Inhaltsüberblick
Kanzlei-Partner: Zwischen juristischer Exzellenz und unternehmerischer Führung
Partner in einer Kanzlei zu werden ist ein Karrieremeilenstein – doch der Titel allein sagt wenig über den Alltag. Kanzlei-Partner sind Führungskräfte, Unternehmer und Juristen in einer Person. Sie führen Teams, entwickeln Mandatsbeziehungen, treffen strategische Entscheidungen und tragen die wirtschaftliche Verantwortung für ihren Bereich. Dieser Leitfaden beleuchtet, was es wirklich bedeutet, Partner in einer Kanzlei zu sein.
Führung und Teamaufbau
Eine der wichtigsten Aufgaben als Partner ist der Aufbau und die Führung eines leistungsfähigen Teams. Das bedeutet: Associates rekrutieren und ausbilden, Mandate verteilen, Feedback geben und eine Kultur schaffen, in der Talente wachsen. Daniel Hürter beschreibt in Episode 171 seinen Weg als Eigengewächs zum Partner – ein Karrierepfad, bei dem er seine Associates besonders gut versteht, weil er selbst alle Stufen durchlaufen hat. Anna Masser ergänzt in Episode 77 die Perspektive einer Partnerin, die über Moot Court und Schiedsrecht in die Partnerschaft gelangt ist.
Diversity und Kanzleikultur
Moderne Kanzleipartner müssen mehr sein als gute Juristen – sie müssen eine inklusive Kanzleikultur gestalten. Robert Michels reflektiert in Episode 99 als Managing Partner die Rolle von Diversity in Wirtschaftskanzleien – von der Frage, wie diverse Teams bessere Ergebnisse erzielen, bis hin zu konkreten Maßnahmen für mehr Vielfalt in Partnerschaften.
Familienvereinbarkeit als Partner
Die Vereinbarkeit von Familie und Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen im Kanzleialltag. Stefan Bruder und Marina Arntzen geben in Episode 229 als kinderreiche Partner in einer Großkanzlei einen ehrlichen Einblick in den Balanceakt zwischen Mandatsarbeit und Familienleben – einschließlich der Frage, welche Rolle mentale Gesundheit im Kanzleialltag spielt.
Weg in die Partnerschaft: Verschiedene Pfade
Den einen Weg zur Partnerschaft gibt es nicht. Christopher Kranz schildert in Episode 170 seinen Weg über Restrukturierung und Insolvenzrecht in die Partnerschaft – ein Rechtsgebiet, das besonders in wirtschaftlich turbulenten Zeiten gefragt ist. Jan Hobus beschreibt in Episode 209 einen noch ungewöhnlicheren Pfad: vom Finanzbeamten zum Partner in einer Kanzlei.
Assoziierter Partner und Counsel: Die Vorstufen
Julian Leucht beleuchtet in Episode 347 die Rolle des assoziierten Partners als Vorstufe zum Equity-Partner und den Unterschied zum Counsel. Diese Zwischenstufen bieten die Möglichkeit, Führungsverantwortung zu übernehmen und die eigene Eignung für die volle Partnerschaft unter Beweis zu stellen, ohne sofort das volle unternehmerische Risiko tragen zu müssen.
Mandate und Mandantenbeziehungen
Das Herzstück der Partnerschaft ist die Mandatsentwicklung. Partner sind nicht nur Rechtsberater, sondern Beziehungsmanager. Philipp Heinrichs beschreibt in Episode 242 die Dienstleistungsmentalität, die erfolgreiche Partner auszeichnet – bis hin zum buchstäblichen Porsche-Kauf für einen Mandanten bei einer Zwangsversteigerung. Ksenia Ilina ergänzt in Episode 256 Networking-Tipps für den Aufbau eines eigenen Mandantenstamms.
Fragen & Antworten
12 Antworten aus Podcast-Episoden
Mannschaftssport hat mich gelehrt, dass Erfolg nur im Team entsteht. Ich bringe diesen Spirit in jedes Mandat: klare Kommunikation, gegenseitige Unterstützung und ein gemeinsames Ziel. Diese Haltung prägt meine Führung als Partner und motiviert jüngere Kollegen, Verantwortung zu übernehmen, statt nur Einzelkämpfer zu sein.
Aus Episode #278
IMR278: Managerhaftung, Verhältnis zum Wirtschaftsstrafrecht, Fall mit Millionen im Koffer und Flugzeugabsturz
mit Dr. Florian Weichselgärtner
Das sagen unsere Experten
„Der Weg zur Partnerschaft über Restrukturierung und Insolvenzrecht hat mich gelehrt, unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Genau diese Fähigkeit braucht man auch als Führungskraft in der Kanzlei.“
„Familienleben und Großkanzlei schließen sich nicht aus – aber es erfordert bewusste Entscheidungen. Mentale Gesundheit im Kanzleialltag ist kein Luxus, sondern die Grundlage für nachhaltige Leistung.“
„Diversity in Wirtschaftskanzleien ist nicht nur ein moralisches Gebot, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Diverse Teams denken breiter, beraten besser und gewinnen mehr Mandanten.“
„Der assoziierte Partner ist die Bewährungsprobe: Du führst bereits ein Team und entwickelst Mandantenbeziehungen, aber die volle Equity-Beteiligung kommt erst, wenn du dich bewiesen hast.“
„Dienstleistungsmentalität heißt: für den Mandanten die Extrameile gehen. Wenn du verstehst, was dein Mandant wirklich braucht – nicht nur rechtlich, sondern geschäftlich – wirst du unersetzlich.“
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
18 relevante Podcast-Folgen
IMR099: Diversity und Wirtschaftskanzlei | Interview Office Managing Partner
mit Robert Michels
Office Managing Partner bei Dentons, Robert Michels, spricht in der heutigen Folge über seine Arbeit in der größten Kanzlei der Welt und die dadurch erwachsene Verantwortung. Wir unterhalten uns darüber, wie Diversity das moderne Arbeitsleben und Arbeitsprozesse beeinflusst. Was schließt Diversity ein? Welche Möglichkeiten gibt es, um die Diversität in Kanzleien zu erhöhen? Schließlich berichtet Robert über seinen persönlichen Weg in der Kanzleiwelt. Wie sieht der Werdegang eines Office Managing Partners aus? Welche Besonderheiten gibt es in einer solchen Arbeitsumgebung? Robert schildert, wie er Songs und Fußball benutzt, um sein Team zu motivieren. Dabei helfen ihm unter anderem Botschaften von Nirvana und vielen anderen Bands. Zudem streifen wir die Veränderungen des Arbeitsalltags durch Corona. Diese und weitere Fragen heute bei Irgendwas mit Recht!
IMR347: Assoziierte Partner als Vorstufe zum Equity Partner, Unterschied zum Counsel, Internal Investigations, Presserecht und Glaubensgemeinschaften
mit Julian Leucht
In der 347. Episode von IMR spricht Marc mit Hanna Wiedenhaus und Julian Leucht, jeweils Associated Partner bei Esche Schümann Commichau in Hamburg. Beide berichten von ihren persönlichen Wegen ins Jurastudium, ihren Stationen im Referendariat und ihren bewussten Entscheidungen für die Anwaltschaft. Im Mittelpunkt stehen ihre heutigen Tätigkeiten: Hanna gibt Einblicke in das Vertriebs-, Kartell- und Compliance-Recht sowie in die Praxis von Internal Investigations, während Julian das Presserecht, Meinungsfreiheit und die rechtliche Begleitung sensibler Veröffentlichungen erläutert. Gemeinsam diskutieren sie die besondere Rolle multidisziplinärer Kanzleien, den Umgang mit unternehmerischer Verantwortung und die Bedeutung von Grundrechtsabwägungen im anwaltlichen Alltag. Außerdem erklären sie das Karrieremodell des Associated Partners als Zwischenschritt zur Partnerschaft und reflektieren, welche Erwartungen sie an den juristischen Nachwuchs haben. Wie laufen Compliance-Untersuchungen konkret ab? Welche Herausforderungen bringt das Presserecht in sensiblen Fällen mit sich? Wie unterscheidet sich der Associated Partner vom Counsel und Equity Partner in einer Kanzlei? Und was macht eine gute Vorbereitung auf die (Equity) Partnerschaft aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR225: Als Jurist in der Verlagswelt bei Beck / FAZ / Wolters Kluwer, Pressesprecher, Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer, Anwaltliches Berufsrecht
mit Martin Huff
Heute bei IMR zu Gast: Martin Huff, ein Urgestein des deutschen Rechtsmarkts. Er war bereits in vielseitigen Funktionen in der Verlagsbranche, Politik sowie einer Rechtsanwaltskammer tätig, bis es ihn schließlich wieder in die Anwaltschaft als Haupttätigkeit zog. Wie war es früher, ein Heft für Beck oder Wolters Kluwer zu verantworten? Wann wurde ihm klar, dass neben redaktionellen auch wirtschaftliche Kompetenzen in der Verlagsbranche ausschlaggebend sind? Wie setzt man ein neues Heft auf? Wie kam er zu seiner Liebe zum anwaltlichen Berufsrecht? Was macht man eigentlich als Pressesprecher - und inwieweit bereitet diese Tätigkeit auf viele weitere vor? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie eine ganze Menge Inspiration für Euren individuellen Karriereweg erhaltet Ihr in dieser Folge Eures Jurapodcasts. Viel Spaß!
IMR209: Vom Finanzbeamten zum Partner, Steuerberaterexamen, Wertschätzung für Referendare
mit Jan Hobus
Herzlich Willkommen zu Episode 209, heute aus dem Hamburger Büro von BRL Boege Rohde Luebbehuesen. Marc spricht mit Jan Hobus, der sich von der Hamburger Finanzverwaltung zum Partner bei BRL hochgearbeitet hat. Warum hat er sich im Finanzamt nicht dauerhaft gesehen? Wann fiel die Entscheidung, in die Anwaltschaft zu gehen? Welche Überlegungen spielen eine Rolle, wenn man Partner werden möchte? Was fasziniert ihn am deutschen und internatiolen Steuerrecht? Wie sieht ein typisches Mandat in diesen Rechtsgebieten aus? Wie muss man sich die Arbeit mit anderen Teams in Transaktionen vorstellen? Wie bilden er und seine Kollegen bei BRL Referendare aus? Antworten auf diese und viele weitere Aspekte der anwaltlichen Karriere im Steuerrecht erhaltet Ihr von Jan in dieser Episode. Viel Spaß!
