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Nebenjob im Jurastudium: Praxiserfahrung und Gehalt optimieren

Optimiere deinen Nebenjob im Jurastudium. Erfahre alles zu Gehalt, Networking und Karrierestart von Experten.

10 Fragen beantwortet
10 Podcast-Episoden
10 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert März 2026

Inhaltsüberblick

Nebenjob im Jurastudium: Praxis sammeln und Geld verdienen

Ein Nebenjob im Jurastudium ist für viele Studierende nicht nur finanziell notwendig, sondern auch eine wertvolle Möglichkeit, frühzeitig Praxiserfahrung zu sammeln und das eigene berufliche Profil zu schärfen. Ob als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl, als Werkstudentin in einer Kanzlei oder bei einer studentischen Rechtsberatung – die richtige Wahl des Nebenjobs kann den späteren Berufseinstieg erheblich erleichtern.

Gleichzeitig birgt ein Nebenjob die Gefahr, vom eigentlichen Studium abzulenken. Die Kunst liegt darin, eine Balance zu finden, die finanzielle Sicherheit, berufliche Orientierung und akademischen Erfolg vereint. Zahlreiche Gäste im Podcast Irgendwas mit Recht haben über ihre Erfahrungen mit Nebenjobs während des Studiums berichtet und zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind (vgl. Episode 146).

Die besten Nebenjobs für Jurastudierende

Nicht jeder Nebenjob ist gleich wertvoll für die juristische Karriere. Besonders empfehlenswert sind Tätigkeiten mit direktem Fachbezug:

  • Wissenschaftliche Hilfskraft (WiHi/HiWi): Die Arbeit am Lehrstuhl bietet Einblicke in die Forschung, schult das wissenschaftliche Arbeiten und kann den Grundstein für eine Promotion legen
  • Kanzlei-Praktikum oder Werkstudententstelle: Direkte Einblicke in die anwaltliche Praxis, Mandatsarbeit und Kanzleistrukturen – ideal zur beruflichen Orientierung (vgl. Episode 54)
  • Studentische Rechtsberatung (Law Clinic): Pro-Bono-Rechtsberatung unter anwaltlicher Aufsicht – hervorragende Praxiserfahrung und soziales Engagement zugleich
  • Nachhilfe und Repetitorium: Anderen Studierenden den Stoff zu erklären, vertieft das eigene Verständnis und trainiert die Darstellungsfähigkeit
  • Rechtsabteilung in Unternehmen: Einblicke in die Arbeit als Unternehmensjuristin oder -jurist, oft mit besserer Work-Life-Balance als in Kanzleien

Zeitmanagement: Nebenjob und Studium vereinbaren

Die zentrale Herausforderung ist das Zeitmanagement. Experten empfehlen, während des Semesters nicht mehr als 10 bis 15 Stunden pro Woche zu arbeiten, um genügend Zeit für Vorlesungen, Selbststudium und Erholung zu behalten. In der vorlesungsfreien Zeit oder während längerer Praktika kann das Pensum höher sein.

Wichtig ist auch die strategische Planung des Nebenjobs im Studienverlauf. In den ersten Semestern kann ein fachfremder Nebenjob ausreichen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Ab dem dritten oder vierten Semester lohnt es sich, gezielt nach juristischen Tätigkeiten zu suchen, die zur gewünschten Karriererichtung passen (vgl. Episode 328).

Nebenjob als Sprungbrett für die Karriere

Viele erfolgreiche Juristinnen und Juristen berichten, dass ihr Berufseinstieg direkt aus einem Nebenjob hervorging. Die Kanzlei, bei der man als Werkstudent gearbeitet hat, wird später zum ersten Arbeitgeber. Der Professor, für den man als HiWi gearbeitet hat, betreut die Promotion. Oder das Unternehmen, bei dem man ein Praktikum absolviert hat, bietet nach dem Referendariat eine Stelle an.

Deshalb sollten Nebenjobs nicht nur als Einnahmequelle betrachtet werden, sondern als Investition in die eigene Karriere. Wer frühzeitig Kontakte knüpft, Branchen kennenlernt und praktische Fähigkeiten entwickelt, hat im späteren Bewerbungsprozess einen klaren Vorteil (vgl. Episode 292).

Rechtliche Rahmenbedingungen

Jurastudierende sollten auch die rechtlichen Aspekte ihres Nebenjobs kennen: Die 20-Stunden-Grenze während des Semesters für die Krankenversicherung, die BAföG-Freibeträge und steuerliche Regelungen für Werkstudenten. Wer hier informiert ist, vermeidet unangenehme Überraschungen und kann seinen Verdienst optimal gestalten (vgl. Episode 196).

Fragen & Antworten

10 Antworten aus Podcast-Episoden

Nach dem ersten Examen wollte ich eigentlich Steuerrecht machen. Im Referendariat suchte ich einen Nebenjob und landete zufällig als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei einem Partner, der ein Insolvenzrechts-Buch schrieb. Beim Recherchieren merkte ich, wie vielseitig das Gebiet ist. Ich blieb, machte dort Anwalts- und Wahlstation und wurde nach dem Zweiten Examen direkt übernommen – quasi wie die Jungfrau zum Kind.

IMR106: Insolvenzrecht und Restrukturierung, Jura meets BWL

Aus Episode #106

IMR106: Insolvenzrecht und Restrukturierung, Jura meets BWL

mit Severin Haneke

Das sagen unsere Experten

„Ich habe während meines Studiums eine Corporate Law Clinic mitgegründet – das war die wertvollste Erfahrung neben dem Studium. Man lernt nicht nur Jura, sondern auch Mandantenkommunikation, Teamarbeit und Projektmanagement. Das sind Fähigkeiten, die kein Lehrbuch vermitteln kann.“

„Trotz meiner Ängste habe ich Jura erfolgreich studiert und früh angefangen, in einer Kanzlei zu arbeiten. Der Nebenjob hat mir nicht nur finanzielle Sicherheit gegeben, sondern auch gezeigt, dass ich im Berufsleben bestehen kann – das war ein enormer Motivationsschub fürs Studium.“

„Eltern von Jurastudierenden fragen mich oft: Soll mein Kind neben dem Studium arbeiten? Meine Antwort: Ja, aber mit Augenmaß. Ein fachbezogener Nebenjob von maximal zehn Stunden pro Woche ist ideal – er bringt Praxis, ohne das Studium zu gefährden.“

„Mein Tipp: Nutzt die Semesterferien für intensive Praktika in Bereichen, die euch interessieren. Während des Semesters reicht dann ein kleinerer Nebenjob, um Geld zu verdienen. So habt ihr beides – tiefe Praxiseinblicke und genug Zeit fürs Studium.“

„Als Erstakademiker war der Nebenjob für mich schlicht notwendig. Aber rückblickend war genau diese Erfahrung – Verantwortung übernehmen, sich organisieren, Prioritäten setzen – die beste Vorbereitung auf den späteren Berufsalltag im öffentlichen Dienst.“

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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IMR292: Syndikusanwalt und niedergelassene Anwältin gleichzeitig, Pro-Bono Sozialrecht, trotz Ängsten Jura erfolgreich studiert, In-House beim Arbeitgeberverband, Verbesserungsversuch im Referendariat
#292

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mit Ramona Leutschaft

In dieser spannenden Folge begrüßt Marc Ramona Leutschaft, die als Syndikusanwältin beim Arbeitgeberverband in Mecklenburg-Vorpommern tätig und im Nebenjob pro bono als niedergelassene Rechtsanwältin im Sozialrecht arbeitet. Die Episode gibt Einblicke in Ramonas außergewöhnlichen Werdegang: Geprägt durch familiäre Vorbehalte und anfängliche Zweifel, über herausfordernde Momente wie einen Fahrradunfall, der sie zwang, sowohl ihre körperliche als auch ihre juristische Belastbarkeit zu testen, bis hin zu ihrem mutigen Schritt, sich selbst in einem sozialgerichtlichen Verfahren zu vertreten. Ramona berichtet, wie sie trotz Rückschlägen und anfänglich chaotischer Studienerfahrungen Unterstützung von engagierten Mentorinnen erhielt und wie sie ihren eigenen Lernstil entdeckte, um sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Dabei beleuchtet sie auch ihre Doppelrolle als Syndikusanwältin und niedergelassene Rechtsanwältin, die es ihr ermöglicht, Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen – ein ambitionierter Balanceakt neben einem Vollzeitjob. Welche persönlichen und beruflichen Herausforderungen prägen den Weg junger Juristinnen und Juristen? Wie kann man Rückschläge im Studium und im Referendariat als Chance begreifen? Und welche Bedeutung hat das Engagement im Sozialrecht für die Gemeinschaft? Antworten auf diese und viele weitere Fragen sowie ein tolles Vorbild für Eure Karriere erhaltet ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!

IMR106: Insolvenzrecht und Restrukturierung, Jura meets BWL
#106

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mit Severin Haneke

In der heutigen Folge spricht Severin Haneke, Partner bei einer Münchener Kanzlei, über das Insolvenzrecht. Zunächst erörtern wir die Funktionen des Insovenzrechts sowie den typischen Ablauf eines Insolvenzverfahrens. Er beleuchtet die nichtjuristischen Aspekte seiner Tätigkeit und erläutert, warum es als Jurist im Gebiet des Insolvenzrechts viel Sinn macht, sich auch vertiefte BWL-Kenntnisse anzueignen. Wie unterscheidet sich ein Insolvenzverwalter vom Juristen? Was zeichnet die Arbeit in der „Rechtsabteilung“ des Insolvenzverwalters aus? Gibt es mehr Insolvenzen durch Corona? Wie kommt man aus der Insolvenz wieder raus? Neben Antworten auf diese Fragen berichtet Severin von einigen spannenden Fällen, die ihm in den letzten Jahren untergekommen sind.Abschließend klären wir natürlich, welche Voraussetzungen es gibt, um sich selbst – bei Severin oder in einer anderen im Insolvenzrecht tätigen Kanzlei – zu bewerben. Viel Spaß!

IMR196, Weihnachtsfolge: FAQ für Angehörige von Jurastudierenden und Referendarinnen
#196

IMR196, Weihnachtsfolge: FAQ für Angehörige von Jurastudierenden und Referendarinnen

mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb

Unser Geschenk zur Weihnachtszeit an Euch! In dieser Folge beantworten wir die häufigsten Fragen Eurer Angehörigen zu Eurem Jurastudium (ob gegenwärtig oder 'damals'). Also: einfach weitergeben oder selbst reinhören, um eine knackige Antwort parat zu haben. DANKE Euch zudem für ein tolles 2023, es macht Freude und der Podcast lebt von Eurem Feedback. Schönes Zeit und guten Rutsch, Euer IMR Team.

IMR078: Lernmotivation, Cannabis und Großkanzleikarriere | Interview Rechtsanwalt
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In dieser Episode Eures Jura-Karrierepodcasts berichtet Dr. Johannes Janning, Junior-Partner bei der Kanzlei Oppenhoff in Köln, warum Examensvorbereitung Hochleistungssport und mit den Playoffs vergleichbar ist. Hört von seinem vielseitigen Werdegang und wie seine vielseitigen Interessen und Fachkenntnisse ihn als Anwaltspersönlichkeit prägen. Wir sprechen zunächst über sein Steckenpferd: M&A. Warum ist es spannend, sich in Datenräumen ein Unternehmen von Nähe anzuschauen? Inwieweit hält man als M&A-ler die Fäden in der Hand und wird mit fortlaufender Berufserfahrung (auch) zum Generalisten? Zudem widmen wir uns dem Medizinrecht. Ihr hört, welche rechtlichen bzw. regulatorischen Fragen sich im Zusammenhang mit modernen Einsatzgebieten von Cannabis stellen. Schließlich gibt Johannes Euch wertvolle Tipps zur berufsbegleitenden Promotion sowie einem berufsbegleitenden LL.M. Vielen Dank für dieses sehr bereichernde Gespräch, lieber Johannes! Viel Spaß beim Anhören und herzlichen Dank für Euer Feedback!