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KI-Tools für Juristen: Der Praxis-Guide für Kanzlei und Karriere

Entdecke relevante KI-Tools für Juristen und lerne von Experten, wie Legal Tech den Kanzleialltag revolutioniert.

12 Fragen beantwortet
19 Podcast-Episoden
19 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

KI-Tools für Juristen: Der Praxis-Guide für Kanzlei und Karriere

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsversprechen mehr – sie verändert den Kanzleialltag bereits heute grundlegend. Von der automatisierten Vertragspruefung über KI-gestützte Recherche bis hin zu Legal AI Agents: Juristen, die diese Tools beherrschen, verschaffen sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Doch die Vielfalt der verfügbaren Lösungen kann überwältigend sein. Dieser Guide ordnet die wichtigsten KI-Tools ein und zeigt, wie sie den juristischen Arbeitsalltag konkret verbessern.

Die Landschaft der juristischen KI-Tools

Der Markt für Legal-Tech-KI-Tools hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Grob lassen sich die verfügbaren Lösungen in mehrere Kategorien einteilen: Recherchetools, die juristische Datenbanken intelligent durchsuchen; Vertragsanalyse-Software, die Klauseln identifiziert und Risiken bewertet; Dokumentenautomatisierung, die Standardschriftstücke generiert; und umfassende Plattformen, die mehrere Funktionen vereinen. Wie Episode 335 zeigt, ist der Schlüssel zum Erfolg nicht das Tool selbst, sondern die erfolgreiche Tech-Adoption im Team.

KI als Co-Pilot in der Kanzlei

Die Vorstellung von KI als Co-Pilot hat sich als produktivstes Modell für den juristischen Einsatz erwiesen. Statt menschliche Arbeit vollständig zu ersetzen, unterstützt KI Juristen bei Routineaufgaben und schafft Freiräume für strategische Beratung. In Episode 215 erläutert Myriam Baars-Schilling, wie KI als Co-Pilot konkret in der Kanzleipraxis funktioniert. Inka Knappertsbusch beschreibt in Episode 306 die arbeitsrechtlichen Aspekte der KI-Einführung in Kanzleien – ein Thema, das oft übersehen wird.

Eine Schlüsselrolle bei der Integration von KI-Tools spielen Legal Engineers. Diese Spezialisten verbinden juristische Expertise mit technischem Know-how und entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für Kanzleien. Willy Kleinoth beschreibt in Episode 212 seinen Weg als Legal Engineer bei Greenberg Traurig, wo er Tech-Tools direkt in der Kanzlei baut. Henrik Wehrs berichtet in Episode 275 über die Chancen als Legal Engineer auf europäischer Ebene und die Entwicklung von Large Language Models für juristische Anwendungen.

KI und Pricing: Wie sich Geschäftsmodelle verändern

KI-Tools verändern nicht nur die Arbeitsweise, sondern auch die Geschäftsmodelle von Kanzleien. Wenn Routineaufgaben automatisiert werden, funktioniert das klassische Stundenhonorar-Modell nicht mehr. Hariolf Wenzler analysiert in Episode 339, wie KI das Pricing in Kanzleien verändert und Kanzleien zunehmend als Plattformen fungieren. Dieser Wandel bietet auch Chancen für junge Juristen, die neue Geschäftsmodelle mitgestalten möchten.

KI in der Strafjustiz und öffentlichen Verwaltung

Der Einsatz von KI beschränkt sich nicht auf den privaten Sektor. Charlotte Schmitt-Leonardy und Jürgen Bering diskutieren in Episode 244 den Einsatz von KI in Strafverfahren, einschließlich Palantir und HessenData – Systeme, die erhebliche ethische und rechtliche Fragen aufwerfen. Für Juristen eröffnet sich hier ein wachsendes Betätigungsfeld an der Schnittstelle von Technologie und Grundrechten.

Zukunftskompetenz: Prompten als juristische Fähigkeit

Eine der wichtigsten neuen Fähigkeiten für Juristen ist das effektive Prompten von KI-Systemen. Wie Constantin Rehaag in Episode 323 betont: Gute Juristen prompten besser, weil sie präzise Fragen stellen können und die Qualität der Ergebnisse kritisch bewerten. Diese Fähigkeit wird zunehmend zu einer Kernkompetenz in der juristischen Ausbildung und Berufspraxis.

Fragen & Antworten

12 Antworten aus Podcast-Episoden

Wer früh lernt, Probleme statt Paragraphen zu verkaufen, hebt sich deutlich ab. Nutzt LinkedIn, baut fachspezifische Communities und experimentiert mit KI-Tools. Ihr werdet schnell sichtbar, sammelt Mandantenverständnis und positioniert euch als zukünftige Aktivatoren – Fähigkeiten, die in der Partnerschaft unerlässlich sind.

IMRechtsmarkt007 (x Bucerius CLP): Welche Anforderungen gibt es 2024 an das Business Development in Kanzleien?

Aus Episode #217

IMRechtsmarkt007 (x Bucerius CLP): Welche Anforderungen gibt es 2024 an das Business Development in Kanzleien?

mit Dr. Hariolf Wenzler

Das sagen unsere Experten

„Als Legal Engineer bei Greenberg Traurig baue ich Tech-Tools direkt in der Kanzlei. Der Schlüssel ist, die Bedürfnisse der Anwälte zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, die den Arbeitsalltag tatsächlich verbessern. KI und Rechtsprodukte sind keine Zukunftsmusik mehr – sie sind unser tägliches Geschäft.“

„Die erfolgreiche Tech-Adoption in Kanzleien scheitert selten an der Technologie selbst, sondern an den Menschen. Eine Legal Innovation Einheit zu managen bedeutet vor allem, Veränderungsprozesse zu begleiten und die Auswirkungen auf die Karrierewege junger Juristen mitzudenken.“

„KI verändert das Pricing in Kanzleien fundamental. Wenn ein KI-Tool in Minuten erledigt, wofür früher Stunden gebraucht wurden, muss sich das Abrechnungsmodell ändern. Kanzleien werden zunehmend zu Plattformen, die Technologie und menschliche Expertise intelligent kombinieren.“

„Die Einführung von KI-Tools in der Kanzlei hat auch eine arbeitsrechtliche Dimension, die viele unterschätzen. Mitbestimmung, Datenschutz, Überwachungspotenzial – als Arbeitsrechtlerin sehe ich hier enormen Beratungsbedarf. Wer sich damit auskennt, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil.“

„Gute Juristen prompten besser – das ist meine Überzeugung. Die Fähigkeit, präzise Fragen zu stellen und Ergebnisse kritisch zu bewerten, ist genau das, was Juristen seit Jahrhunderten trainieren. Legal AI macht diese Grundkompetenz wertvoller denn je.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

Passende Episoden

19 relevante Podcast-Folgen

IMR335: Legal Innovation Einheit managen, erfolgreiche Tech-Adoption, Tech-Auswirkungen auf Karrierewege junger Juristen
#335

IMR335: Legal Innovation Einheit managen, erfolgreiche Tech-Adoption, Tech-Auswirkungen auf Karrierewege junger Juristen

mit Willy Kleinoth

Gemeinsam mit Willy Kleinoth, Innovation Lead von Greenberg Traurig, beleuchtet Marc die Zukunft juristischer Arbeit. Willy studierte Jura, verzichtete aufs zweite Examen und baute stattdessen GTs Legal-Innovation-Einheit auf. Im Gespräch schildert er, wie interne Technologieprozesse Anwältinnen effizienter, genauer und planbarer machen sollen. Eine One-size-fits-all-Strategie funktioniert laut ihm nicht, Kultur und individuelle Bedürfnisse bestimmen erfolgreiche Adoption. Willy nutzt daher Datenanalysen und A-B-Tests, um reale Effizienzgewinne verschiedener KI-Tools belastbar zu messen. Grundlage bildet das VUCA-Framework, das in unsicheren Märkten ständige Sichtnavigation empfiehlt. Konkret erläutert er einen hausinternen Bot, der Non-Billables wie Social-Media-Texte oder Recherchesummaries beschleunigt. Wie verändert sich das Kanzleigeschäftsmodell, wenn KI interne Abläufe, Pricing und Mandantenkommunikation prägt? Welche Daten braucht es, um die Billable-Hour-Debatte jenseits bloßer Hoffnungen versachlicht zu führen? Und was bedeutet das alles für Studierende, Referendarinnen und junge Associates, die Karrierewege planen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR310: Wirtschaftsinformatik im Nebenstudium, Legal Tech im Beratungsumfeld, KI-gestützte Vertragsprüfung
#310

IMR310: Wirtschaftsinformatik im Nebenstudium, Legal Tech im Beratungsumfeld, KI-gestützte Vertragsprüfung

mit Michael Roth

In dieser Folge von IMR begrüßt Marc den Rechtsanwalt Michael Roth von KPMG Law, der nach Stationen im Insolvenzrecht und bei der Santander Consumer Bank heute Unternehmen an der Schnittstelle von Recht, Technologie und Prozessoptimierung berät. Im Gespräch erzählt Michael, wie er von der Verwaltung komplexer Insolvenzverfahren zur Entwicklung eines Litigation‐Tools auf ServiceNow kam, warum er sich nach der Geburt seines ersten Kindes beruflich neu orientierte und welche Rolle Legal Tech bei KPMG Law spielt. Gemeinsam diskutieren sie die Bedeutung von Methodenlehre für KI-gestützte Vertragsprüfung, den Digital Operational Resilience Act (DORA) und die Frage, wie generative KI juristische Arbeitsweisen verändert, ohne das juristische Hochreck zu ersetzen. Welche Kriterien sollten Verträge künftig zwingend erfüllen? Wieso lohnt sich ein Wirtschaftsinformatikstudium für Juristinnen und Juristen? Und was erwartet KPMG Law von Bewerberinnen und Bewerbern, die an Legal Tech mitarbeiten wollen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR302: LL.M. in Washington, KI als Kollege der Zukunft, Restrukturierung international, Projektmanagement
#302

IMR302: LL.M. in Washington, KI als Kollege der Zukunft, Restrukturierung international, Projektmanagement

mit Christian König

In der 302. Episode von Irgendwas mit Recht ist Christian König von EY Law in Frankfurt zu Gast. Im Gespräch mit Marc berichtet König zunächst, wie er den Weg zur Rechtsanwaltschaft und später ins internationale Unternehmensrecht gefunden hat, welchen Einfluss sein LL.M.-Studium in den USA auf seine berufliche Entwicklung hatte und was ihn an internationalen und gesellschaftsrechtlichen Projekten besonders reizt. Im Zentrum der Folge stehen die speziellen Herausforderungen und Abläufe von Restrukturierungs- und Carve-Out-Projekten, bei denen Unternehmen grenzüberschreitend umgebaut und juristisch begleitet werden. Hierbei erläutert Christian anschaulich, wie im Team von EY Law interdisziplinär mit Steuerberatern, Beratern aus dem Consulting und internationalen Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet wird. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz und digitaler Tools, etwa bei der automatisierten Analyse und Verwaltung von tausenden Vertragsdokumenten. Was macht der Contract Analyzer konkret? Welche Kompetenzen braucht man in so einem interdisziplinären und technischen Umfeld? Wie verändert KI die Rolle junger Juristinnen und Juristen? Und was sollten Bewerberinnen und Bewerber bei EY Law mitbringen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekommt Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR346: Jura-Karriere in der Versicherung, Rechtsservice aufbauen, kuriose Fälle und internationale Streitbeilegung
#346

IMR346: Jura-Karriere in der Versicherung, Rechtsservice aufbauen, kuriose Fälle und internationale Streitbeilegung

mit Kristina Schwarze

In dieser Folge spricht Marc mit der Juristin Kristina Schwarze von der ARAG über ihren Weg in die Inhouse-Tätigkeit, ihre Entwicklung von der Fallbearbeitung im Rechtsservice über die Inhouse-Mediation hin zur heutigen internationalen Managementrolle im Claims Management. Sie erläutert, wie der Rechtsservice als erste emotionale und organisatorische Anlaufstelle für Versicherte funktioniert, warum dort über 300 Juristinnen und Juristen tätig sind und welche Rolle Legal Tech im Kerngeschäft der Rechtsschutzversicherung spielt. Im Mittelpunkt steht zudem die Mediation, zunächst im deutschen Kontext und dann in der internationalen Ausprägung: Wie funktionieren Shuttle- und Videomediation praktisch, wie gelingt grenzüberschreitende Konfliktlösung etwa in familienrechtlichen Konstellationen und welche kulturellen Unterschiede sind tatsächlich relevant. Kristina berichtet außerdem von ihrem Aufbau eines Mediationsangebots in der italienischen Niederlassung, vom Zusammenspiel mit externen Dienstleistern und von einem norwegischen Legal-Tech-Anbieter, der Mediation vollständig digitalisiert abbildet. Abschließend geht es um den Einsatz von KI in der täglichen juristischen Arbeit bei der ARAG, etwa beim effizienteren Umgang mit umfangreichen Falldokumenten, sowie um die Frage, welche Kompetenzen Studierende, Referendarinnen und Referendare heute mitbringen sollten. Wie verändert KI konkret die Arbeit von Inhouse-Juristinnen, Mediatoren und Claims-Managern? Welche Chancen ergeben sich für junge Juristinnen abseits des klassischen Kanzleipfads in einer internationalen Versicherung? Und welche Rolle spielen Sprachkenntnisse, Offenheit für neue Arbeitsformen und der Umgang mit digitalen Tools für die eigene Karriereentwicklung? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß.