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Karrierechancen für Juristen in Ministerien entdecken

Praxis-Einblicke in die Ministeriumskarriere für Juristen

12 Fragen beantwortet
9 Podcast-Episoden
10 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Karriere im Ministerium: Juristen als Gestalter der Politik

Ministerien sind Machtzentren der Gesetzgebung – und Juristen spielen dort eine Schlüsselrolle. Ob Bundesministerium, Landesministerium oder nachgeordnete Behörde: Wer als Jurist in einem Ministerium arbeitet, schreibt an den Regeln mit, nach denen das Land funktioniert. Von der Referententätigkeit über die Abteilungsleitung bis hin zum Staatssekretär – die Karrierewege sind vielfältig und bieten eine einzigartige Mischung aus Recht, Politik und Verwaltung.

Was Juristen im Ministerium tun

Die Kerntätigkeit von Juristen in Ministerien ist die Erarbeitung und Prüfung von Gesetzentwürfen, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften. Als Referent bist du dafür zuständig, politische Vorgaben in rechtlich saubere Texte zu übersetzen, Stellungnahmen zu verfassen und Anhörungsverfahren zu koordinieren. Dazu kommen Aufgaben wie die Beantwortung parlamentarischer Anfragen, die Vertretung des Ministeriums in Bund-Länder-Arbeitsgruppen und die fachliche Beratung der Hausspitze. Melanie Zachmann gibt in Episode 150 einen tiefen Einblick in die Personalabteilung eines Wirtschaftsministeriums, wo Beamtenrecht und Disziplinarrecht den Arbeitsalltag prägen.

Der Weg ins Ministerium

Der klassische Einstieg erfolgt über eine Referendariatsstation im Ministerium oder eine direkte Bewerbung nach dem Zweiten Staatsexamen. Viele Ministerien schreiben Stellen gezielt für Volljuristen aus, wobei ein Prädikatsexamen die Chancen deutlich erhöht. Besonders bei Bundesministerien ist die Konkurrenz groß, während Landesministerien häufig auch mit Noten im oberen „befriedigend“-Bereich zugänglich sind. Tanja Eichner beschreibt in Episode 156 ihren Karriereweg bis zur Justizstaatssekretärin – ein Beispiel dafür, welche Höhen im Ministerium erreichbar sind.

Finanzministerium: Zahlen, Steuern, Gestaltung

Das Finanzministerium ist für Juristen ein besonders spannendes Arbeitsumfeld. Hier treffen Steuerrecht, Haushaltsrecht und Finanzpolitik aufeinander. Lara Sieber berichtet in Episode 227 von ihrer Tätigkeit als Führungskraft und erläutert die überraschende Vielfalt der Finanzverwaltung – von der klassischen Steuerverwaltung bis hin zum Nachhaltigkeitsmanagement. Auch Susanne Friedrich in Episode 327 zeigt, wie Juristen in der Finanzverwaltung Digitalisierungsprojekte vorantreiben und CumEx-Verfahren begleiten.

Bundesbehörden und Sondertätigkeiten

Neben den Ministerien selbst bieten nachgeordnete Bundesbehörden attraktive Karrieremöglichkeiten. Veronika Keller-Engels schildert in Episode 248 ihren geschlängelten Karriereweg zur Präsidentin des Bundesamts für Justiz – über Stationen als Oberstaatsanwältin beim BGH und in europäischen Institutionen. Auch Martina Hannak beschreibt in Episode 32 ihre Arbeit bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien – ein Bereich, in dem Verwaltungsrecht auf Medienrecht trifft.

Karriereperspektiven und Aufstieg

Die Karriereleiter im Ministerium führt vom Referenten (A 13–A 15) über den Referatsleiter (A 15–A 16) bis zum Abteilungsleiter (B-Besoldung) und darüber hinaus. Wer politisches Gespür mitbringt, kann bis zum Staatssekretär aufsteigen. Entscheidend sind neben der fachlichen Qualifikation vor allem Netzwerkfähigkeit, Kommunikationsstärke und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Querversetzungen zwischen Ressorts sind möglich und werden sogar gefördert, was den Horizont erweitert und die Aufstiegschancen verbessert.

Polizei und Sicherheitsbehörden

Auch Sicherheitsbehörden bieten Juristen spannende Karrierechancen im öffentlichen Dienst. Friederike Evers erläutert in Episode 66, wie sie als Polizeioberrätin juristische Kompetenz in den Polizeidienst einbringt – ein ungewöhnlicher, aber hochrelevanter Karriereweg für Juristen mit Interesse an Sicherheitsrecht und öffentlicher Ordnung.

Fragen & Antworten

12 Antworten aus Podcast-Episoden

Verwaltung bedeutet ständiger Wandel. Ich leite ab Montag bereits ein neues Team zu Energie- und Wirtschaftshilfen, zuvor schrieb ich an der Corona-Verordnung mit. Interne Wechsel und Sonderaufträge ermöglichen thematische Vielfalt, Führungsverantwortung und sogar Beteiligung an Bundesgesetzen – ohne Arbeitgeberwechsel.

IMR150: Personalabteilung Wirtschaftsministerium, Beamtenrecht, Disziplinarrecht

Aus Episode #150

IMR150: Personalabteilung Wirtschaftsministerium, Beamtenrecht, Disziplinarrecht

mit Melanie Zachmann

Das sagen unsere Experten

„Im Wirtschaftsministerium arbeite ich an der Schnittstelle von Beamtenrecht und Personalmanagement. Was mich täglich motiviert, ist die direkte Wirkung meiner Arbeit auf die Strukturen des öffentlichen Dienstes.“

„Der Weg zur Justizstaatssekretärin war nicht geradlinig – aber genau das macht eine Ministeriumskarriere aus. Man bekommt die Chance, in verschiedenen Bereichen zu arbeiten und wächst mit jeder Station.“

„Die Finanzverwaltung ist viel bunter, als die meisten denken. Neben klassischem Steuerrecht arbeiten wir an Nachhaltigkeitsmanagement und Digitalisierung – das ist moderner öffentlicher Dienst.“

„Mein Karriereweg führte von der Oberstaatsanwaltschaft beim BGH über europäische Institutionen bis zur Präsidentschaft des Bundesamts für Justiz. Der öffentliche Dienst ermöglicht solche geschlängelten Wege – wenn man offen ist für Neues.“

„Als Juristin im Polizeidienst bringe ich eine Perspektive ein, die im operativen Geschäft oft fehlt. Die Verbindung von Recht und Sicherheit ist ein Arbeitsfeld, das viel mehr Juristen auf dem Schirm haben sollten.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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