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Schwerpunktbereichswahl: Tipps für dein Jurastudium

Finde den passenden Schwerpunktbereich im Jurastudium. Experten-Insights von Prof. Dauner-Lieb & Co. zur Wahl, Vorbereitung und Karriere. Jetzt lesen!

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7 Podcast-Episoden
5 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert Januar 2026

Inhaltsüberblick

Der Schwerpunktbereich: Herzstück der juristischen Spezialisierung

Die Wahl des passenden Schwerpunktbereichs ist eine der prägendsten Entscheidungen in Deinem Jurastudium. Während das Grundstudium oft von Pflichtstoff und dem bloßen „Über-Wasser-Halten“ geprägt ist, bietet der Schwerpunktbereich (SPB) erstmals die Chance, tief in Materien einzutauchen, die Dich wirklich begeistern. Wie Carina Wirtz in Episode 279 treffend beschreibt, entsteht die wahre Leidenschaft für die Rechtswissenschaft oft erst in dieser Phase des Studiums. Viele Studierende empfinden den Weg bis zum Schwerpunkt als notwendiges Übel, doch hier entscheidest Du, in welche Richtung Deine berufliche Reise gehen soll.

Doch wie triffst Du diese Wahl? In unserem Podcast „Irgendwas mit Recht“ haben wir dieses Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Professorin Dr. Barbara Dauner-Lieb betont in Episode 80, dass Du primär Deiner Neigung folgen solltest. Es geht nicht nur darum, welche Note am Ende steht, sondern darum, welche Themen Dich so sehr fesseln, dass Du auch die intensive wissenschaftliche Arbeit gerne leistest. Dabei spielen nicht nur die Rechtsgebiete selbst eine Rolle, sondern auch die Persönlichkeiten, die diese lehren. Marc Ohrendorf erinnert sich in Episode 277 an seinen eigenen Schwerpunkt, der maßgeblich durch renommierte Persönlichkeiten geprägt war, die den Stoff lebendig machten.

Wichtige Erkenntnisse für Deine Entscheidung

Aus unseren zahlreichen Gesprächen mit Experten lassen sich fünf Kernpunkte für die Wahl Deines Schwerpunktbereichs ableiten:

  • Neigung vor Notenstatistik: Begeisterung trägt Dich durch die Hausarbeit und die mündliche Prüfung. Wer nur nach der vermeintlich „einfachsten“ Benotung schielt, verliert oft die Motivation für die notwendige wissenschaftliche Tiefe (Barbara Dauner-Lieb, Episode 80).
  • Wissenschaftliches Know-how: Der Schwerpunktbereich erfordert eine andere Herangehensweise als die klassischen Gutachten-Klausuren. Wissenschaftliches Arbeiten ist hier essenziell (Episode 277).
  • Interdisziplinarität prüfen: Manche Schwerpunkte verlangen Kenntnisse in Statistik, BWL oder fachspezifischem Englisch. Prüfe vorab, ob diese Anforderungen zu Deinem Profil passen (Episode 80).
  • Individuelle Lernroutinen: Wie Max Lieb in Episode 68 erläutert, muss jeder seinen eigenen Weg in der Examensvorbereitung finden. Das gilt auch für den SPB – manche ziehen ihn vor das staatliche Examen, andere legen ihn danach ab.
  • Karriere-Türöffner: Die Wahl beeinflusst zwar nicht immer direkt die Gehaltshöhe, öffnet aber die Türen zu spezialisierten Arbeitgebern wie Großkanzleien oder Boutiquen, was indirekt massive Auswirkungen auf Deinen Karriereweg hat.

Die Relevanz dieses Themas wird auch durch die aktuellen Diskussionen in der Hochschulpolitik unterstrichen. In Episode 55 spricht Marc Castendiek über die Arbeit der Bundesfachschaft Jura und die Debatten rund um eine mögliche Entwertung des Schwerpunktbereichs durch Reformen. Dennoch bleibt der SPB das Aushängeschild Deines individuellen Profils. Ob Du Dich für Grundlagenfächer entscheidest, wie in Episode 205 diskutiert, oder einen wirtschaftsrechtlichen Fokus wählst – Deine Entscheidung legt den Grundstein für Deine spätere Spezialisierung in der Anwaltschaft oder Justiz.

Fragen & Antworten

1 Antworten aus Podcast-Episoden

Folge deiner Neigung! Schau dir angebotene Themen an, sprich mit älteren Studierenden, prüfe, welche Persönlichkeiten dich inspirieren und ob interdisziplinäre Anforderungen – Statistik, BWL, Englisch – zu dir passen. Die Note darf nicht ausschlaggebend sein; Begeisterung trägt dich durch die intensive Arbeit.

IMR080: Der juristische Schwerpunktbereich | Examens-Spezial-3

Aus Episode #80

IMR080: Der juristische Schwerpunktbereich | Examens-Spezial-3

mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb

Das sagen unsere Experten

Die Wahl des Schwerpunktbereichs sollte wohlüberlegt sein. Unsere Gäste aus Wissenschaft und Praxis geben wertvolle Orientierungshilfen, die über die bloße Lektüre von Prüfungsordnungen hinausgehen.

Folge deiner Neigung! Schau dir angebotene Themen an, sprich mit älteren Studierenden, prüfe, welche Persönlichkeiten dich inspirieren und ob interdisziplinäre Anforderungen – Statistik, BWL, Englisch – zu dir passen. Die Note darf nicht ausschlaggebend sein; Begeisterung trägt dich durch die intensive Arbeit.

Diese Analyse von Prof. Dauner-Lieb verdeutlicht, dass die „weicheren“ Faktoren oft die entscheidenden für den Erfolg sind. Wer sich für ein Thema begeistert, investiert automatisch mehr Zeit und Energie, was sich letztlich auch in einer besseren Note widerspiegelt. Die rein strategische Wahl nach Notenstatistiken der Vorjahre ist riskant, da sich Prüfer und Anforderungen schnell ändern können.

Meine richtige Leidenschaft für das Jura-Studium ist eigentlich erst im Schwerpunktbereich entstanden.

Carina Wirtz, heute Rechtsanwältin im Arbeitsrecht bei Bird & Bird, zeigt auf, dass der Schwerpunktbereich eine transformative Wirkung haben kann. Er ist der Moment, in dem aus abstraktem Paragrafenwissen eine berufliche Identität wird. Wenn Du merkst, dass Dich ein Bereich wie das Arbeitsrecht oder das Gesellschaftsrecht packt, ist das ein sicheres Zeichen für die richtige Wahl.

Dass der Schwerpunktbereich ohne wissenschaftliches Know-how nicht dahingehend [erfolgreich ist].

Marc Ohrendorf weist auf eine oft unterschätzte Hürde hin: die wissenschaftliche Tiefe. Im Gegensatz zu den Klausuren im Grundstudium, die oft auf das Lösen von Fällen nach Schema F abzielen, verlangt der SPB – insbesondere in der Hausarbeit – eine eigenständige wissenschaftliche Auseinandersetzung. Du solltest also prüfen, ob Dir das Recherchieren und Verfassen längerer Texte liegt.

Jeder muss seinen individuellen Weg in der Examensvorbereitung finden und welche strategischen Überlegungen Sinn machen können.

Max Lieb betont die Individualität. Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“ beim Zeitpunkt des Schwerpunkts. Manche Universitäten bieten das Modell „erst Staatsteil, dann Schwerpunkt“ an, andere mischen beides. Wichtig ist, dass Dein Zeitmanagement zu Deiner persönlichen Belastbarkeit passt, wie auch Barbara Dauner-Lieb in Episode 75 im Rahmen der Examensplanung erläutert.

Zusammenfassende Handlungsempfehlung

Nutze die Vorlesungszeit, um in verschiedene Schwerpunktbereiche hineinzuschnuppern. Besuche Einführungsveranstaltungen unterschiedlicher Lehrstühle und achte darauf, ob Dich die Materie auch über die Pflichtfächer hinaus interessiert. Ein guter Schwerpunktbereich ist die Brücke zwischen Theorie und Deiner späteren Karriere in der Großkanzlei, Justiz oder einem Unternehmen.

Vertiefung: Schwerpunktbereichswahl im Detail

Der Schwerpunktbereich ist weit mehr als nur eine prozentuale Ergänzung Deiner Gesamtnote im ersten Staatsexamen. Er ist eine strategische Weichenstellung. In der Branche wird oft von einer „bimodalen Verteilung“ der Gehälter gesprochen, und die Wahl Deines SPB kann bestimmen, auf welcher Seite dieser Verteilung Du landest. Während im öffentlichen Dienst (Richter/Staatsanwalt) primär die Gesamtnote zählt, legen spezialisierte Arbeitgeber großen Wert auf Deine gewählten Schwerpunkte.

Karrierepfade und wirtschaftliche Implikationen

Wer eine Karriere in einer Großkanzlei anstrebt, fährt mit wirtschaftsrechtlichen Schwerpunkten wie Gesellschaftsrecht, Steuerrecht oder Bank- und Kapitalmarktrecht besonders gut. Hier liegen die Einstiegsgehälter im Jahr 2024/2025 oft zwischen 140.000 € und 180.000 €. Spezialisierte Boutiquen, etwa im Kartellrecht oder IP, zahlen oft auf ähnlichem Niveau, setzen aber fundierte Vorkenntnisse aus dem Studium voraus. Hier dient der Schwerpunktbereichswahl als direkter Beleg für Dein Interesse und Deine Expertise in diesem Feld.

Der wissenschaftliche Anspruch im Fokus

Wie in Episode 205 diskutiert, entscheiden sich einige Studierende bewusst für Grundlagenfächer im Schwerpunkt (z.B. Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie). Dies mag auf den ersten Blick weniger „marktorientiert“ wirken, schult aber das juristische Denken und die Argumentationsfähigkeit auf einem Niveau, das in anspruchsvollen juristischen Berufen hochgeschätzt wird. Marc Ohrendorf betont in Episode 277, dass gerade die Arbeit mit renommierten Persönlichkeiten an der Universität den Horizont erweitert und das Verständnis für das Recht als System vertieft.

Timing und Prüfungsstrategie

Ein kritischer Aspekt, der auch in Episode 75 mit Barbara Dauner-Lieb besprochen wurde, ist das Timing. Sollte man den Schwerpunkt vor dem Freischuss absolvieren oder sich erst voll auf den staatlichen Teil konzentrieren? Ein vorgezogener Schwerpunkt kann den Druck aus der späteren Examensphase nehmen und bietet die Möglichkeit, bereits eine „Sicherheitsnote“ in der Tasche zu haben. Wer jedoch den Fokus erst auf das Staatsexamen legt, kann das im Schwerpunkt erworbene Wissen oft besser mit den Pflichtfächern verknüpfen, insbesondere in Bereichen wie dem Zivilprozessrecht oder dem Arbeitsrecht (Episode 37).

Letztlich ist der Schwerpunktbereich die erste echte Gelegenheit im Jurastudium, ein eigenes Profil zu schärfen. Nutze diese Phase, um herauszufinden, ob Du später als Spezialist in einer Boutique, als Generalist in der Justiz oder als strategischer Berater in einem Unternehmen tätig sein möchtest.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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In IMR-Episode 279 spricht Marc mit Carina Wirtz, Rechtsanwältin im Arbeitsrecht bei Bird & Bird in Düsseldorf. Carina berichtet von ihrem Weg in die Rechtswissenschaft, der von ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihrer Leidenschaft für Politik und Wirtschaft geprägt war. Während ihres Studiums in Frankfurt entdeckte sie ihre Begeisterung für das Arbeitsrecht, arbeitete an einem Lehrstuhl und sammelte wertvolle Erfahrungen durch Tutorien und das Korrigieren von Klausuren. Nach dem Examen entschied sie sich bewusst gegen eine Promotion und für das Referendariat. Besonders spannend war für Carina ihre Wahlstation beim Generalkonsulat in Houston, Texas, wo sie die internationalen Verbindungen Deutschlands hautnah miterleben konnte. Heute arbeitet sie bei Bird & Bird und berät Mandanten in arbeitsrechtlichen Fragen, von einfachen Nachfragen bis zu komplexen Fällen wie Restrukturierungen und der Zusammenarbeit mit Behörden. Zudem ist sie Teil des Social Responsibility Teams der Kanzlei, wo sie mit Projekten wie einer Wunschbaumaktion bedürftigen Kindern und Senioren Weihnachtswünsche erfüllt. Falls Ihr euch für das Arbeitsrecht mit internationalen Bezügen interessiert, hört (erst recht) rein. Viel Spaß mit dieser Episode Eures Jurapodcasts zu allen Karrierethemen!

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In Teil 3 des Examen-Spezials erfahrt Ihr alles, was Ihr in Vorbereitung auf Euren Schwerpunktbereich inklusive der Schwerpunkbereichshausarbeit und der mündlichen Schwerpunktprüfung wissen müsst. Wir sprechen über die Frage, wie Ihr den passenden Schwerpunktbereich findet. Anschließend widmen wir uns der Hausarbeit: Wie zeigt man, dass man wissenschaftliches Arbeiten beherrscht? Was macht ein gutes Literaturverzeichnis aus? Wo sollte man mit der Recherche starten? Anschließend erhaltet Ihr Tipps, wie man ein obergerichtliches Urteil ansprechend und in gebotener Kürze darstellt. Wir sprechen über abschließend über gute Fußnoten und den Sinn von Powerpoint-Präsentationen während der mündlichen Schwerpunktbereichspräsentation. Viel Erfolg für Eure Klausuren und Hausarbeiten!

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In Folge 2 des IMR-Spezials für Eure Examensvorbereitung erfahrt Ihr, wann Ihr mit Eurer Examensplanung beginnen solltet und wann der richtige Zeitpunkt für den Schwerpunktbereich ist. Wir sprechen anschließend über die Frage, warum eine gute Zeitplanung in der Examensvorbereitung hilft, die Nerven zu bewahren: Kann zu viel Vorbereitung schaden? Wie lerne ich das Richtige? Warum kommt es auf Systemverständnis und Handwerkszeug an, nicht jedoch auf das Auswendiglernen von Meinungsstreitigkeiten? Schließlich erhaltet Ihr Buchtipps und Kriterien, nach denen Ihr das für Euch geeignete Repetitorium aussuchen solltet. Viel Erfolg für Eure anstehenden Klausuren!