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Promotion berufsbegleitend: Dein Weg zum Doktortitel neben dem Job

Strategien für die Promotion neben dem Job: Zeitmanagement, Gehalt und Insider-Tipps von Top-Juristen.

12 Fragen beantwortet
18 Podcast-Episoden
19 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Promotion berufsbegleitend: Doktortitel neben dem Kanzleijob

Immer mehr Juristinnen und Juristen entscheiden sich für die berufsbegleitende Promotion – also die Erarbeitung der Dissertation parallel zur Tätigkeit in einer Kanzlei, einem Unternehmen oder einer Behörde. Dieser Weg vereint Praxisbezug mit akademischer Tiefe, erfordert aber außergewöhnliche Disziplin und Organisation.

Vorteile der berufsbegleitenden Promotion

Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Kein Karriereknick und kein Einkommensverlust. Während Vollzeit-Promovierende oft von TV-L-Stellen oder Stipendien leben, verdienen berufsbegleitend Promovierende ein volles Gehalt.

  • Praxisbezug: Forschungsthemen können direkt aus der Mandatsarbeit abgeleitet werden
  • Netzwerk: Man bleibt im professionellen Umfeld und verliert keine Kontakte
  • Finanzielle Sicherheit: Kein finanzielles Risiko durch Stipendienabhängigkeit
  • Karrierekontinuität: Keine Lücke im Lebenslauf

In Episode 306 berichtet eine Anwältin, wie sie die Promotion neben dem Job und Business Development unter einen Hut bringt.

Herausforderungen und Lösungen

Die Doppelbelastung ist die größte Hürde. Nach einem langen Arbeitstag in der Kanzlei noch an der Dissertation zu schreiben, erfordert erhebliche Willensstärke.

Zeitmanagement-Strategien:

  • Feste Schreibblöcke: Wochenenden oder frühe Morgenstunden reservieren
  • Kanzleiunterstützung: Viele Großkanzleien bieten Freistellungstage oder reduzierte Arbeitszeiten
  • Realistische Zeitplanung: Eine berufsbegleitende Promotion dauert typischerweise 3–5 Jahre
  • Betreuungsvereinbarung: Klare Absprachen mit dem Doktorvater über Verfügbarkeit und Meilensteine

In Episode 304 wird deutlich, wie wichtig eine unterstützende Kanzleikultur für den Erfolg der berufsbegleitenden Promotion ist.

Themenfindung mit Praxisbezug

Ein entscheidender Vorteil der berufsbegleitenden Promotion ist die Möglichkeit, Forschung und Praxis direkt zu verknüpfen. In Episode 247 zeigt ein Anwalt, wie er sein Promotionsthema im Bereich Commercial und IP-Recht direkt aus seiner Mandatspraxis entwickelt hat.

Auch das Kartellrecht bietet spannende Möglichkeiten: Episode 321 beschreibt, wie internationale Erfahrungen und Praxisbezug die Promotion bereichern.

Promotion nach dem zweiten Staatsexamen

Eine besondere Variante ist die Promotion nach Abschluss beider Staatsexamina. In Episode 285 wird dieser Weg beschrieben – mit dem Vorteil, dass man die gesamte juristische Ausbildung abgeschlossen hat und das Promotionsthema gezielt aus der Berufspraxis wählen kann.

Der Weg ist anspruchsvoll, aber machbar. Episode 291 beweist eindrucksvoll: Auch mit einem ungewöhnlichen Werdegang ist der Doktortitel erreichbar – wenn die Motivation stimmt.

Fragen & Antworten

12 Antworten aus Podcast-Episoden

Ich startete parallel in der Großkanzlei, heiratete, wir planten Familie – die Dissertation lief neben 60-Stunden-Wochen schlicht leer. Nach einem Jahr und 40 % Manuskript musste ich anerkennen: Qualität braucht Zeit, die ich damals nicht hatte. Vielleicht greife ich das Projekt später wieder auf.

IMR342: Come in & find out: Douglas an die Börse bringen, Glocke der Frankfurter Börse läuten, von der Kanzlei in die Rechtsabteilung wechseln, Secondments, LL.M. in London

Aus Episode #342

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mit Christian Wensing

Das sagen unsere Experten

„Die Promotion neben dem Job ist absolut machbar – wenn die Kanzlei mitmacht und man selbst bereit ist, Wochenenden und frühe Morgenstunden zu investieren. Der Praxisbezug macht die Arbeit relevanter.“

„Die berufsbegleitende Promotion im Wirtschaftsstrafrecht hat meine Mandatsarbeit bereichert. Man entwickelt eine tiefere analytische Schärfe, die Mandanten sofort spüren.“

„Surfparks als Anwalt mitgestalten und gleichzeitig promovieren – das klingt verrückt, funktioniert aber, wenn das Thema aus der eigenen Praxis kommt. Die Motivation ist dann intrinsisch.“

„Nach dem zweiten Staatsexamen zu promovieren hat den Vorteil, dass man die juristische Ausbildung komplett abgeschlossen hat. Man wählt das Thema bewusster und arbeitet effizienter.“

„Vom Nullpunkte Mathe-Abi zum Dr. jur. – mein Werdegang zeigt, dass es auf die Motivation ankommt, nicht auf den perfekten Startpunkt. Die berufsbegleitende Promotion erfordert Durchhaltevermögen, aber sie ist es wert.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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Marc spricht mit Dr. Inka Knappertsbusch von CMS Hasche Sigle in Köln darüber, wie sie bereits als Schülerin den Entschluss fasste, Juristin zu werden, warum sie nach Stationen in Konstanz und Bonn sowie einem Referendariat im OLG-Bezirk Düsseldorf zielstrebig den Weg ins Arbeitsrecht einschlug und welche Parallelen sie dabei zum Auftreten einer Staatsanwältin sieht. Die Folge beleuchtet, wie Inka neben dem Kanzleialltag in nur anderthalb Jahren zum Datenschutz promovierte, welche Rolle ein London-Secondment dabei spielte und weshalb sie früh auf das Thema KI im Arbeitsverhältnis setzte. Konkrete Einblicke liefert ihr Praxisbeispiel zum Microsoft Copilot, in dem sie erklärt, welche Mitbestimmungsrechte der Betriebsrat hat, wie eine Betriebsvereinbarung aufgebaut sein muss und warum ohne klare Regelung zu Leistungs- und Verhaltenskontrolle schnell eine Einigungsstelle droht. Daneben geht es um die Herausforderungen bei Speicherdauern von Bewerbungsdaten, Grenzen von Einwilligungen, die Pflicht zur KI-Kompetenzschulung nach AI-Act und ihr Business-Development-Konzept, das ihr über 70 Vorträge und zahlreiche Publikationen pro Jahr beschert. Wie schafft man es, Chancen wie implantierte NFC-Mikrochips für die eigene Expertise zu nutzen? Welche Fähigkeiten sucht ein arbeitsrechtliches Team bei wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Referendarinnen wirklich? Und weshalb kann ein mutiger Schritt in ein Nischenthema zum Karrierebeschleuniger werden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!