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Hausarbeit schreiben: Tipps für Jurastudierende

Meistere deine Hausarbeit mit Expertentipps. Erfahre alles zu Zeitmanagement, Gliederung und wissenschaftlichem Arbeiten.

8 Podcast-Episoden
5 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Hausarbeit schreiben im Jurastudium: Der Weg zur guten Note

Die juristische Hausarbeit ist eine der anspruchsvollsten Prüfungsformen im Jurastudium – und zugleich eine der besten Möglichkeiten, die eigene Note zu verbessern. Im Gegensatz zur Klausur, in der unter Zeitdruck gearbeitet wird, bietet die Hausarbeit die Chance, ein Thema gründlich zu recherchieren, verschiedene Lehrmeinungen abzuwägen und eine saubere Argumentation aufzubauen.

Viele Studierende empfinden die erste Hausarbeit als überwältigend: Wo fange ich an? Wie zitiere ich richtig? Wie finde ich die relevante Literatur? Die gute Nachricht: Wer sich an bewährte Methoden hält und frühzeitig mit der Bearbeitung beginnt, kann die Hausarbeit als echte Lernchance nutzen und überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen (vgl. Episode 80).

Aufbau und Struktur der juristischen Hausarbeit

Eine juristische Hausarbeit folgt einer klaren Grundstruktur:

  • Sachverhalt: Wird vorgegeben und muss sorgfältig analysiert werden – jedes Detail kann relevant sein
  • Gliederung: Vorab erstellen und mit dem Prüfungsaufbau abgleichen – die Gliederung zeigt bereits, ob man den Fall verstanden hat
  • Gutachten: Im Gutachtenstil verfasst, mit Obersatz, Definition, Subsumtion und Ergebnis für jeden Prüfungspunkt
  • Fußnoten und Literaturverzeichnis: Jede These muss belegt werden – sauberes Zitieren ist keine Kür, sondern Pflicht

Der Umfang variiert je nach Fakultät und Übung. Anfängerhausarbeiten umfassen typischerweise 15 bis 25 Seiten, Fortgeschrittenenhausarbeiten können 25 bis 40 Seiten lang werden. Wichtig ist: Länge allein ist kein Qualitätsmerkmal – eine prägnante, gut strukturierte Arbeit von 20 Seiten wird besser bewertet als eine ausufernde von 35 Seiten.

Recherche und Literaturarbeit

Die Literaturrecherche ist das Herzstück jeder Hausarbeit. Bewährte Quellen sind:

  • Lehrbuchkommentare: Münchener Kommentar, Staudinger, Palandt (jetzt Grüneberg) – als Ausgangspunkt für jede Fragestellung
  • Lehrbücher: Zur Vertiefung einzelner Probleme und zum Verständnis von Grundstrukturen
  • Aufsätze in Fachzeitschriften: NJW, JZ, JuS, JA – für aktuelle Diskussionen und Spezialproblemen
  • Rechtsprechung: Relevante Entscheidungen von BGH, BVerfG und Instanzgerichten
  • Datenbanken: Beck-online, Juris und Nomos bieten umfassende digitale Recherche

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Die häufigsten Fehler in juristischen Hausarbeiten sind:

Zu spät anfangen: Die Bearbeitungszeit von drei bis vier Wochen klingt lang, geht aber schneller vorbei als gedacht. Wer erst in der letzten Woche beginnt, kann keine gründliche Recherche mehr leisten. Tipp: Am ersten Tag den Sachverhalt lesen und eine grobe Gliederung erstellen (vgl. Episode 37).

Unreflektiertes Zitieren: Quellen müssen nicht nur angegeben, sondern verstanden und eingeordnet werden. Die bloße Aneinanderreihung von Fußnoten ohne eigene Argumentation überzeugt nicht.

Den Gutachtenstil verlassen: Auch in der Hausarbeit muss der Gutachtenstil konsequent durchgehalten werden – mit der Ausnahme unproblematischer Punkte, die im Urteilsstil abgehandelt werden können (vgl. Episode 155).

Von der Hausarbeit zum Examen

Die Fähigkeiten, die man beim Schreiben von Hausarbeiten entwickelt – Literaturrecherche, wissenschaftliches Argumentieren, Strukturierung komplexer Sachverhalte – sind weit über das Studium hinaus relevant. Sie bilden die Grundlage für die Schwerpunktarbeit, eine mögliche Promotion und die spätere berufliche Praxis, in der Gutachten, Schriftsätze und Stellungnahmen nach ähnlichen Prinzipien verfasst werden (vgl. Episode 343).

Das sagen unsere Experten

„Der Schwerpunktbereich ist die Phase, in der Hausarbeiten richtig Spaß machen können – weil man sich endlich in ein Thema vertiefen darf, das einen wirklich interessiert. Mein Tipp: Wählt den Schwerpunkt nicht nur nach der Note, sondern nach eurer Leidenschaft.“

„Als blinder Jurastudent musste ich bei Hausarbeiten kreative Lösungen finden – barrierefreie Datenbanken, Vorlesefunktionen, Assistenz beim Formatieren. Aber inhaltlich gelten die gleichen Regeln: saubere Recherche, klare Argumentation, korrektes Zitieren. Die Methodik kennt keine Einschränkung.“

„Mein Secondment in Amsterdam hat mir gezeigt, wie unterschiedlich akademisches Schreiben in verschiedenen Rechtsordnungen ist. In Deutschland legen wir größten Wert auf den Gutachtenstil und die Auseinandersetzung mit Lehrmeinungen – das ist einzigartig und eine echte Stärke der deutschen Juristenausbildung.“

„Die Reformdiskussion um das Jurastudium betrifft auch die Hausarbeit: Sollte KI bei der Recherche helfen dürfen? Mein Standpunkt: KI-Tools können den Einstieg in die Literatursuche erleichtern, aber die eigenständige Auseinandersetzung mit den Quellen und die juristische Argumentation bleiben menschliche Kernkompetenzen.“

„Im Notariat muss jede Urkunde perfekt formuliert sein – Fehler haben reale Konsequenzen. Das Handwerk dafür lernt man in den Hausarbeiten: Präzision, Sorgfalt und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte in eine klare Struktur zu bringen. Wer das beherrscht, ist für jede juristische Tätigkeit gerüstet.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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In dieser 343. Folge spricht Marc mit seinem Namensvetter Marc Radon über einen ungewöhnlichen Karriereweg innerhalb der Justiz und Finanzverwaltung. Er berichtet von den prägenden Erfahrungen in der Sitzungsvertretung und der Erkenntnis, dass ihn die einsame, aktenzentrierte Arbeit in der Staatsanwaltschaft langfristig nicht erfüllt. Anschließend schildert er den Wechsel in eine Kanzlei im Steuerstrafrecht sowie den Eintritt in die Finanzverwaltung. Heute lehrt er an der Hochschule für Finanzen in Nordrhein-Westfalen, erklärt, wie man Dozent wird und welche Chancen eine Fachhochschulprofessur innerhalb der Finanzverwaltung bietet. Was sollte man über die tatsächliche Arbeit in der Staatsanwaltschaft wissen, bevor man sich dafür entscheidet? Welche Möglichkeiten eröffnet die Finanzverwaltung für Juristinnen und Juristen jenseits des klassischen Finanzamtsklischees? Wie plant man einen Weg in die Lehre und perspektivisch eine Professur an einer Fachhochschule für Finanzen? Und wie sinnvoll ist der Einsatz von KI in Studium und Praxis wirklich, wenn man langfristig ein fundiertes juristisches Verständnis aufbauen möchte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

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IMR080: Der juristische Schwerpunktbereich | Examens-Spezial-3

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In Teil 3 des Examen-Spezials erfahrt Ihr alles, was Ihr in Vorbereitung auf Euren Schwerpunktbereich inklusive der Schwerpunkbereichshausarbeit und der mündlichen Schwerpunktprüfung wissen müsst. Wir sprechen über die Frage, wie Ihr den passenden Schwerpunktbereich findet. Anschließend widmen wir uns der Hausarbeit: Wie zeigt man, dass man wissenschaftliches Arbeiten beherrscht? Was macht ein gutes Literaturverzeichnis aus? Wo sollte man mit der Recherche starten? Anschließend erhaltet Ihr Tipps, wie man ein obergerichtliches Urteil ansprechend und in gebotener Kürze darstellt. Wir sprechen über abschließend über gute Fußnoten und den Sinn von Powerpoint-Präsentationen während der mündlichen Schwerpunktbereichspräsentation. Viel Erfolg für Eure Klausuren und Hausarbeiten!

IMR168: Jurastudium als Blinder, Prüfungsrecht, Studienassistenz
#168

IMR168: Jurastudium als Blinder, Prüfungsrecht, Studienassistenz

mit Hendrik Lonnemann

In der bislang längstem IMR-Folge ist Hendrik Lonnemann zu Gast. Doch diese Stunde zeitliches Investment ist es wert: Er ist einer der wenigen Menschen, die als Blinder Jura studiert haben. Neben seiner Entscheidung für das Jurastudium erläutert er, wie Blindenschrift funktioniert, wie man mit einer Studienassistenz studieren kann und welche Herausforderungen das Referendariat mitbringt. Was hat ihn motiviert, dieses schwierige Studium aufzunehmen? Wie konsumiert er Texte, die nicht in Blindenschrift vorliegen (wie die meisten juristischen Fachtexte)? Warum ist dies ganz besonders aufwändig und bedarf großer Konzentration? Wie sind die Prüfungsämter auf den Umgang mit Behinderungen eingestellt? Wie gestaltet sich die juristische Jobsuche als Blinder? Antworten hierauf und vieles mehr findet Ihr in dieser sehr bereichernden Folge 168 von Irgendwas mit Recht. Viel Spaß!

IMR123: Diversity, Kanzleikultur und Secondment in Amsterdam | Jura-Podcast
#123

IMR123: Diversity, Kanzleikultur und Secondment in Amsterdam | Jura-Podcast

mit Dr. Maria Börner

In der heutigen Folge Eures begrüßen wir Dr. Maria Börner. Sie berichtet, wie man durch die Wahl des Rechtsgebiets das deutsche Jurastudium mit internationalen Sachverhalten verbinden kann. Sie ist als Anwältin bei Allen & Overy im Team Corporate / M&A tätig. Im Rahmen eines kanzleiinternen Secondments darf sie aktuell die ins & outs des Amsterdamer Kanzleibüros kennenlernen. Aber was ist überhaupt ein Secondment und welche Vorteile bietet ein solches? Wie unterscheidet sich der Arbeitsalltag in den Niederlanden von der deutschen Kanzleikultur? Was bedeutet Diversity für Kanzleien und warum ist das Thema so wichtig? Wie haben sich Kanzleien in diesem Bereich in den letzten Jahren weiterentwickelt? Was ist der heutigen Generation von Jurist*innen wichtig? Antworten auf diese Fragen sowie viele weitere Perspektiven gibt's in dieser Folge. Viel Spaß!