Inhaltsüberblick
- Gründen als Jurist: Der Weg zum eigenen Legal Tech Startup
- Jobs in Legal Tech Startups: Rollen und Anforderungen
- Legal Innovation in etablierten Kanzleien
- Studentische Initiativen als Karrieresprungbrett
- FinTech und regulierte Märkte
- Antworten auf 12 Fragen aus der Praxis
- Konkrete Tipps unserer Experten aus dem Podcast
Karriere in Legal Tech Startups: Gründer, Jobs und Gehalt
Legal Tech Startups gehören zu den dynamischsten Akteuren im Rechtsmarkt. Sie entwickeln Lösungen, die juristische Prozesse automatisieren, den Zugang zum Recht vereinfachen und etablierte Geschäftsmodelle herausfordern. Für Juristinnen und Juristen, die unternehmerisch denken und Technologie als Chance begreifen, bieten Legal Tech Startups spannende Karrierewege – ob als Gründerin, als erste Juristin im Team oder in einer spezialisierten Rolle an der Schnittstelle von Recht und Technologie.
Gründen als Jurist: Der Weg zum eigenen Legal Tech Startup
Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert Mut, aber auch eine klare Vorstellung davon, welches Problem gelöst werden soll. Jan Stemplewski beschreibt in Episode 33, wie er mit iubel.de einen Sofort-Rechtsschutz entwickelt hat – ein Produkt, das eine Lücke im Markt füllt. Der Weg dorthin umfasst Investorensuche, die Wahl der richtigen Rechtsform und den Aufbau eines Teams, das juristische und technische Kompetenzen vereint.
Kilian Springer zeigt in Episode 19, wie eine innovative Kanzlei selbst zum Startup-artigen Unternehmen werden kann. Christian Leupold-Wendling beschreibt in Episode 73, wie Jurafuchs als Jura-Lernapp durch Gamification und Unternehmensgründung den Lernmarkt für Juristen verändert hat.
Jobs in Legal Tech Startups: Rollen und Anforderungen
Nicht jeder muss gründen, um in der Legal-Tech-Welt Fuß zu fassen. Legal Tech Startups suchen Juristen für vielfältige Rollen: Product Manager, Legal Engineers, Business Development Manager, Customer Success und Compliance-Spezialisten. Henrik Wehrs berichtet in Episode 275 über seine Karriere als Senior Legal Tech Manager auf EU-Ebene und die Chancen als Legal Engineer – eine Rolle, die juristische Expertise mit technischem Know-how verbindet.
Legal Innovation in etablierten Kanzleien
Auch große Kanzleien bauen zunehmend Innovation Hubs und interne Startups auf. In Episode 335 wird gezeigt, wie eine Legal Innovation Einheit in einer Kanzlei gemanagt wird und welche Auswirkungen Tech-Adoption auf die Karrierewege junger Juristen hat. Zoë Andreae beschreibt in Episode 16, wie Software für Inhouse-Juristen als Geschäftsmodell funktioniert.
Studentische Initiativen als Karrieresprungbrett
Viele erfolgreiche Legal-Tech-Gründer haben ihre ersten Erfahrungen in studentischen Initiativen gesammelt. Julia Dieball und Lukas Friehoff zeigen in Episode 48, wie Legal Tech Non-Profit-Vereinigungen praktische Lösungen entwickeln. Florian Möslein beschreibt in Episode 24, wie Business Law Clinics unternehmerisches Denken bereits im Studium fördern.
FinTech und regulierte Märkte
Eine besondere Nische innerhalb der Legal-Tech-Landschaft bilden FinTech-Startups, die in stark regulierten Märkten operieren. Alexander Hoffmann schildert in Episode 138, wie Venture Capital, Regulierung und Zahlungsdienstleistungen zusammenwirken. Für Juristen mit Interesse an Finanzregulierung bieten diese Startups besonders attraktive Karrieremöglichkeiten.
Gehalt und Perspektiven
Die Gehälter in Legal Tech Startups variieren stark je nach Finanzierungsphase und Rolle. In der Frühphase liegen sie oft unter dem Kanzleiniveau, werden aber häufig durch Equity-Beteiligungen, flexible Arbeitsmodelle und schnelle Karriereentwicklung kompensiert. Wer früh in ein erfolgreiches Startup einsteigt, kann langfristig deutlich mehr verdienen als in einer klassischen Kanzleikarriere. Entscheidend ist die Bereitschaft, Unsicherheit zu akzeptieren und schnell zu lernen – Eigenschaften, die auch Valerie Keilhau vom Legal Tech Verband (Episode 188) als Kernkompetenzen für die Branche betont.
Fragen & Antworten
12 Antworten aus Podcast-Episoden
Berlin ist international, vergleichsweise günstig und zieht Talente aus aller Welt an. Diese Mischung erleichtert es, schnell Teams aufzubauen und Ideen zu skalieren – ein Vorteil, den andere deutsche Städte schwer bieten können.
Aus Episode #138
IMR138: FinTech, Startup, Regulierter Markt, Venture Capital, Zahlungsdienstleister
mit Alexander Hoffmann
Das sagen unsere Experten
„Mit iubel.de wollte ich ein Problem lösen, das mich als Jurist selbst frustriert hat: den fehlenden Sofort-Rechtsschutz. Der Weg vom Jurastudium zum CEO eines Startups war steil, aber die Kombination aus juristischem Verständnis und unternehmerischem Denken hat sich als entscheidender Vorteil erwiesen.“
„Als Senior Legal Tech Manager auf EU-Ebene sehe ich, wie Legal Engineers die Brücke zwischen Recht und Technologie schlagen. Die Karrierechancen in diesem Bereich sind enorm – wer juristisches und technisches Verständnis vereint, ist auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt.“
„Jurafuchs entstand aus der Erkenntnis, dass juristisches Lernen viel zu oft trockene Textarbeit ist. Gamification und mobile Lernformate können das Jurastudium grundlegend verändern. Als Gründer brauchst du vor allem eines: den Mut, den ersten Schritt zu machen.“
„Der Legal Tech Verband setzt sich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für Legal Tech Startups in Deutschland besser werden. Gründer brauchen nicht nur Kapital, sondern auch regulatorische Klarheit und Zugang zu Pilotprojekten mit Kanzleien und Justiz.“
„Im FinTech-Bereich als Jurist zu arbeiten bedeutet, regulierte Märkte von innen zu verstehen. Venture Capital, Zahlungsdienstleisterregulierung und Startup-Kultur bilden ein einzigartiges Umfeld, in dem juristische Expertise direkt über Erfolg oder Scheitern des Unternehmens entscheidet.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
16 relevante Podcast-Folgen
IMR033: Sofort-Rechtsschutz | Interview Jurist
mit Dr. Jan Stemplewski
Was ist eine Sofort-Rechsschutz? Wie baut man ein Legal Tech Startup auf? Welche Jura-Skills braucht man dabei? Dies und mehr erläutert Dr. Jan Stemplewski im Gespräch mit IMR. Erfahre, welche Herausforderungen er womöglich unterschätzt hat und warum er sich gegen die klassische Karriere bei Gericht oder der Staatsanwaltschaft entschied.
IMR019: Die innovativste Kanzlei | Interview Rechtsanwalt
mit Kilian Springer
Kilian Springer berichtet, wie man eine Kanzlei gründet und Mandanten akquiriert. Wir unterhalten uns darüber, wie er zur Berufswahl als Anwalt gekommen ist und warum es ihm in einer mittelständischen Kanzlei nicht so gut gefallen hat. Mittlerweile hat er sich in der Kunstszene und unter Gründern einen Namen gemacht. Er berät im Urheberrecht, Gesellschaftsrecht und generell zu IP-rechtlichen Fragestellungen. Dabei setzt er auf eine technisch moderne Kanzlei und konnte sich den Soldan-Gründerpreis sichern. Abschließend erläutert Kilian, was man in der Rolle eines Legal Engineers macht und welche juristischen und technischen Fähigkeiten Ihr hierfür mitbringen solltet.
IMR275: Senior Legal Tech Manager EU, Chancen als Legal Engineer, Legal Tech-Historie, Large Language Models, (interne) Produktisierung
mit Henrik Wehrs
In der 275. Episode von Irgendwas mit Recht ist Henrik Wehrs zu Gast, Senior Legal Tech Manager Europe bei A&O Shearman. Henrik erzählt, wie er nach seinem Jura-Studium in Bonn und Frankfurt den Weg ins Thema Legal Tech fand – von ersten Webseitenprojekten während der Examenszeit bis Gründungen im Legal Tech Startup. So wurde Henrik zum festen Bestandteil der Frankfurter sowie deutschen Legal Tech-Szene. Welche Herausforderungen und Chancen bestehen in Bezug auf di Automatisierung juristischer Prozesse? Wie kann KI in Kanzleien wirklich eingesetzt werden? Wie helfen interdisziplinäre Teams dabei, innovative Lösungen zu entwickeln? Welche Rolle spielen Self-Service-Tools für Mandanten und Anwälte in der Kanzlei? Wie verändert sich die Zusammenarbeit mit Technologieanbietern im Kanzleialltag – und warum ist Scheitern manchmal die wertvollste Erfahrung? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß mit dieser Folge Eures Jurapodcasts zu allen Karrierethemen - und frohe Festtage!
IMR024: Studentische Initiativen und Business Law Clinics | Interview Professor
mit Prof. Dr. Florian Möslein
Wie kann man Jurastudierenden BWL-Kenntnisse beibringen? Was hat Legal Tech damit zu tun? Prof. Dr. Möslein berichtet, wie es ist, fachübergreifend ein Startup zu planen, einen Businessplan zu schreiben und anschließend zu präsentieren. Abschließend unterhalten wir uns darüber, welche Soft-Skills als Anwalt oder in einem anderen juristischen Beruf wichtig sind und wie Ihr als Studierende bei der Business Law Clinic mitmachen könnt.
