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Mündliche Prüfung im Staatsexamen: Tipps zur optimalen Vorbereitung

Optimiere deine mündliche Prüfung mit Insider-Tipps von Prüfern und Top-Juristen.

12 Fragen beantwortet
17 Podcast-Episoden
11 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Mündliche Prüfung im Staatsexamen: So bereitest du dich optimal vor

Die mündliche Prüfung ist die letzte große Hürde im Ersten Juristischen Staatsexamen – und zugleich die Chance, das Gesamtergebnis noch entscheidend zu beeinflussen. Anders als in den schriftlichen Klausuren zählen hier nicht nur Fachwissen und Subsumtionsfähigkeit, sondern auch Auftreten, Argumentationsgeschick und Souveränität. Wer sich gezielt vorbereitet, kann in der mündlichen Prüfung Punkte gutmachen, die in den Klausuren verloren gingen.

Was erwartet dich in der mündlichen Prüfung?

Die mündliche Prüfung besteht typischerweise aus einem Aktenvortrag und einem Prüfungsgespräch in den drei Rechtsgebieten. In Episode 95 beschreibt Professorin Barbara Dauner-Lieb detailliert, wie die Prüfungstage ablaufen und wie man sich optimal darauf vorbereitet. Die Gewichtung der mündlichen Prüfung variiert je nach Bundesland, liegt aber häufig bei 30 bis 40 Prozent der Gesamtnote.

Frank Wamser, der als Vizepräsident eines Landgerichts über 10.000 Examensklausuren beurteilt hat, gibt in Episode 114 Einblicke hinter die Kulissen des Staatsexamens. Seine Perspektive zeigt, worauf Prüfer wirklich achten – und dass die mündliche Prüfung mehr Spielraum für den Prüfling bietet als viele denken.

Vorbereitung auf den Aktenvortrag

Der Aktenvortrag ist für viele Kandidaten der stressigste Teil der mündlichen Prüfung. In kurzer Vorbereitungszeit muss ein Fall erfasst, strukturiert und frei vorgetragen werden. Entscheidend sind:

  • Sachverhaltserfassung: Die wesentlichen Fakten schnell identifizieren und hierarchisieren
  • Lösungsskizze: Eine klare Gliederung erstellen, die den roten Faden vorgibt
  • Freier Vortrag: Kein Ablesen, sondern souveränes Präsentieren mit Blickkontakt zur Kommission
  • Zeitmanagement: Die vorgegebene Vortragszeit einhalten – nicht zu lang, nicht zu kurz

Das Prüfungsgespräch meistern

Im Prüfungsgespräch geht es darum, juristisch denken zu können statt auswendig zu rezitieren. Barbara Dauner-Lieb betont in Episode 60 aus ihrer Erfahrung als Prüferin: Prüfer möchten sehen, dass der Kandidat Zusammenhänge herstellen, Probleme erkennen und methodisch sauber argumentieren kann. Auswendig gelernte Definitionen allein reichen nicht.

Die Examens-Spezial-Reihe bietet umfassende Einblicke: Von der Gesamtübersicht (Episode 74) über Lerngruppen-Tipps (Episode 87) bis hin zur konkreten Prüfungsvorbereitung deckt die Serie alle Aspekte ab.

Rhetorik und Auftreten trainieren

Die mündliche Prüfung ist auch eine Performance. Wer vor der Prüfungskommission überzeugend auftreten will, sollte das früh üben. Anna Masser beschreibt in Episode 112, wie Moot-Court-Coaching die mündliche Argumentation schult – Fähigkeiten, die direkt auf die Prüfungssituation übertragbar sind.

Auch Richter bringen eine wichtige Perspektive ein: Jens Milker schildert in Episode 69 aus Richtersicht, was überzeugende juristische Argumentation ausmacht – eine Kompetenz, die in der mündlichen Prüfung besonders zum Tragen kommt. Simon Pschorr ergänzt in Episode 140 die Perspektive eines abgeordneten Praktikers, der die Vielfalt richterlicher Tätigkeit betont.

Konkrete Tipps für die letzten Tage vor der Prüfung

In den Tagen vor der mündlichen Prüfung empfiehlt sich ein gezieltes Kurzprogramm:

  • Aktenvorträge simulieren: Jeden Tag mindestens einen Aktenvortrag unter Realbedingungen üben
  • Aktuelle Rechtsprechung: Die wichtigsten BGH- und BVerfG-Entscheidungen der letzten Monate sichten
  • Überblickswissen auffrischen: Große Zusammenhänge und Grundprinzipien statt Detailwissen
  • Prüfungssimulation: Mit Kommilitonen die Gesprächssituation durchspielen
  • Ausreichend Schlaf: Erholung ist in den letzten Tagen wichtiger als noch mehr Lernstoff

Fragen & Antworten

12 Antworten aus Podcast-Episoden

Ich präsentierte bewusst eine von der offiziellen Lösung abweichende Ansicht – mit klarer Begründung. Der Mut, offen zu argumentieren, überzeugte den Ausschuss. Mir wurde klar: In der Prüfung zählt eine vertretbare, gut vorgetragene Position mehr als schematisches Nachbeten.

IMR140: Gerichts-Spezial-3: Abgeordneter Praktiker als Richter, Vielfalt der Justiztätigkeit

Aus Episode #140

IMR140: Gerichts-Spezial-3: Abgeordneter Praktiker als Richter, Vielfalt der Justiztätigkeit

mit Simon Pschorr

Das sagen unsere Experten

„In der mündlichen Prüfung möchte ich als Prüferin sehen, dass jemand juristisch denken kann. Wer Zusammenhänge herstellt und methodisch sauber argumentiert, überzeugt – auch wenn nicht jedes Detail sitzt.“

„Nach über 10.000 Examensklausuren kann ich sagen: Die mündliche Prüfung bietet mehr Raum, sich zu zeigen, als die meisten Kandidaten glauben. Souveränität und ein klarer Kopf machen oft den Unterschied.“

„Moot-Court-Coaching trainiert genau die Fähigkeiten, die du in der mündlichen Prüfung brauchst: unter Druck argumentieren, auf Rückfragen reagieren und deinen Standpunkt überzeugend vertreten.“

„Die Prüfungstage erfordern eine andere Art der Vorbereitung als die Klausurenphase. Es geht nicht mehr darum, neuen Stoff zu lernen, sondern das Gelernte souverän zu präsentieren.“

„Als Richter am Strafgericht führe ich täglich mündliche Verhandlungen. Die Fähigkeit, spontan auf neue Argumente zu reagieren, entwickelt man am besten durch Übung – ob im Moot Court oder in der Prüfungssimulation.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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In der heutigen Folge spricht Jan Kaiser über die Arbeit der Kaiserseminare als Repetitorium für das zweite Staatsexamen. Als kleines Unternehmen mit Bruder und Vater begonnen, ist das Familienunternehmen heute deutschlandweit bekannt und erfolgreich. Wie kommt man dazu, Seminare für die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen anzubieten? Wie wird daraus ein erfolgreiches Familienunternehmen? Warum lohnt es sich, ein Reptitorium für das zweite Examen zu besuchen? Welche Motivation hatten Jan und sein Bruder, nicht in klassischen juristischen Berufen, sondern als Repetitor tätig zu sein? Wie hat Corona das Geschäft verändert? Und was haben Juraklausuren mit Kinderbüchern gemeinsam? Außerdem diskutieren wir das zweite Staatsexamen ganz allgemein: Wie viele Klausuren solltet Ihr schreiben, um das Examen zu bestehen? Was braucht es für ein Prädikat – und wie bewahrt man bei all dem Examensdruck Ruhe? Wie hat sich die Examensprüfung in den letzten 20 Jahren gewandelt? Neben Antworten auf diese Fragen erhaltet Ihr von Jan die Top3-Examenstipps. Viel Spaß beim Anhören!