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Arbitration, die private Schiedsgerichtsbarkeit, stellt eine der bedeutendsten Säulen der internationalen Streitbeilegung dar. Im Gegensatz zu Verfahren vor staatlichen Gerichten einigen sich die Parteien im Wirtschaftsrecht vorab vertraglich darauf, Konflikte durch ein privates Schiedsgericht entscheiden zu lassen. Dieses Rechtsgebiet ist stark durch Internationalität, Flexibilität und Vertraulichkeit geprägt. Die gesetzlichen Grundlagen im deutschen Recht finden sich im Zehnten Buch der Zivilprozessordnung (§§ 1025 ff. ZPO), wobei in der Praxis häufig die Schiedsordnungen spezialisierter Institutionen wie der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) oder der Internationalen Handelskammer (ICC) vereinbart werden. Für Dich im Jurastudium oder Referendariat bietet das Schiedsrecht ein hochkomplexes Arbeitsfeld, das materielles Recht mit strategischem Prozessrecht verknüpft.
In den IMR-Folgen vermitteln unsere Gäste regelmäßig, dass Arbitration weit über das klassische Zivilprozessrecht hinausgeht. Du lernst durch den Podcast, wie grenzüberschreitende Sachverhalte gelöst werden, wie Schiedsklauseln rechtssicher gestaltet sein müssen und warum die Wahl des Schiedsortes eine strategische Schlüsselentscheidung ist. Der Podcast zeigt auf, dass das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge in diesem Bereich ebenso wichtig ist wie die juristische Dogmatik, da Schiedssprüche oft finanzielle Dimensionen im Millionen- oder Milliardenbereich betreffen.
Die Karrieremöglichkeiten im Bereich Arbitration sind vielfältig und bieten exzellente Perspektiven für den Jura-Nachwuchs. Der klassische Einstieg erfolgt meist als Associate in einer auf Schiedsrecht spezialisierten Boutique oder im Dispute-Resolution-Team einer internationalen Wirtschaftskanzlei wie Dentons, DLA Piper, Latham & Watkins, Oppenhoff oder Ashurst. Mit steigender Berufserfahrung führt der Weg über den Status als Counsel bis hin zur Position als Partner:in, bei der neben der Mandatsarbeit auch die Akquisition und die strategische Ausrichtung des Teams im Vordergrund stehen. Auch die Rolle als Syndikusrechtsanwält:in in Rechtsabteilungen großer Unternehmen bietet spannende Schnittstellen, da Unternehmen Schiedsverfahren aktiv begleiten und steuern müssen.
Unsere Gäste im Podcast betonen immer wieder, dass eine frühzeitige Spezialisierung, beispielsweise durch die Teilnahme am Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot oder ein LL.M.-Studium im Ausland, den Einstieg erheblich erleichtert. Die im Podcast geteilten Karrieretipps verdeutlichen, dass neben exzellenten juristischen Qualifikationen vor allem Verhandlungsgeschick, interkulturelle Kompetenz und verhandlungssicheres Englisch unverzichtbar sind. Durch die Vorstellung realer Karrierewege unserer Interviewpartner erhältst Du wertvolle Praxiseinblicke und konkrete Anhaltspunkte für Deine eigene Jura Karriere und das strategische Networking.
Die praktischen Einblicke aus unseren IMR-Folgen verdeutlichen die enorme Bandbreite und Dynamik dieses Rechtsgebiets. Wie komplex und vielgestaltig die verhandelten Fälle sind, zeigt sich beispielsweise in Episode 312, wo Dr. Philipp Steinrück von Latham & Watkins über Post-M&A-Streitigkeiten beim Verkauf einer Lebensmittelfabrik berichtet und wertvolle Tipps für das Verfassen herausfordernder Schriftsätze gibt. Im Bereich des klassischen Industrieanlagenbaus schildert Sebastian Wülbeck von Dentons in Episode 364 praxisnah die Abwicklung von Großprojekten, die Besonderheiten eines Secondments in der Schweiz sowie den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Pitches und in Schiedsverfahren. Dass Schiedsverfahren oft gigantische Ausmaße annehmen, beschreibt Caterina Hanke von Oppenhoff in Episode 300, indem sie den Alltag in sogenannten Mammutverfahren beleuchtet und zeigt, wie wichtig eingespielte Teams bei Kanzleiwechseln sind.
Einen tiefen Einblick in das hochspezialisierte Investitionsschiedsrecht, bei dem Konflikte zwischen Nationalstaaten und multinationalen Unternehmen verhandelt werden, liefert Arne Fuchs von Ashurst in Episode 200, der auch die Arbeit in multikulturellen Teams hervorhebt. Für ein systematisches Verständnis des gesamten Verfahrensablaufs sorgt unsere vierteilige Spezial-Reihe mit Anna Masser von A&O Shearman. In Episode 107 erklärt sie die ersten strategischen Schritte im Schiedsverfahren, während sie in Episode 109 die Besonderheiten der mündlichen Verhandlung und die Befragung von Zeugen detailliert analysiert. Die anschließende Beweiswürdigung und die Formulierung des Schiedsspruchs stehen im Fokus von Episode 111, gefolgt von den Herausforderungen der internationalen Vollstreckung und dem Wert von Moot-Court-Coaching in Episode 112. Diese detaillierten Praxiseinblicke unserer Gäste bieten Dir erstklassiges Anschauungsmaterial, das weit über das Lehrbuchwissen hinausgeht und direkte Anknüpfungspunkte für Dein Networking liefert.
Die Landschaft der Schiedsgerichtsbarkeit befindet sich in einem stetigen Wandel, der durch technologische und gesellschaftliche Megatrends getrieben wird. Ein zentrales Diskussionsthema unter unseren Gästen ist der Einzug von künstlicher Intelligenz in die Verfahrensführung. Wie Christina Valdini von DLA Piper in Episode 333 erörtert, müssen KI-Vorschläge bei der Prozessrisikoanalyse und der Erstellung von Schriftsätzen kritisch geprüft werden, um die Qualität und Vertraulichkeit zu sichern. Gleichzeitig verändern geopolitische Spannungen und veränderte globale Lieferketten die Natur von Investitionsstreitigkeiten und Post-M&A-Konflikten nachhaltig. Auch die Forderung nach mehr Diversität in Schiedsgerichten und die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks von internationalen Verfahren durch virtuelle Verhandlungen prägen die aktuelle Debatte. Die IMR-Folgen helfen Dir dabei, diese zukunftsweisenden Entwicklungen frühzeitig zu verstehen und im Vorstellungsgespräch oder im Referendariat mit aktuellem Insiderwissen zu glänzen. So bleibst Du am Puls der Zeit und kannst die Weichen für eine erfolgreiche juristische Karriere im Arbitration optimal stellen.