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Jura-Lernstoff effektiv wiederholen: Strategien für das Staatsexamen

Optimiere deine Examensvorbereitung mit effektiven Wiederholungsstrategien von Experten. Erfahre, wie du Wissen langfristig verankerst.

12 Fragen beantwortet
10 Podcast-Episoden
7 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Jura-Lernstoff effektiv wiederholen: So bleibt das Wissen im Langzeitgedächtnis

Die größte Herausforderung in der Examensvorbereitung ist nicht das erstmalige Durcharbeiten des Stoffs – sondern das Behalten und Abrufen zum richtigen Zeitpunkt. Wer im Ersten Staatsexamen mit hunderten Seiten Zivilrecht, Öffentlichem Recht und Strafrecht konfrontiert ist, muss auf ein Wissensreservoir zurückgreifen können, das über Monate aufgebaut wurde. Effektive Wiederholungsstrategien sind der Schlüssel, um den Stoff nicht nur kurzfristig zu verstehen, sondern dauerhaft verfügbar zu machen.

Spaced Repetition: Die wissenschaftlich fundierte Methode

Die Vergessenskurve nach Ebbinghaus zeigt: Ohne gezielte Wiederholung geht der Großteil des Gelernten innerhalb weniger Tage verloren. Spaced Repetition – das Wiederholen in zunehmend größeren Abständen – wirkt diesem natürlichen Vergessen entgegen. Professor Jan Eickelberg betont in Episode 43 die Bedeutung didaktisch fundierter Lernmethoden und wie Spaced Repetition in die juristische Ausbildung integriert werden kann.

Praktisch umsetzen lässt sich Spaced Repetition mit:

  • Anki oder ähnliche Apps: Digitale Karteikarten, die automatisch den optimalen Wiederholungszeitpunkt berechnen
  • Lernkartei nach Leitner: Physische Karteikarten in Fächern, die je nach Wissensstand verschoben werden
  • Wiederholungspläne im Lernplan: Feste Blöcke für die Wiederholung bereits durchgearbeiteter Themen einplanen

Die Kraft des aktiven Abrufens

Reines Durchlesen von Zusammenfassungen ist die am wenigsten effektive Form der Wiederholung. Wesentlich wirksamer ist das aktive Abrufen: sich selbst abfragen, Schemata aus dem Gedächtnis aufschreiben, Fälle ohne Hilfsmittel lösen. Bianca Scraback beschreibt in Episode 71 ihre Lernroutinen während der juristischen Promotion – Methoden, die sich direkt auf die Examensvorbereitung übertragen lassen.

Das „Teaching-Prinzip“ ist eine besonders effektive Variante des aktiven Abrufens: Wer den Stoff jemandem anderem erklärt – sei es in der Lerngruppe, einem Studienpartner oder sogar sich selbst vor dem Spiegel – festigt das Wissen auf einer tieferen Ebene. Professorin Barbara Dauner-Lieb empfiehlt in Episode 44 gerade in Zeiten eingeschränkter Präsenzlehre das gegenseitige Erklären als zentrale Lernmethode.

Wiederholung in der Examensphase: Timing ist alles

In den letzten Wochen vor dem Examen verschiebt sich der Fokus von der Neuaufnahme zur intensiven Wiederholung. In Episode 155 erläutert Barbara Dauner-Lieb, wie die letzte Vorbereitungsphase optimal gestaltet wird: Keine neuen Themen mehr, sondern systematisches Durchgehen der Kerngebiete in komprimierter Form.

Auch das Wiederholen durch Klausuren ist hocheffektiv. Wer in den letzten Wochen täglich kurze Falllösungen skizziert – ohne sie vollständig auszuformulieren – trainiert das schnelle Abrufen unter Druck. Kevin Aschendorff stellt in Episode 36 den BGB Moot Court als Format vor, das aktives Wiederholen und Anwenden des Zivilrechts verbindet.

Fehlerbasiertes Wiederholen

Die wertvollste Form der Wiederholung ist das gezielte Aufarbeiten eigener Fehler. Wer nach jeder Probeklausur die Fehlerschwerpunkte identifiziert und diese Themen priorisiert wiederholt, schließt systematisch Lücken. In Episode 331 wird gezeigt, wie man nach einem Rückschlag die Examensvorbereitung optimiert – ein Prozess, der im Kern auf fehlerbasiertem Wiederholen aufbaut.

Barbara Dauner-Lieb fasst es in Episode 97 so zusammen: Auch nach einem Durchfallen ist die gezielte Wiederholung der Schlüssel zum Erfolg im Zweitversuch. Wer seine Fehler kennt und systematisch daran arbeitet, hat oft sogar bessere Chancen als beim ersten Anlauf.

Fragen & Antworten

12 Antworten aus Podcast-Episoden

Wenn ich Kommilitoninnen einen Paragraphen erklären muss, erkenne ich sofort eigene Verständnislücken. Gleichzeitig bekomme ich Rückfragen, die Perspektiven erweitern. Gruppenarbeit eignet sich weniger fürs Erarbeiten neuen Stoffs, aber hervorragend zum Festigen, Klären und Steigern der Resilienz im langen Examensmarathon.

IMR043: FH-Professur und Didaktik | Interview Professor

Aus Episode #43

IMR043: FH-Professur und Didaktik | Interview Professor

mit Prof. Dr. Jan Eickelberg

Das sagen unsere Experten

„Gute Didaktik setzt auf Wiederholung in unterschiedlichen Kontexten. Wer denselben Stoff aus verschiedenen Perspektiven durcharbeitet – Lehrbuch, Fall, Schaubild, Erklärung – verankert ihn fest im Gedächtnis.“

„Meine Lernroutinen während der Promotion haben mir gezeigt: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Lieber jeden Tag eine Stunde wiederholen als einmal pro Woche acht Stunden am Stück.“

„In der Examensvorbereitung kommt irgendwann der Punkt, an dem man aufhören muss, Neues zu lernen, und anfangen muss, das Gelernte zu festigen. Dieser Wechsel fällt vielen schwer – aber er ist entscheidend.“

„Nach dem Durchfallen habe ich meine Wiederholungsstrategie komplett umgestellt – weg vom linearen Durcharbeiten, hin zum gezielten Üben meiner Schwachstellen. Das hat den Unterschied gemacht.“

„Der BGB Moot Court ist eine geniale Form der Wiederholung: Du wendest Zivilrecht unter Druck an, musst argumentieren und verteidigen – dabei festigt sich der Stoff ganz von selbst.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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