Inhaltsüberblick
Juristischer Karrierewechsel: Neue Rechtsbereiche und alternative Wege
Ein Karrierewechsel als Jurist bedeutet längst nicht das Ende einer erfolgreichen Laufbahn — im Gegenteil. Viele der spannendsten Karrieren im Recht verdanken sich bewussten Richtungswechseln: vom Strafrecht ins Wirtschaftsstrafrecht, von der Kanzlei in die Rechtsabteilung, von der Anwaltschaft in die Politik oder von der Justiz in die Wissenschaft. In Episode 304 schildert Hanja Rebell-Houben ihren Weg ins Wirtschaftsstrafrecht und zeigt, wie eine Spezialisierung neue Türen öffnet.
Von der Kanzlei in die Rechtsabteilung
Der Wechsel von der externen Beratung in eine Inhouse-Position ist einer der häufigsten Karriereschritte. Die Motivation liegt oft in der Nähe zum Geschäft, planbaren Arbeitszeiten und einer ganzheitlicheren Perspektive auf rechtliche Fragestellungen. In Episode 289 wird deutlich, wie zielstrebig der Weg zur Leitung einer Rechtsabteilung verlaufen kann, wenn das Referendariat bereits mit klarem Ziel absolviert wird.
Die Kanzleierfahrung ist dabei kein verlorener Schritt, sondern wertvolles Kapital. Mandantenanwältinnen und -anwälte bringen eine Lösungsorientierung und ein Verhandlungsgeschick mit, das in Rechtsabteilungen hochgeschätzt wird. In Episode 295 zeigt Barbara Dauner-Lieb, dass eine Karriere nicht linear verlaufen muss, um außerordentlich erfolgreich zu sein.
Alternative Karrierewege außerhalb der klassischen Juristerei
Die juristische Ausbildung öffnet weit mehr Türen als nur die in Kanzlei, Gericht oder Rechtsabteilung. Unternehmensberatung, Fintech, Legal Tech, Journalismus, Politik oder Gründertum — Juristinnen und Juristen sind in all diesen Feldern gefragt. In Episode 254 wird eindrücklich demonstriert, wie weit sich ein juristischer Hintergrund in völlig neue Lebensentwürfe übersetzen lässt — bis hin zur Selbstständigkeit als Solaranlagenbauer nach einer Weltumseglung.
In Episode 269 wird zudem gezeigt, wie Juristen in Business Functions wie der Kanzleileitung Karriere machen können — eine oft übersehene Option, die analytisches Denken mit Management-Kompetenz verbindet.
Der Wechsel in die Wissenschaft oder Politik
Der Schritt in die akademische Karriere oder die Politik ist ein weiterer Pfad, den erfahrene Juristinnen und Juristen einschlagen. In Episode 282 werden die Vorteile einer Tätigkeit am Lehrstuhl und der Weg zur Habilitation beleuchtet. In Episode 245 gibt Benjamin Limbach Einblicke in die Karriere als Justizminister und den Reformbedarf des Jurastudiums.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel?
Ein Karrierewechsel sollte nicht aus Frustration, sondern aus Überzeugung erfolgen. Die Frage „Was will ich in fünf Jahren machen?“ hilft, die eigenen Prioritäten zu klären. In Episode 226 zeigt Greta Harnisch, dass manchmal der konsequente Weg innerhalb einer Struktur die richtige Antwort ist — während für andere der mutige Schritt nach außen die größere Erfüllung bringt.
Fragen & Antworten
12 Antworten aus Podcast-Episoden
Auf einem Karriere-Event lernte ich das Münchener Team kennen. Mich packte weniger „Big Law“ als deren Begeisterung: kluge Köpfe, familiäre Atmosphäre und die Chance, als junge Juristin sofort Verantwortung zu übernehmen. Das Versprechen, täglich von exzellenten Kolleginnen und Kollegen zu lernen, wog für mich schwerer als jeder Brand-Name.
Aus Episode #226
IMR226: Der Weg zur Partnerschaft in einer US Großkanzlei
mit Greta Harnisch
Das sagen unsere Experten
Der Wechsel ins Wirtschaftsstrafrecht war die beste Entscheidung meiner Karriere. Manchmal muss man den Mut haben, ein Rechtsgebiet zu verlassen, in dem man sich sicher fühlt, um wirklich aufzublühen.
Geschlängelte Karrierewege sind kein Makel, sondern Ausdruck von Neugier und Mut. Jede Station bringt neue Perspektiven, die später zu einem einzigartigen Profil verschmelzen.
Von der Kanzlei in die Rechtsabteilung zu wechseln war für mich kein Rückschritt, sondern ein Qualitätssprung. Ich bin jetzt näher am Geschäft und kann strategischer denken.
Mit Jura kann man fast alles machen — das ist keine Floskel. Vom Anwalt zum Repetitor zur Weltumseglung zum Solaranlagenbauer: Die juristische Denkweise ist ein universelles Werkzeug.
Der Weg zur Partnerschaft in einer US-Großkanzlei ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber gerade deshalb sollte man sich bei jedem Schritt fragen: Passt dieser Weg noch zu mir?
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
22 relevante Podcast-Folgen
IMR304: Verdacht auf Steuerhinterziehung, Wirtschaftsstrafrecht, berufsbegleitende Promotion, Kanzleikultur und Womens Brunch
mit Hanja Rebell-Houben
In dieser Folge spricht Marc in Mannheim mit Hanja Rebell-Houben, die auf das Wirtschaftsstrafrecht spezialisiert ist. Nach ihrem Jurastudium in Heidelberg und dem Referendariat in Heilbronn und Stuttgart startete Hanja ihre Karriere zunächst bei Kompert & Schmidt, bevor sie als Partnerin zur Kanzlei Melchers wechselte. Im Interview geht es um steuerstrafrechtliche Fragestellungen, typische Fälle wie das Umsatzsteuerkarussell oder die verdeckte Gewinnausschüttung und die Herausforderungen, Mandanten bei Durchsuchungen durch die Steuerfahndung zu begleiten. Außerdem berichtet Hanja, wie sie berufsbegleitend promoviert und gibt Einblicke in das interne Förderprogramm bei Melchers, etwa den Women’s Brunch. Wie läuft eine Durchsuchung praktisch ab und welche Rechte haben Betroffene? Was reizt sie an der Arbeit mit dem Wirtschaftsstrafrecht im Vergleich zu anderen Rechtsgebieten? Welche Synergieeffekte entstehen durch den Wechsel von der Boutique-Kanzlei in ein größeres Team? Wie gelingt bei all dem effektives Zeitmanagement zwischen Beruf, Familie und Promotion? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
IMR289: Ref mit klarem Ziel, Rechtsabteilungsleiterin bei Condor, Kanzleieröffnung in London, Fluggastrechte, Distressed M&A, Restruktuierung
mit Isabel Ann Giancristofano
In der 289. Episode von IMR begrüßt Marc Isabel Ann Giancristofano, Juristin bei Condor, die wertvolle Einblicke aus ihrer In-house-Perspektive bietet. Isabel erzählt von ihrem etwas zufälligen Weg ins Jurastudium und den Herausforderungen, die sie in der Praxis erlebte. Sie und Marc sprechen über die Relevanz praktischer Erfahrungen während des Studiums und wie der Wechsel aus der Kanzlei in die Inhouse-Rolle eine bedeutende Entscheidung für ihre Karriere war. Isabel hebt hervor, dass die Arbeit in der Rechtsabteilung durch mehr Freiheiten geprägt ist, während gleichzeitig die Digitalisierung den Arbeitsalltag verändert. Sie betont, dass keine speziellen Vorkenntnisse notwendig sind, um im Team von Condor zu arbeiten, und dass Offenheit und Interesse an Geschäftsprozessen und Zahlen gefragt sind. Viel Spaß mit dieser neuen Folgen Eures Jura-Karrierepodcasts!
IMR160: Chief Human Resources Officer, Kulturmanagement, Employee Experience bei CMS
mit Paula Wernecke
In Folge 160 von Irgendwas mit Recht begrüßen wir Paula Wernecke. Sie arbeitet bei CMS als Chief Human Resources Officer und war zuvor bei Adidas als Inhouse-Juristin tätig. Was hat sie bewegt, vom Unternehmen in die Kanzleiwelt zu wechseln? Inwieweit hat ihre Erfahrung in Tarifverhandlungen Sie geprägt? Wie unterscheidet sich die Sicht aus der Kanzlei auf arbeitsrechtliche sowie arbeitskulturelle Fragestellungen zum Unternehmen? Was genau macht sie in ihrer Rolle als Human Resources Officer? Wie muss man sich die interne Organisation einer großen Kanzlei wie CMS vorstellen? es gibt? Nicht nur auf diese Fragen gibt euch Paula spannende Antworten: Ihr bekommt zudem auch Insights zu CMS und Tipps, worauf Kanzleien bei Eurer Bewerbung achten. Viel Spaß beim Zuhören!
IMR245: Karriere als Justizminister, Reformbedarf des Jurastudiums, integrierter Bachelor
mit Dr. Benjamin Limbach
Heute zu Gast bei IMR: Der Justiminister Nordrhein-Westfalens, Dr. Benjamin Limbach. Wir sprechen über seinen persönlichen Werdegang sowie das Jurastudium. Warum fand Dr. Limbach die Karriere im öffentlichen Dienst schon immer spannend? Wie hat ihn dabei seine Familie geprägt? Kann man planen, Justizminister zu werden? Wie muss man sich den Moment, in dem man gefragt wird, das Amt anzunehmen, vorstellen? In welchen Punkten sieht der Minister Reformbedarf in der Juristenausbildung? Inwieweit hilft der integrierte Bachelor? Antworten auf diese und viele weitere Aspekte bezüglich der Justiz in NRW erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!
