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Karriere bei der Staatsanwaltschaft: Einblicke in den Sitzungsdienst und Ermittlungsalltag

Erfahre alles zum Einstieg als Staatsanwalt: Gehalt, Sitzungsdienst und echte Erfahrungsberichte aus der Justizpraxis.

12 Fragen beantwortet
17 Podcast-Episoden
18 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Karriere bei der Staatsanwaltschaft: Zwischen Ermittlung und Anklage

Die Staatsanwaltschaft Karriere zählt zu den spannendsten Wegen in der deutschen Justiz. Als „Herrin des Ermittlungsverfahrens“ leiten Staatsanwältinnen und Staatsanwälte strafrechtliche Ermittlungen, erheben Anklage und vertreten den Staat vor Gericht. Der Beruf vereint juristische Analyse mit detektivischem Spürsinn und bietet eine einzigartige Mischung aus Büroarbeit, Zusammenarbeit mit Polizei und Gerichtsauftritten.

Was macht ein Staatsanwalt?

Die Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft umfasst zwei Kernbereiche: das Ermittlungsdezernat und den Sitzungsdienst. Im Ermittlungsdezernat leiten Staatsanwälte die Ermittlungen bei Straftaten – von der Anzeigenaufnahme bis zur Anklageerhebung oder Verfahrenseinstellung. Im Sitzungsdienst vertreten sie die Anklage in der Hauptverhandlung vor Gericht.

Wie Episode 11 eindrücklich schildert, reicht das Spektrum von Alltagskriminalität bis zur organisierten Kriminalität. Staatsanwälte müssen in der Lage sein, komplexe Sachverhalte schnell zu erfassen und rechtlich zu bewerten.

Der Unterschied zwischen Sitzungsvertretung und Dezernatsarbeit

Ein wichtiger Aspekt, der in Episode 343 beleuchtet wird, ist der Unterschied zwischen der Sitzungsvertretung und der eigentlichen Dezernatsarbeit. Während Referendare in ihrer Station bei der Staatsanwaltschaft vor allem den Sitzungsdienst kennenlernen, ist die Dezernatsarbeit der eigentliche Kern der staatsanwaltlichen Tätigkeit: Akten studieren, Ermittlungsmaßnahmen anordnen, Durchsuchungsbeschlüsse beantragen und Anklageschriften verfassen.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Die Staatsanwaltschaft bietet vielfältige Spezialisierungsmöglichkeiten:

  • Kapitalverbrechen: Mord, Totschlag und Sexualdelikte – wie Episode 329 aus erster Hand berichtet
  • Wirtschaftskriminalität: Betrug, Untreue, Insolvenzdelikte und Korruption
  • Organisierte Kriminalität: Bandenkriminalität, Drogenhandel und Geldwäsche
  • Cybercrime: Computerbetrug, Darknet-Kriminalität und digitale Beweissicherung
  • Jugendkriminalität: Spezialdezernate für Straftaten junger Menschen

Zusammenarbeit mit Polizei und Gerichten

Staatsanwältinnen und Staatsanwälte arbeiten eng mit der Polizei und anderen Ermittlungsbehörden zusammen. Sie weisen die Polizei an, bestimmte Ermittlungsmaßnahmen durchzuführen, und entscheiden, ob ein Verfahren zur Anklage gebracht wird. In Episode 93 wird die Perspektive der Richterseite auf die staatsanwaltliche Arbeit beleuchtet – und damit der enge Zusammenhang zwischen Anklage und Urteilsfindung.

Vom Sitzungsdienst zur Führungsposition

Die Karriere bei der Staatsanwaltschaft kann bis in höchste Positionen führen. Wie Episode 248 zeigt, können erfahrene Staatsanwältinnen Oberstaatsanwältin beim BGH werden oder in Leitungspositionen der Justizverwaltung wechseln. Der Beruf bietet somit nicht nur fachliche Tiefe, sondern auch langfristige Aufstiegsperspektiven.

Die Vielseitigkeit der Justizkarriere, wie sie in Episode 288 beschrieben wird, gilt auch für die Staatsanwaltschaft: Abordnungen an Gerichte, Ministerien oder internationale Behörden bereichern den Karriereweg und eröffnen neue Perspektiven.

Fragen & Antworten

12 Antworten aus Podcast-Episoden

Plötzlich leitete ich Verfahren, schrieb detaillierte Verfügungen und arbeitete hierarchisch. Anfangs vermisste ich die richterliche Unabhängigkeit, doch die Steuerungsfunktion und der engere Kontakt zu Polizei zeigten mir eine neue, strategische Seite des Strafrechts.

IMR140: Gerichts-Spezial-3: Abgeordneter Praktiker als Richter, Vielfalt der Justiztätigkeit

Aus Episode #140

IMR140: Gerichts-Spezial-3: Abgeordneter Praktiker als Richter, Vielfalt der Justiztätigkeit

mit Simon Pschorr

Das sagen unsere Experten

„Als Staatsanwalt ist man Herr des Ermittlungsverfahrens. Man entscheidet, welche Ermittlungsmaßnahmen angeordnet werden, ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird. Diese Verantwortung ist enorm, aber auch unglaublich motivierend.“

„Der Unterschied zwischen Sitzungsvertretung im Referendariat und der echten Dezernatsarbeit ist gewaltig. Erst wenn man selbst Ermittlungen leitet und Anklageschriften schreibt, versteht man die volle Dimension des Berufs.“

„Kapitalverbrechen zu ermitteln ist die intensivste Erfahrung, die man als Staatsanwältin machen kann. Mord- und Totschlagfälle erfordern höchste Sorgfalt, Belastbarkeit und die Fähigkeit, auch unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren.“

„Mein Weg führte mich von der Staatsanwaltschaft über die Oberstaatsanwaltschaft beim BGH bis zur Präsidentschaft des Bundesamts für Justiz. Die Justiz bietet Karrierewege, die man am Anfang kaum für möglich hält.“

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft und Gericht prägt den Strafprozess. Als Richter erlebe ich täglich, wie wichtig eine gut vorbereitete Anklage für ein faires Verfahren ist.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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Heute bei IMR: Veronika Keller-Engels, Präsidentin des Bundesamts für Justiz in Bonn. Frau Keller-Engels berichtet Marc und Christine von breaking.through von ihrem Werdegang, angefangen bei ihrem Jurastudium in Regensburg und ihren ersten Schritten im Staatsdienst als Staatsanwältin in Ingolstadt. Frau Keller-Engels blickt auf eine äußerst vielseitige Karriere mit Europabezügen zurück, die sie zuletzt als Oberstaatsanwältin am BGH wirken ließ. Sie erklärt, warum sie sich für das Jurastudium entschieden hat und wie sie sich in verschiedensten Rechtsgebieten im Laufe ihres Werdegangs einarbeitete und engagierte. Welche Herausforderungen und Chancen brachte ihr Weg mit zahlreichen Stationen, unter anderem am Bundesverfassungsgericht, bei Eurojust sowie als persönliche Referentin in der Ständigen Vertretung der BRD, mit sich? Wie ist sie mit etwaigen Rückschlägen umgegangen? Wie gelang ihr die Übernahme des Präsidialamts im Bundesamt für Justiz und welche Aufgaben übernimmt die Behörde im deutschen Justizsystem? Antworten auf diese und viel Inspiration für Euren individuellen Weg erhaltet Ihr von einer beeindruckenden Juristin in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

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In IMR Episode 329 spricht Marc mit Britta Zur, operative Sicherheitschefin der Deutschen Bahn, über ihren Weg von der Staatsanwältin für Kapitaldelikte zur Polizeipräsidentin und schließlich in die Führung von DB Sicherheit. Es geht um viele spannende Aufgaben wie die bundesweite Ordnungspartnerschaften mit Polizei und Subunternehmern, steigende Kriminalität in Bahnhöfen, Gewalt gegen Einsatzkräfte, schwierige Tatorte, prägende Mordverfahren sowie Karriereentscheidungen jenseits des öffentlichen Dienstes. Wie schützt die Bahn eine kritische Infrastruktur rund um die Uhr? Welche Rolle spielt ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn für juristische Laufbahnen? Warum eröffnet ein solides Staatsexamen so viele unerwartete Optionen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

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mit Dr. Andreas Möller

In der 288. Episode von Irgendwas mit Recht begrüßt Marc Dr. Andreas Möller, Richter am Oberlandesgericht Hamm. Andreas berichtet über seine interessante Karriere, die ihn von seinem Jurastudium in Münster bis in die Richterschaft geführt hat. Schwerpunktmäßig arbeitete er im schuldrechtlichen Immobilienrecht, das viele klassische Aspekte des Kaufrechts umfasst. Er erläutert seinen Werdegang: Nach dem Studium war anfangs unklar, wo er hin möchte, bis die Faszination für die Justiz wuchs. Er betont, dass die Unabhängigkeit als Richter ein entscheidender Anreiz war, auch wenn er zugeben muss, dass nicht alle Dezernate immer Spaß machten. Themen wie die Bedeutung seiner Promotion und die Herausforderungen des Proberichterdienstes kommen im Podcast-Insight ebenfalls zur Sprache. Zudem gibt er Einblicke in seine verschiedenen Stationen, von Betreuungssachen über Staatsanwaltschaft bis hin zu den vielen Facetten seiner aktuellen Tätigkeit am Oberlandesgericht. Welche spannenden Einblicke und persönlichen Erfahrungen zeichneten seine Laufbahn aus? Welche Tipps hat er für angehende Juristen, die sich für die Justiz interessieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!