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Remote-Arbeit für Juristen: Chancen und Herausforderungen

Erfahre, wie Remote-Arbeit für Juristen funktioniert. Insider-Tipps zu Gehalt, Modellen und Karrierechancen aus über 300 Podcast-Interviews.

13 Podcast-Episoden
14 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Remote-Arbeit für Juristen: So funktioniert das neue Arbeiten

Die juristische Arbeitswelt hat sich grundlegend verändert. Was vor wenigen Jahren noch undenkbar schien, ist heute Realität: Remote-Arbeit ist auch für Juristinnen und Juristen zu einem festen Bestandteil des Berufsalltags geworden. Ob Homeoffice, hybride Modelle oder vollständig ortsunabhängiges Arbeiten – die Möglichkeiten sind vielfältig, und die Branche passt sich an.

Welche Arbeitsmodelle sich durchgesetzt haben

Die meisten juristischen Arbeitgeber setzen mittlerweile auf hybride Modelle, bei denen zwei bis drei Präsenztage pro Woche die Regel sind. Einige gehen aber deutlich weiter: In Episode 340 wird ein Arbeitgeber vorgestellt, der seinen Juristen auf Wunsch 100 Prozent Remote Work ermöglicht – ein Modell, das besonders für Juristen mit Familie oder in ländlichen Regionen attraktiv ist. Der Schlüssel liegt in der richtigen digitalen Infrastruktur und einer vertrauensbasierten Führungskultur.

Remote-Arbeit in Wirtschaftskanzleien

Große Wirtschaftskanzleien haben ihre Arbeitsmodelle ebenfalls angepasst, wenngleich die vollständige Remote-Arbeit hier seltener ist. Episode 99 mit Robert Michels zeigt, wie eine international agierende Kanzlei den Spagat zwischen Präsenzkultur und flexiblen Arbeitsmodellen meistert. Der Aufbau als Trusted Advisor für Mandanten erfordert persönliche Beziehungen – doch die digitale Kommunikation hat gezeigt, dass vieles auch remote funktioniert. In Episode 333 wird beleuchtet, wie der Teamaufbau in einer Wirtschaftskanzlei auch mit verteilten Teams gelingen kann.

Ohne Legal-Tech-Tools wäre die juristische Remote-Arbeit kaum denkbar. Kollaborative Dokumentenbearbeitung, digitale Aktenführung und KI-gestützte Recherche ermöglichen ortsunabhängiges Arbeiten auf höchstem Niveau. Episode 164 mit Marco Klock beleuchtet den Legal-Tech-Markt und zeigt, welche Tools sich durchgesetzt haben. Auch Valerie Keilhau betont in Episode 188, wie die Digitalisierung der Justiz neue Möglichkeiten für flexibles Arbeiten schafft.

Remote Work im öffentlichen Dienst und in der Justiz

Selbst traditionellere Bereiche wie die Justiz und der öffentliche Dienst öffnen sich zunehmend für flexible Arbeitsmodelle. Episode 153 mit Richter Dirk Gilberg bietet Einblicke in die richterliche Arbeit, die sich durch die elektronische Akte und digitale Verhandlungsformate verändert hat. Natürlich bleiben Gerichtsverhandlungen primär präsenzbasiert, doch die vorbereitende Arbeit und die Bescheiderstellung können zunehmend ortsunabhängig erfolgen.

Herausforderungen der Remote-Arbeit

Remote-Arbeit bringt für Juristen spezifische Herausforderungen mit sich. Vertraulichkeit sensibler Mandantendaten muss auch im Homeoffice gewährleistet sein. Die Einarbeitung junger Associates, die vom informellen Lernen im Büro profitieren, wird schwieriger. Und die Gefahr der sozialen Isolation ist real – gerade in einem Beruf, der von Austausch und Teamarbeit lebt. Wie Episode 190 mit Christine Herzog zeigt, müssen HR-Abteilungen diese Herausforderungen aktiv adressieren.

Gründerszene und Remote-First

Besonders in der juristischen Gründerszene ist Remote-Arbeit selbstverständlich. Christian Leupold-Wendling schildert in Episode 73, wie Legal-Tech-Startups von Anfang an auf verteilte Teams setzen. Diese Unternehmen zeigen, dass juristische Innovation und ortsunabhängiges Arbeiten bestens zusammenpassen – und schaffen damit Vorbilder für die gesamte Branche.

Das sagen unsere Experten

Diversity und flexible Arbeitsmodelle gehören zusammen. Wenn du als Kanzlei die besten Köpfe gewinnen willst, musst du ihnen die Freiheit geben, so zu arbeiten, wie es zu ihrem Leben passt. Das ist kein Benefit mehr – das ist eine Grundvoraussetzung.

Bei uns können Juristen auf Wunsch 100 Prozent remote arbeiten. Das funktioniert, weil wir in Legal Tech investiert haben und eine Kultur des Vertrauens pflegen. Die Ergebnisse sprechen für sich – die Zufriedenheit und die Produktivität sind gestiegen.

Der Legal-Tech-Markt konsolidiert sich, und die Tools werden immer besser. Für Juristen bedeutet das: Die technische Grundlage für ortsunabhängiges Arbeiten ist längst da. Jetzt kommt es darauf an, dass die Kanzleien und Rechtsabteilungen diese Möglichkeiten auch wirklich nutzen.

Die Kanzleikultur hat sich durch die Möglichkeit des mobilen Arbeitens fundamental verändert. Secondments in Amsterdam oder anderen Standorten zeigen, dass internationale Zusammenarbeit auch mit flexiblen Arbeitsmodellen hervorragend funktioniert.

Als Gründer eines Legal-Tech-Startups war Remote-Arbeit für uns von Anfang an selbstverständlich. Wir haben gesehen, dass verteilte Teams nicht weniger produktiv sind – im Gegenteil. Die Flexibilität zieht Talente an, die in einer klassischen Kanzlei nicht glücklich wären.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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