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Zeitplan für die Examensvorbereitung: So planst du dein Staatsexamen

Erfahre, wie du einen realistischen Zeitplan für dein Staatsexamen erstellst. Experten-Tipps von IMR für deine erfolgreiche Examensvorbereitung. Jetzt lesen!

30 Fragen beantwortet
26 Podcast-Episoden
13 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert Januar 2026

Inhaltsüberblick

Du stehst vor der größten Herausforderung deines bisherigen juristischen Werdegangs: dem Staatsexamen. Der Stoffberg scheint unbezwingbar, die Erwartungen sind hoch und die Zeit rennt. Ein strukturierter Zeitplan für die Examensvorbereitung ist hier kein bloßer Luxus, sondern deine Überlebensstrategie. Bei "Irgendwas mit Recht" haben wir über 300 Episoden lang mit den klügsten Köpfen der Rechtswelt gesprochen, um herauszufinden, wie man diese Phase nicht nur überlebt, sondern meistert.

Warum die Planung dein wichtigstes Werkzeug ist

Die Examensvorbereitung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer ohne Karte losläuft, verliert sich schnell im Dickicht aus BGB AT, StPO-Zusatzfragen und Verwaltungsrecht. Wie Marc Ohrendorf in Episode 64 betont, bleibt die effiziente Examensvorbereitung ein absoluter Schwerpunkt unseres Podcasts, weil sie das Fundament für deine gesamte spätere Karriere legt. Nur wer die Hürde des Staatsexamens souverän nimmt, kann später entspannt über Gehaltsverhandlungen in Großkanzleien oder den Einstieg in den Staatsdienst entscheiden.

Die vier Säulen deines Zeitplans

Basierend auf den Gesprächen mit unseren Expertinnen und Experten lassen sich vier zentrale Erkenntnisse für deinen Zeitplan zusammenfassen:

  • Frühstart statt Kaltstart: Prof. Dr. Barbara Dauner-Lieb erklärt in Episode 75 ▶ 4:43, dass die Vorbereitung eigentlich schon im ersten Semester beginnt. Wer die Zwischenprüfung ernst nimmt, spart sich später Monate an mühsamem Neuerwerb von Basiswissen.
  • Realismus vor Perfektionismus: Ein Plan, der 12 Stunden Lernen pro Tag vorsieht, ist zum Scheitern verurteilt. In Episode 341 ▶ 14:51 rät Dauner-Lieb zu maximal sieben bis acht Arbeitsstunden an sechs Tagen pro Woche. Dein Gehirn braucht Regenerationsphasen, um Wissen langfristig zu speichern.
  • Disziplin durch Struktur: Sina Lotfipour berichtet in Episode 331 ▶ 6:10 von den Gefahren des Homeoffice. Ohne einen festen Ort und klare Routinen rutschen produktive Stunden schnell weg. Dein Zeitplan muss daher auch Lernorte und feste Pausen definieren.
  • Der Blick über den Tellerrand: Dr. Constantin Rehaag zeigt in Episode 323 ▶ 11:30, dass ein Nebenjob oder ein ergänzendes Studium (wie Politikwissenschaft) kein Hindernis sein muss. Im Gegenteil: Der Perspektivwechsel kann den Kopf frisch halten und dich daran erinnern, warum du diesen Weg überhaupt gewählt hast.

Die psychologische Komponente der Zeitplanung

Ein Zeitplan dient nicht nur der Stoffvermittlung, sondern auch deiner mentalen Gesundheit. In Episode 341 wird deutlich, dass Stressmanagement und das "Lernen zu lernen" essenziell sind. Ein guter Plan nimmt den Druck raus, weil er dir zeigt, dass alles machbar ist, wenn man es in kleine, verdauliche Häppchen aufteilt. Es geht darum, nicht nur blind Zeit zu investieren, sondern diese Zeit qualitativ hochwertig zu nutzen. Dabei spielt auch die Selbstanalyse eine Rolle: Bist du ein Morgentyp oder eine Nachteule? Wann ist deine Konzentration für komplexe dogmatische Probleme am höchsten? Integriere diese Erkenntnisse in deinen täglichen Rhythmus, wie es auch Karsten Dusse in Episode 100 ▶ 9:07 tat, indem er seine Lernzeit strikt um seine Moderationsjobs herum organisierte.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Dein Zeitplan für die Examensvorbereitung ist dein persönliches Navigationssystem. Er sollte flexibel genug sein, um auf Rückschläge zu reagieren, aber streng genug, um dich durch die Phasen mangelnder Motivation zu tragen. In den folgenden Abschnitten vertiefen wir diese Strategien mit direkten Einblicken unserer Gäste.

Fragen & Antworten

30 Antworten aus Podcast-Episoden

Unbedingt! Die Examensvorbereitung war 2020 ein Publikumsliebling. Deshalb werde ich weiterhin Formate anbieten, die effiziente Lernstrategien, Prüfungsrechte und mentale Gesundheit beleuchten. Denn wer die Hürde Staatsexamen souverän nimmt, kann Karriereentscheidungen viel entspannter treffen – und genau dort setzt IMR an.

IMR064: Hausmitteilungen und IMR 2021

Aus Episode #64

IMR064: Hausmitteilungen und IMR 2021

mit Marc Ohrendorf

Das sagen unsere Experten

Experteneinblicke: Was Top-Juristen empfehlen

Die Planung der Examensvorbereitung ist so individuell wie das Jurastudium selbst. Dennoch gibt es goldene Regeln, die immer wieder von unseren Gästen betont werden. Hier sind die wichtigsten Impulse aus über 300 Episoden "Irgendwas mit Recht".

Dann muss man die Examensvorbereitung realistisch planen und ansetzen. Setz maximal sieben bis acht Arbeitsstunden pro Tag an, sechs Tage die Woche. Mehr nimmt das Gehirn auf Dauer nicht auf.

Diese Analyse von Prof. Dauner-Lieb ist ein Weckruf für alle, die glauben, durch 14-Stunden-Tage das Prädikat erzwingen zu können. Die kognitive Kapazität ist begrenzt. Ein effektiver Zeitplan für die Examensvorbereitung muss daher Pufferzeiten enthalten. Wer sich überlastet, riskiert nicht nur seine mentale Gesundheit, sondern auch die Qualität der Wissensaufnahme. Es geht um Tiefenkonzentration, nicht um bloßes Absitzen von Zeit in der Bibliothek.

Ich schrieb jede Probeklausur, saß diszipliniert täglich in der Bibliothek, aber gönnte mir Ausgleich – etwa Politikwissenschaft und Arbeit in einer Kanzlei. Der Wechsel der Perspektive hält den Kopf frisch.

Dr. Constantin Rehaag unterstreicht hier die Bedeutung der Balance. Disziplin bedeutet nicht Isolation. In deinem Zeitplan sollten soziale Kontakte, Sport oder ein fachnaher Nebenjob ihren festen Platz haben. Dies verhindert das berüchtigte "Gedankenkarussell" und sorgt dafür, dass du den Bezug zur juristischen Praxis nicht verlierst. Wer bereits während der Vorbereitung in einer Kanzlei arbeitet, sieht oft schneller, wie die Theorie in der Praxis Anwendung findet – ein unschätzbarer Vorteil für das Verständnis komplexer Strukturen.

Plötzlich war die Bibliothek geschlossen... Ohne feste Umgebung fiel mir Disziplin schwer; zwei, drei Stunden Lernen rutschten weg. Der fehlende Austausch machte es schwieriger.

Sina Lotfipours Erfahrung verdeutlicht, dass die äußeren Umstände Teil der Planung sein müssen. Ein guter Zeitplan definiert nicht nur *wann*, sondern auch *wo* gelernt wird. Die soziale Kontrolle in einer Lerngruppe oder der Gang in die Bibliothek sind oft entscheidende Faktoren für die Aufrechterhaltung der Disziplin. Wenn du merkst, dass das Lernen zu Hause nicht funktioniert, musst du deinen Plan proaktiv anpassen.

Also das Korrigieren hat mir extremst viel in der Examsvorbereitung geholfen, weil ich sah, welche Lösungen wirklich Punkte bringen. Dieses ständige Perspektivwechseln war das beste Training.

Carina Wirtz bringt einen oft unterschätzten Aspekt ein: die Vermittlung von Wissen. Wer Stoff erklären oder fremde Klausuren korrigieren kann, hat ihn wirklich durchdrungen. Integriere Zeiten für den Austausch in deiner Lerngruppe in deinen Plan. Es ist nicht nur Wiederholung, sondern aktives Training der Gutachtentechnik.

Handlungsempfehlung

Beginne damit, deine Woche rückwärts zu planen. Starte bei deinem freien Tag und blocke dir dann feste Lernzeiten von 9 bis 17 Uhr. Alles, was darüber hinausgeht, ist Bonus, sollte aber nicht die Regel sein. Nutze die ersten Stunden des Tages für die schwierigsten Themen (Eat the Frog) und reserviere den Nachmittag für Klausurentraining oder Korrekturen.

Vertiefung: Zeitplan für die Examensvorbereitung im Detail

Ein wirklich tiefgehender Zeitplan für die Examensvorbereitung unterscheidet zwischen verschiedenen Phasen der Vorbereitung. Es reicht nicht aus, ein Jahr lang dasselbe zu tun. Du musst deine Strategie an deinen Fortschritt anpassen.

Phase 1: Das Fundament und die Struktur (Monat 1-4)

In dieser Phase geht es um den systematischen Aufbau des Wissens. Wie Barbara Dauner-Lieb in Episode 166 am Beispiel des Leistungsstörungsrechts erläutert, ist Systemverständnis entscheidend. Dein Zeitplan sollte hier darauf ausgerichtet sein, die großen Zusammenhänge zu verstehen. Lerne nicht nur Paragraphen, sondern die Dogmatik dahinter. In dieser Zeit solltest du bereits beginnen, wöchentlich eine Klausur zu schreiben, um die Anwendung des Wissens zu üben, auch wenn du dich noch nicht "bereit" fühlst.

Phase 2: Die Intensivierung und das Training (Monat 5-9)

Hier verschiebt sich der Fokus. Die Theorie sollte sitzen, jetzt geht es um die Geschwindigkeit und die Präzision. In Episode 146 beschreibt Carl Rudolph, wie die praktische Arbeit in einer Law Clinic half, gesellschaftsrechtliche Probleme tiefer zu verankern. Wenn du keinen Nebenjob hast, simuliere diese Praxis durch intensives Klausurentraining. Dein Plan sollte nun zwei Klausuren pro Woche vorsehen. Nutze die Korrekturen intensiv zur Fehleranalyse.

Phase 3: Die Simulation und Wiederholung (Monat 10-12)

Kurz vor dem Examen geht es um die psychische Festigkeit. In Episode 341 wird die "mentale Fitness" als entscheidender Faktor genannt. Dein Zeitplan sollte nun Prüfungssimulationen unter Echtzeitbedingungen enthalten. Gleichzeitig musst du die Belastung leicht reduzieren, um nicht ausgebrannt in die Prüfungen zu gehen.

Der finanzielle Anreiz: Warum sich die Planung lohnt

Es mag in der Phase der Vorbereitung weit weg klingen, aber eine exzellente Vorbereitung zahlt sich wortwörtlich aus. Wer durch einen strukturierten Plan ein Prädikatsexamen erreicht, dem stehen Türen offen, die finanziell äußerst attraktiv sind. In Top-Großkanzleien (Tier 1) liegen die Einstiegsgehälter 2024/2025 zwischen 140.000 € und 180.000 €. Auch spezialisierte Boutiquen zahlen oft über 120.000 €. Selbst im öffentlichen Dienst bietet der Status als Richter oder Staatsanwalt (R1) durch die Beamtenvorteile ein Netto-Einkommen, das einem Brutto-Gehalt von ca. 80.000 € in der freien Wirtschaft entspricht. Dein Zeitplan ist also nicht nur eine Lernhilfe, sondern dein Ticket zu einer finanziell sorgenfreien Zukunft.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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341. Episode von IMR und zugleich die 34. Folge Irgendwas mit Examen: In dieser Folge spricht Marc erneut mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb. Es geht um mentale Fitness im Jurastudium und insbesondere in der Examensvorbereitung. Sie erläutert, was mentale Fitness von bloßer Leistungsoptimierung unterscheidet, wie sich ungesunder Dauerstress zeigt und wo die Grenze verläuft, ab der Studierende professionelle psychologische oder ärztliche Hilfe suchen sollten. Thematisiert werden außerdem typische Denkfehler in der Examensphase, etwa die Fixierung auf reine Lernzeit statt auf Lerntechnik und juristisches Handwerkszeug, der Einfluss von Lerngruppen und sozialen Kontakten sowie der Umgang mit vergleichsweise schlechten Klausurergebnissen. Barbara stellt konkrete, alltagstaugliche Strategien vor – von bewusster Planung der Examensvorbereitung über Gehen, Atmung, autogenes Training, Yoga und Tagebuchschreiben bis hin zu Routinen wie früh aufstehen, anfangen, dranbleiben, Nein sagen und freundlich mit sich selbst umgehen. Welche einfachen Routinen lassen sich trotz voller Lernpläne wirklich dauerhaft integrieren? Wie kann man Lerntechniken so anpassen, dass man mit weniger Zeitaufwand bessere Ergebnisse erzielt? Und wie gelingt es, eine gesunde Distanz zum Notendruck zu entwickeln, ohne die eigenen Ziele aus den Augen zu verlieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!