Inhaltsüberblick
Dein Weg zum Prädikat: Warum der Repetitorien im Vergleich entscheidend ist
Stehst du kurz vor der Examensvorbereitung und fragst dich, welcher Weg dich am sichersten durch das „Nadelöhr“ Staatsexamen führt? Die Wahl des richtigen Repetitoriums ist eine der folgenreichsten Entscheidungen deiner juristischen Ausbildung. Ob kommerzieller Anbieter, Uni-Rep oder das reine Selbststudium – jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile. In über 300 Episoden von „Irgendwas mit Recht“ haben wir mit Top-Juristen, Professorinnen und erfolgreichen Absolventen gesprochen, um Licht ins Dunkel der Examensvorbereitung zu bringen. In diesem umfassenden Guide erfährst du, worauf es beim Repetitorien im Vergleich wirklich ankommt.
Struktur vs. Freiheit: Die Suche nach dem passenden Lernsystem
Ein zentrales Ergebnis unserer Expertengespräche ist die Bedeutung einer klaren Struktur. Marcus Nothhelfer beschreibt in Episode 203, dass das Studium oft wenig strukturiert verläuft und erst das tägliche Repetitorium ein notwendiges „Lernkorsett“ bot. Für viele ist das Repetitorium der Ort, an dem das Studium praktisch noch einmal nachgeholt wird – mit Fokus auf Falllösung unter Zeitdruck. Pantea Farahzadi betont in Episode 198 ebenfalls, dass ein privates Repetitorium ihr dabei half, trotz zweier Minijobs einen konsequenten Zeitplan einzuhalten. Es ging ihr dabei weniger um „Romantisieren“ des Stoffes, sondern um das „stupide Abarbeiten“ eines soliden Systems.
Uni-Rep oder kommerzieller Anbieter?
Der Klassiker im Repetitorien im Vergleich ist die Frage: Uni oder privat? Barbara Dauner-Lieb gibt in Episode 74 einen Einblick in das Kölner Uni-Repetitorium, wo sie in hoher Dichte das gesamte Privatrecht abdeckt. Ein großer Vorteil des Uni-Reps: Die Dozierenden sind oft dieselben Personen, die später auch die Examensklausuren korrigieren. Auf der anderen Seite berichten Gäste wie Ernst von Münchhausen in Episode 34, dass erst beim privaten Repetitor der „Klick-Moment“ für das juristische Gesamtsystem kam – also das Verständnis dafür, wie Zivil-, Straf- und Öffentliches Recht ineinandergreifen.
Das Geheimnis des Erfolgs: Klausuren, Klausuren, Klausuren
Egal für welchen Anbieter du dich entscheidest, ein Punkt ist laut unseren Gästen unverhandelbar: Das Klausurentraining. Jan Kaiser von den Kaiserseminaren empfiehlt in Episode 142 dringend, mindestens 50, besser 70 Klausuren zu schreiben. Nur so entwickelst du die nötige Routine und Gelassenheit für den Ernstfall. Auch Anna-Katharina Friese-Okoro bestätigt in Episode 272, dass sie über 100 Klausuren geschrieben hat – teilweise zwei bis drei pro Woche. Praxis schlägt Theorie in der Vorbereitung eindeutig. Wer nur liest, aber nicht schreibt, wird im Examen Probleme mit dem Zeitmanagement und dem Gutachtenstil bekommen.
Mentale Gesundheit und realistische Planung
Die Examensvorbereitung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Barbara Dauner-Lieb rät in Episode 341, die Vorbereitung so professionell zu planen wie Athleten ihren Wettkampf. Das bedeutet: Maximal sieben bis acht Arbeitsstunden pro Tag und ein fester Erholungstag pro Woche. Wer sich übernimmt, riskiert den Burnout kurz vor den Prüfungen. Ein gutes Repetitorium sollte dich also nicht nur mit Stoff zuschütten, sondern dir auch dabei helfen, diesen Stoff in verdaulichen Portionen zu bewältigen. Letztlich zeigt auch die Erfahrung von Ramona Leutschaft in Episode 292, dass man das Lernen an den eigenen Typ anpassen muss – sie nutzte beispielsweise visuelle Schemata in der ganzen Wohnung, um die Zeit effizient zu nutzen.
Fragen & Antworten
22 Antworten aus Podcast-Episoden
Mittwochs sechs Stunden decke ich nahezu das gesamte Privatrecht ab – von den fünf Büchern des BGB bis zu handels- und zivilprozessualen Schnittstellen. Diese Dichte verknüpft unmittelbare Examenspraxis mit aktueller Rechtsprechung, weil ich dieselben Themen kurz darauf selbst im Examen korrigiere.
Aus Episode #74
IMR074: Überblick Sonderserie Gute Examensvorbereitung | Examens-Spezial-1
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
Das sagen unsere Experten
Die Wahl der Vorbereitungsmethode ist individuell, doch es gibt Muster, die sich bei erfolgreichen Juristinnen und Juristen immer wieder zeigen. Hier sind die wichtigsten Tipps aus unserem Podcast-Netzwerk:
Beim privaten Repetitor habe ich erstmals das juristische Gesamtsystem verstanden: Wie Zivilrecht, Strafrecht und ÖffRecht ineinandergreifen. Drei Monate intensives Training reichten, um den Freischuss zu wagen.
Die Analyse von Ernst von Münchhausen verdeutlicht, dass ein gutes Repetitorium mehr leisten muss als reine Wissensvermittlung. Es geht um das Verständnis der Systematik. Wer die Zusammenhänge versteht, muss weniger auswendig lernen und kann auch unbekannte Fälle im Examen methodisch sauber lösen.
Such dir das Repetitorium deines Vertrauens – ohne professionelle Struktur drohst du im Stoff zu ertrinken. Beherrsche das Handwerkszeug – Ober-sätze, Urteil-, Beschluss- und Verfügungssprache müssen sitzen.
Jan Kaiser legt den Finger in die Wunde: Das „juristische Handwerkszeug“. Viele Studierende scheitern nicht am Wissen, sondern an der Darstellung. Ein Repetitorien im Vergleich sollte daher immer auch prüfen, wie intensiv die formale Korrektheit und der Gutachtenstil trainiert werden.
Im Repetitorium klickte es nach etwa sechs Monaten plötzlich: Abstraktionsprinzip, Anspruchsgrundlagen – alles fügte sich zusammen. Ich übte systematisch Fälle, akzeptierte Fehler und ließ mich von schlechten Übungsscheinen nicht entmutigen.
Laura Dietz erinnert uns daran, dass Frustrationstoleranz zur Vorbereitung gehört. Ein Repetitorium bietet den geschützten Raum, um Fehler zu machen, bevor es im staatlichen Teil ernst wird. Die systematische Fallbearbeitung ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.
Ich empfehle dir, täglich eine Qualitätszeitung zu studieren. Aktuelle Entscheidungen und Gesetzesinitiativen begegnen dir später in Klausuren; gleichzeitig übst du prägnante Sprache. So wird Zeitunglesen zum kostenlosen Repetitorium.
Dieser Tipp von Marc Ohrendorf ist eine hervorragende Ergänzung zu jedem kommerziellen oder universitären Angebot. Es schärft den Blick für die Rechtspolitik und die aktuelle Rechtsprechung, was besonders in der mündlichen Prüfung, aber auch in aktuellen Klausurkonstellationen den entscheidenden Vorsprung geben kann.
Handlungsempfehlung für deine Wahl
Mache eine Bestandsaufnahme: Brauchst du den sozialen Druck einer Präsenzveranstaltung (wie Marcus Nothhelfer in Episode 203 beschreibt) oder bist du der Typ für ein Online-Repetitorium (wie die Kaiser Seminare in Episode 142)? Teste Probehören-Angebote und achte darauf, ob die Dozierenden die Systematik verständlich vermitteln können. Dein Ziel sollte es sein, nach etwa sechs Monaten die „Klick-Momente“ zu erleben, von denen unsere Gäste berichten.
Vertiefung: Repetitorien im Vergleich im Detail
Beim Repetitorien im Vergleich geht es nicht nur um den Namen des Anbieters, sondern um die Qualität der Unterlagen und die didaktische Aufbereitung. Ein entscheidender Faktor ist die Aktualität. Wie Barbara Dauner-Lieb in Episode 74 betont, ist die Verknüpfung von unmittelbarer Examenspraxis mit aktueller Rechtsprechung essenziell. Da sich das Recht ständig wandelt – man denke an die zahlreichen Gesetzesreformen im Schuldrecht oder die Entwicklungen im Strafrecht (siehe Episode 259) – müssen die Kursmaterialien auf dem neuesten Stand sein.
Online vs. Präsenz: Die neue Flexibilität
Spätestens seit der Pandemie haben sich Online-Repetitorien etabliert. Jan Kaiser berichtet in Episode 142, dass die Kaiser Seminare inzwischen reine Online-Angebote sind. Das spart Fahrtzeit und ermöglicht es, die Lernumgebung individuell zu gestalten. Ramona Leutschaft (Episode 292) nutzte diese Flexibilität im Verbesserungsversuch, um ihre Vorbereitung perfekt auf ihren visuellen Lerntyp abzustimmen. Wer jedoch zur Prokrastination neigt, könnte im Uni-Rep oder in einer festen Lerngruppe (Tipps dazu in Episode 87) besser aufgehoben sein, da hier der soziale Austausch und gegenseitige Kontrolle stattfinden.
Wirtschaftliche Aspekte und Karriereperspektiven
Ein Repetitorium kostet Geld – oft zwischen 150 und 200 Euro im Monat über ein Jahr hinweg. Doch betrachte dies als Investition. Ein Prädikatsexamen öffnet Türen zu Spitzengehältern. In Tier-1-Großkanzleien liegen die Einstiegsgehälter 2024/2025 bei bis zu 180.000 € (z. B. Milbank oder Kirkland & Ellis). Auch im öffentlichen Dienst (R1-Besoldung) oder in DAX-Konzernen sind attraktive Gehälter und Benefits wie Signing Bonus oder Sabbaticals Standard. Ein erfolgreiches Examen, unterstützt durch das richtige Repetitorium, ist die Basis für diese Karrierewege. Wer im Repetitorien im Vergleich auf Qualität setzt, investiert direkt in seinen späteren Marktwert.
Fazit: Dein individueller Mix macht's
Es gibt nicht das „eine“ perfekte Repetitorium. Die erfolgreichsten Kandidaten in unserem Podcast kombinierten oft verschiedene Elemente: Ein systematisches Repetitorium für die Struktur (Episode 198), intensives Klausurentraining (Episode 272) und ergänzende Quellen wie Fachzeitungen (Episode 38). Wichtig ist, dass du frühzeitig mit der Planung beginnst (Episode 75) und dabei deine mentale Gesundheit nicht aus den Augen verlierst.
Über den Autor
Marc Ohrendorf
Gründer, Irgendwas mit RechtMarc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.
Passende Episoden
10 relevante Podcast-Folgen
IMR142: Kaiserseminare, Repetitorium, Examenstipps, Jura-Referendariat, Familienunternehmen
mit Jan Kaiser
In der heutigen Folge spricht Jan Kaiser über die Arbeit der Kaiserseminare als Repetitorium für das zweite Staatsexamen. Als kleines Unternehmen mit Bruder und Vater begonnen, ist das Familienunternehmen heute deutschlandweit bekannt und erfolgreich. Wie kommt man dazu, Seminare für die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen anzubieten? Wie wird daraus ein erfolgreiches Familienunternehmen? Warum lohnt es sich, ein Reptitorium für das zweite Examen zu besuchen? Welche Motivation hatten Jan und sein Bruder, nicht in klassischen juristischen Berufen, sondern als Repetitor tätig zu sein? Wie hat Corona das Geschäft verändert? Und was haben Juraklausuren mit Kinderbüchern gemeinsam? Außerdem diskutieren wir das zweite Staatsexamen ganz allgemein: Wie viele Klausuren solltet Ihr schreiben, um das Examen zu bestehen? Was braucht es für ein Prädikat – und wie bewahrt man bei all dem Examensdruck Ruhe? Wie hat sich die Examensprüfung in den letzten 20 Jahren gewandelt? Neben Antworten auf diese Fragen erhaltet Ihr von Jan die Top3-Examenstipps. Viel Spaß beim Anhören!
IME021: Täterschaft und Teilnahme - Teil 2, Mittelbare Täterschaft, Täter hinter dem Täter, Bestimmen zur Haupttat, Doppelter Anstifervorsatz, Omnimodo facturus, Beihilfe
mit Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy
Im vierten Teil unserer strafrechtlichen Examensreihe dreht sich zum zweiten Mall alles um Täterschaft und Teilnahme. Charlotte Schmitt-Leonardy, die bereits in der ersten Folge das Konzept der "Zwiebelstruktur" eingeführt hat, widmet sich einem der äußeren Ringe: Mittelbare Täterschaft, Anstiftung und Beihilfe. Welche Rolle spielt die beherrschende Stellung des mittelbaren Täters? Wie erkennt man in einer Klausur, ob es sich um eine mittelbare Täterschaft oder doch "nur" um eine Anstiftung handelt? Und was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen einem intensiven Mitwirken und einer psychischen Unterstützung im Kontext der Beihilfe? Antworten auf diese Fragen sowie Audio-Mini-Repetitorium zur gesamten Thematik erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß – und viel Erfolg für Eure Examensvorbereitung!
IME001: How to Jurastudium, FAQ, Orientierungshilfe Jura studieren (Spezial)
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
In Folge 155 von Eurem Jura-Karrierepodcast ist ein allseits bekanntes Gesicht zu Gast: Prof. Dr. Dr. h.c. Dauner-Lieb. Die Episode startet mit einer Ankündigung: Ab Mai 2023 wird es mit Prof. Dauner-Lieb bei IMR eine dauerhafte Serie zur zivilrechtlichen Examensvorbereitung geben: "Irgendwas mit Examen". Immer donnerstags erhaltet Ihr wertvollen Input zu allen examensrelevanten Themen im Zivilrecht. Dies ist die perfekte Begleitung zu Eurem Lernplan, Repetitorium sowie Eurer Lerngruppe. Anschließend besprechend wir die häufigsten Fragen, die uns bezüglich des Jurastudiums erreicht haben, wobei wir die Perspektive von Studienanfängern einnehmen. Wie sieht eine gute juristische Klausur aus? Wie ist das Jurastudium aufgebaut? Aus welcher Motivation heraus sollte man Jura studieren - und wann vielleicht auch besser nicht? Warum bedarf es neben den Staatsexamen eines zusätzlichen Bachelor-Abschlusses? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es im Podcast. Viel Spaß mit diesem Spezial um Einstieg in Euer Jurastudium!
IMR075: Examensplanung, Lernpläne und Probeklausuren | Examens-Spezial-2
mit Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb
In Folge 2 des IMR-Spezials für Eure Examensvorbereitung erfahrt Ihr, wann Ihr mit Eurer Examensplanung beginnen solltet und wann der richtige Zeitpunkt für den Schwerpunktbereich ist. Wir sprechen anschließend über die Frage, warum eine gute Zeitplanung in der Examensvorbereitung hilft, die Nerven zu bewahren: Kann zu viel Vorbereitung schaden? Wie lerne ich das Richtige? Warum kommt es auf Systemverständnis und Handwerkszeug an, nicht jedoch auf das Auswendiglernen von Meinungsstreitigkeiten? Schließlich erhaltet Ihr Buchtipps und Kriterien, nach denen Ihr das für Euch geeignete Repetitorium aussuchen solltet. Viel Erfolg für Eure anstehenden Klausuren!
