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Juristische Dissertation schreiben: Strategien für Zeitmanagement und Finanzierung

Erfahre, wie du deine Dissertation erfolgreich schreibst. Insider-Tipps zu Zeitmanagement, Finanzierung und Themenfindung aus dem Jura-Podcast.

12 Fragen beantwortet
12 Podcast-Episoden
11 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Juristische Dissertation schreiben: Der praktische Guide für Zeitmanagement und Finanzierung

Die juristische Dissertation ist eines der anspruchsvollsten Projekte im Studium oder in der frühen Karriere. Zeitmanagement, Finanzierung und die richtige Strategie entscheiden darüber, ob die Promotion zum Karriereturbo wird oder zur endlosen Belastung. Dieser Guide verbindet Erfahrungen aus der Praxis mit konkreten Handlungsempfehlungen.

Zeitmanagement: Die größte Herausforderung

Die meisten Dissertationen scheitern nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an fehlendem Zeitmanagement. In Episode 71 berichtet eine Referendarin über bewährte Lernroutinen und wie sie die Promotionszeit strukturiert hat.

Bewährte Strategien für das Zeitmanagement:

  • Feste Schreibzeiten: Tägliche Blöcke von 2–4 Stunden, idealerweise morgens
  • Meilensteine setzen: Die Arbeit in überschaubare Kapitel und Zwischenziele aufteilen
  • Schreibblockaden überwinden: Wie in Episode 206 thematisiert, sind Schreibblockaden normal – entscheidend ist der Umgang damit
  • Peer-Gruppen: Regelmäßiger Austausch mit anderen Doktoranden schafft Verbindlichkeit

Promotion nach dem Staatsexamen vs. währenddessen

Der Zeitpunkt der Promotion hat erhebliche Auswirkungen auf Zeitmanagement und Finanzierung. In Episode 285 wird der Weg einer Promotion nach dem zweiten Staatsexamen beschrieben – mit den Vorteilen größerer Praxiserfahrung und klarerem Forschungsfokus.

Andere wählen den berufsbegleitenden Weg und promovieren parallel zur Kanzleitätigkeit. In Episode 247 zeigt ein Anwalt, wie die berufsbegleitende Promotion im Bereich IP-Recht gelingen kann.

Finanzierungsmodelle

Die Finanzierung ist oft die größte praktische Hürde. Die wichtigsten Optionen:

  • Lehrstuhlstelle (WiMi): Regelmäßiges Einkommen, enge Betreuung, aber weniger Zeitautonomie
  • Kanzleifinanzierung: Viele Großkanzleien unterstützen Promotionen mit Teilzeitmodellen oder Freistellungen
  • Stipendien: Studienstiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, DAAD und fachspezifische Programme
  • Berufsbegleitend: Promotion neben der Kanzleitätigkeit, wie in Episode 304 beschrieben
  • Selbstfinanzierung: Nebentätigkeiten als Repetitor, wissenschaftlicher Autor oder Referent

Der Doktortitel als Karrierefaktor

Ob sich die Promotion lohnt, hängt vom angestrebten Karriereweg ab. In Großkanzleien ist der Dr. jur. fast Standard, im öffentlichen Dienst und in der Wissenschaft öffnet er wesentliche Türen. Wie Episode 170 zeigt, kann die Promotion auch den Weg in die Partnerschaft ebnen.

In der Schweiz gelten teilweise andere Regeln, wie Episode 67 verdeutlicht – hier ist die Promotionskultur stärker in das Studium integriert.

Fragen & Antworten

12 Antworten aus Podcast-Episoden

Ich reservierte fest Montag + Dienstag für die Kanzlei. Mittwoch bis Freitag behandelte ich die Diss wie einen Arbeitstag in der Bibliothek – Handy aus, acht Stunden schreiben. In Spitzenzeiten arbeitete ich mal drei Kanzleitage am Stück und gönnte mir danach Forschungswochen. So war ich nach zwei Jahren fertig.

IMR285: Promotion nach dem 2. Staatsexamen, Aktienrecht, Begleitung von IPOs, Secondment in New York

Aus Episode #285

IMR285: Promotion nach dem 2. Staatsexamen, Aktienrecht, Begleitung von IPOs, Secondment in New York

mit Dr. Timm Gaßner

Das sagen unsere Experten

„Lernroutinen sind das A und O. Ich habe mir feste Zeiten für die Dissertation eingeplant und diese wie einen Termin behandelt – das war der Schlüssel zum Durchhalten.“

„Schreibblockaden gehören dazu – man muss sie akzeptieren und Strategien entwickeln, sie zu überwinden. Manchmal hilft es, einfach einen anderen Abschnitt zu schreiben und später zurückzukommen.“

„Die Promotion nach dem zweiten Staatsexamen hat den Vorteil, dass man die Praxis kennt und ein Thema mit echtem Bezug zur Berufswelt wählen kann.“

„Die berufsbegleitende Promotion erfordert enorme Disziplin, aber sie hat einen großen Vorteil: Man verliert nie den Praxisbezug und kann Erkenntnisse direkt in die Mandatsarbeit einfließen lassen.“

„Auf dem Weg in die Partnerschaft war meine Promotion ein klarer Differenzierungsfaktor. Gerade im Insolvenz- und Restrukturierungsrecht signalisiert der Doktortitel tiefe fachliche Expertise.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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mit Dr. Timm Gaßner

In der 285. Episode von Irgendwas mit Recht ist Dr. Timm Gaßner aus dem Münchener Büro von Noerr zu Gast. Er berichtet über seinen Werdegang, anfangs geprägt vom Wunsch, Strafverteidiger zu werden, und der ihn schließlich in die Welt der Großkanzleien führte. Timm reflektiert über seine Studienzeit in Augsburg, die Herausforderungen seiner Promotion nach dem zweiten Staatsexamen und seine aktuelle Tätigkeit im Gesellschaftsrecht mit dem Schwerpunkt Aktienrecht. Er erklärt die komplexen Abläufe bei Initial Public Offerings (IPOs) und geht auf die regulatorischen Anforderungen ein, die Unternehmen heutzutage erfüllen müssen. Welche Herausforderungen ergeben sich bei Kapitalerhöhungen? Und wie kann ein Jurist die internationale Vernetzung seiner Kanzlei nutzen, um in einem dynamischen Umfeld erfolgreich zu sein? Wie kommt man auf diese Weise mit guten Leistungen nach New York? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Episode von IMR. Viel Spaß!

IMR170: Restrukturierungen, Insolvenzrecht, Weg in die Partnerschaft
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mit Dr. Christopher Kranz

Restrukturierungen, Insolvenzrecht, Weg in die Partnerschaft

IMR071: Juristische Promotion und Lernroutinen | Interview Referendarin
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mit Bianca Scraback

Im Interview mit Bianca Scraback. Wir sprechen über ihre Promotion an der Uni Bonn und beleuchten, wie ein Promotionsvorhaben aussieht. Welche Fragen solltet Ihr euch stellen, bevor Ihr loslegt? Wie findet man einen Betreuer und ein passendes Thema? Sollte man die Promotion besser nach em ersten oder zweiten Staatsexamen angehen? Neben Antworten auf diese Fragen erhaltet Ihr Tipps und Beispiele zu effizientem Arbeiten, der Herausforderung Homeoffice sowie der "Magie" von Visualisierungen und Routinen. Viel Spaß beim Reinhören und viel Erfolg bei Eurer nächsten Arbeit!

IMR349: Deutsch-Französisches Doppelstudium, Promotion als beste Zeit der Ausbildung, IP- und Patentrecht, Ref-Station in Speyer
#349

IMR349: Deutsch-Französisches Doppelstudium, Promotion als beste Zeit der Ausbildung, IP- und Patentrecht, Ref-Station in Speyer

mit Dr. Laura Woll

In der 349. Episode von IMR spricht Marc mit Dr. Laura Woll, Rechtsanwältin bei McDermott Will & Schulte, über ihren juristischen Werdegang und ihre heutige Tätigkeit im IP- und Patentrecht. Ausgangspunkt ist ihr Doppelstudium im deutschen und französischen Recht im Saarland, das ihr früh eine internationale Perspektive eröffnete. Thema sind zudem Unterschiede der juristischen Ausbildung in Frankreich und Deutschland sowie ihre Stationen im Referendariat, unter anderem in Speyer. Laura schildert ihre bewusste Entscheidung für eine Promotion nach dem zweiten Examen und gibt Einblicke in effizientes Arbeiten und Schreiben. Inhaltlich geht es ausführlich um ihre Praxis als IP-Litigatorin mit Schwerpunkt Patentrecht, insbesondere um Verfahren vor dem Einheitlichen Patentgericht. Anhand konkreter Beispiele werden Nichtigkeits- und Verletzungsverfahren erläutert. Ein weiterer Fokus liegt auf standardessentiellen Patenten und den kartellrechtlichen Herausforderungen rund um FRAND-Lizenzen. Welche Rolle spielt das Einheitliche Patentgericht für junge Juristinnen und Juristen? Wie arbeitet man sich in hochkomplexe technische und rechtliche Fragen ein? Und welche Fähigkeiten sind für den Einstieg ins Patentrecht besonders wichtig? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!