiden beleuchten, wie quantitative Prozessrisikoanalysen Mandanten bei Vergleichsentscheidungen helfen, warum Verhandlungs- und Soft Skills trotz KI an Bedeutung gewinnen und welche organisatorischen Schritte ein Teamaufbau in einer internationalen Kanzlei erfordert. Christina erklärt, weshalb sie nach zehn Jahren bei einer anderen Sozietät bewusst den Wechsel wagte, wie sich Elternschaft und Großkanzlei vereinbaren lassen und welche Chancen flexible Arbeitsmodelle bieten. Zudem diskutieren sie, wie sich Ausbildungsmethoden ändern, wenn KI Standardaufgaben übernimmt, und weshalb junge Juristinnen und Juristen früh lernen sollten, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Wie multiplizieren sich Wahrscheinlichkeiten in komplexen Prozessen wirklich? Weshalb kann ein Vergleich wirtschaftlich sinnvoller sein, obwohl jede Einzelfrage aussichtsreich scheint? Und welche Eigenschaften benötigen Berufseinsteiger heute, um rasch über die Schwelle zum abrechenbaren Associate zu kommen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR321: Kartellrecht, Bewerbungsverfahren für sowie Harvard LL.M. vor Ort, Fusionskontrolle, Dawn Raids und Street Smarts als Anwalt
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mit Dr. Niklas Andree

In Düsseldorf spricht Marc heute mit Dr. Niklas Andree von Freshfields über dessen eher spätes Interesse an Jura, sein Studium in Berlin, das Referendariat, den Weg zum LL.M. in Harvard und die anschließende Promotion zum Innovationswettbewerb in der Fusionskontrolle. Niklas schildert, wie er bereits an seinem allerersten Arbeitstag einen Dawn Raid der EU-Kommission begleitete, erklärt, worauf es bei Durchsuchungen ankommt und weshalb in solchen Situationen neben juristischen Kenntnissen vor allem Street Smarts gefragt sind. Anschließend führt er in die Fusionskontrolle ein, diskutiert die Bedeutung von Marktabgrenzungen, internationalen Aufgreifschwellen und ökonomischen Analysen und beschreibt, wie eng Kartellrechtler mit Kolleginnen anderer Praxisgruppen sowie mit weltweiten Freshfields-Teams zusammenarbeiten. Welche Rolle spielt das Legal Professional Privilege bei Durchsuchungen? Wie bereitet man eine Bewerbung für Harvard vor – und warum wird dort nur eine Handvoll deutscher Studierender aufgenommen? Weshalb braucht ein Kartellrechtler neben juristischem Scharfsinn auch ein gutes Gespür für Politik und Wirtschaft? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!