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So planst Du Deine Stationen im Referendariat optimal

Erfahre, wie Du Deine Stationen im Referendariat strategisch planst. Tipps von Top-Juristen aus über 300 Podcast-Folgen. Jetzt Karriereweg ebnen!

30 Fragen beantwortet
30 Podcast-Episoden
30 Experten
Marc OhrendorfVon Marc Ohrendorf · Aktualisiert Januar 2026

Inhaltsüberblick

Der Masterplan für Dein Referendariat: Mehr als nur Pflichtprogramm

Herzlich willkommen in einer der spannendsten, aber auch forderndsten Phasen Deiner juristischen Ausbildung. Das Referendariat ist weit mehr als eine bloße Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen; es ist Deine persönliche Teststrecke für das spätere Berufsleben. Viele Referendarinnen und Referendare stehen zu Beginn vor der großen Frage: Wie soll ich meine Stationen planen, um sowohl fachlich zu wachsen als auch meine Karrierechancen zu maximieren? In über 300 Episoden von "Irgendwas mit Recht" haben wir mit Expertinnen und Experten gesprochen, die genau diesen Weg erfolgreich gemeistert haben.

Die Planung Deiner Stationen sollte kein Zufallsprodukt sein. Wie Marcel Kreutz in Episode 58 eindrucksvoll schildert, kann die richtige Wahl der Stationen – etwa bei einer Bezirksregierung oder einer spezialisierten Baurechtskammer – den Grundstein für eine lebenslange Leidenschaft in einer Nische wie dem öffentlichen Baurecht legen. Er betont, dass erst das praktische Erleben zeigt, wie juristische Lösungen ganze Kommunen prägen können. Es geht also darum, frühzeitig herauszufinden, was „Dein Ding“ ist.

Die wichtigsten Erkenntnisse zur Stationsplanung

  • Vielfalt als Horizonterweiterung: Alexander Suttor erklärt in Episode 178, dass jede Station neue Horizonte öffnet. Ob Staatsanwaltschaft, Großkanzlei oder eine Station in Washington – die Vielfalt hilft Dir, Vergleichswerte zu sammeln und ungeahnte Leidenschaften zu entdecken. Niemand nimmt es Dir übel, wenn Du Dich ausprobierst; im Gegenteil, es macht Dich später zu einer reflektierteren Persönlichkeit.
  • Der „rote Faden“ im Lebenslauf: Sebastian Feiler und Lorenz Franck raten in Episode 65, Stationen thematisch so „zusammenzubauen“, dass sie wie ein roter Faden wirken. Wer sich früh auf ein materielles Schwerpunktgebiet festlegt, überzeugt später nicht nur Arbeitgeber, sondern hält auch die eigene Motivation während des Lernens hoch.
  • Internationalität und Komfortzone: Dass man das Referendariat auch nutzen sollte, um die eigene Komfortzone zu verlassen, zeigt Susanne Gössl in Episode 79. Ihre Stationen in Italien, den USA und bei der Weltbank gaben ihr die Gelassenheit und Flexibilität, heute sicher zwischen verschiedenen Rechtsordnungen und Kulturen zu wechseln.
  • Praxisnähe und Forschung: Jennifer Rybarczyk verdeutlicht in Episode 121, wie wertvoll die Kombination aus Theorie (z. B. als wissenschaftliche Mitarbeiterin) und internationaler Praxis ist. Solche Fundamente sind Gold wert, wenn es später in die Leitungsebene, etwa einer JVA, geht.

Für Dich bedeutet das: Nutze die Freiheit, die Dir das Referendariat bietet. Es ist die letzte Phase Deiner Ausbildung, in der Du ohne volles Haftungsrisiko in verschiedene Rollen schlüpfen kannst. Ob Du später in einer Großkanzlei mit einem Einstiegsgehalt von bis zu 180.000 € startest oder Dein Glück in der Unabhängigkeit der Justiz suchst – die Basis legst Du jetzt durch eine kluge Auswahl Deiner Ausbildungsstationen.

Fragen & Antworten

30 Antworten aus Podcast-Episoden

Schon im Referendariat merkte ich, dass Bau- und Planungsfragen genau mein Ding sind. Stationen bei der Bezirksregierung und der Baurechtskammer zeigten mir, wie stark juristische Lösungen Kommunen prägen. Als ich anschließend bei CBH Rechtsanwälte wissenschaftlich arbeitete, passte alles zusammen – so wurde das öffentliche Baurecht mein berufliches Zuhause.

IMR058: Öffentliches Baurecht und Kommunalpolitik | Interview Rechtsanwalt

Aus Episode #58

IMR058: Öffentliches Baurecht und Kommunalpolitik | Interview Rechtsanwalt

mit Marcel Kreutz

Das sagen unsere Experten

Die Wahl der richtigen Ausbilder und der passenden Umgebung ist entscheidend für den Lerneffekt. Unsere Gäste betonen immer wieder, dass nicht nur der Name der Institution zählt, sondern die Qualität der Ausbildung und das persönliche Netzwerk.

Netzwerke nutzen! Ehemalige AG-Leiter, engagierte Richterinnen oder Kanzleien ansprechen und Wunsch-Ausbilder direkt fragen. Wichtig ist echtes Interesse, nicht nur ein großer Name. Wer vielfältige Stationen wählt, erkennt, was wirklich Freude bereitet.

Ann-Marie Wolff vom Hanseatischen OLG unterstreicht damit einen zentralen Punkt: Eigeninitiative. Wer aktiv auf potenzielle Ausbilder zugeht, zeigt genau die Proaktivität, die im späteren Berufsleben erwartet wird. Dies gilt besonders für die Verwaltungsstation, in der die Verbindung zwischen Theorie und Praxis oft am direktesten spürbar ist.

Als Proberichter war ich Einsatzreserve: Landgericht, Amtsgericht, Staatsanwaltschaft. Diese Wechsel zeigen der Justiz, dass ich flexibel bin und verschaffen mir breites Handwerkszeug. Heute profitiere ich enorm davon, weil ich Argumente aus Zivil-, Straf- und Betreuungsrecht sofort einordnen kann.

Auch wenn Andreas Möller hier über die Zeit als Proberichter spricht, lässt sich diese Erkenntnis auf das Referendariat übertragen: Flexibilität und ein breites Spektrum an Stationen (Zivil, Straf, Verwaltung) sind kein Hindernis, sondern ein massiver Kompetenzgewinn. Es schult das juristische „Handwerkszeug“, das fachübergreifend anwendbar ist.

Im Startup lernst du breite Materien von Arbeits- bis Markenrecht, arbeitest englischsprachig und siehst sofort den Effekt deiner Arbeit. Diese Vielseitigkeit zahlt sich später aus, egal ob du in Kanzlei, Unternehmen oder Behörde startest.

Für diejenigen, die eine modernere Richtung einschlagen wollen, bietet die Wahl eines Startups enorme Vorteile. Alexander Hoffmann zeigt auf, dass hier Generalistenwissen gefragt ist, das in der spezialisierten Welt der Großkanzleien oft zu kurz kommt. Gerade die Schnittstelle zu Technologie und Business wird 2024/2025 immer relevanter.

Handlungsempfehlung für Deine Planung

Basierend auf diesen Experteninterviews solltest Du bei Deiner Planung drei Fragen in den Mittelpunkt stellen: 1. Welches Rechtsgebiet interessiert mich inhaltlich wirklich (Thematischer Fokus)? 2. Welche Arbeitsumgebung möchte ich testen (Großkanzlei, Behörde, Startup)? 3. Wo kann ich mein Netzwerk für die Zeit nach dem Examen am besten erweitern? Scheue Dich nicht davor, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, wie etwa eine Station im Ausland oder in einem Bereich, den Du bisher nur aus dem Lehrbuch kennst.

Vertiefung: Stationen planen im Detail

Bei der detaillierten Planung Deines Referendariats solltest Du die strategische Komponente nicht unterschätzen. In Deutschland ist das Referendariat klassischerweise in Pflichtstationen (Zivilrecht, Strafrecht, Verwaltung) und Wahlstationen (Anwaltsstation, Wahlstation) unterteilt. Doch innerhalb dieses Rahmens hast Du erhebliche Gestaltungsspielräume.

Der strategische Aufbau der Anwaltsstation

Die Anwaltsstation ist oft die längste Phase. Hier entscheiden sich viele Referendare für eine Großkanzlei, nicht zuletzt aufgrund der attraktiven Vergütung, die oft als „Zuschuss“ zum Unterhaltsunterhalt gezahlt wird. Branchenüblich sind hier bei Top-Einheiten Boni oder Zusatzvergütungen, die das Budget deutlich aufbessern. Doch Vorsicht: Wie Sebastian Feiler in Episode 65 andeutet, sollte die Wahl nicht nur finanziell getrieben sein. Wenn Du Dich für Datenschutzrecht interessierst, ist eine spezialisierte Boutique vielleicht wertvoller als eine allgemeine Litigation-Abteilung einer Großkanzlei.

Verwaltungsstation: Mehr als nur Behördenalltag

Die Verwaltungsstation wird oft unterschätzt. Doch wie Torsten Herbert in Episode 129 durch seinen Werdegang zeigt, können Stationen im öffentlichen Sektor – etwa beim Kommunalen Arbeitgeberverband – zu hochspannenden Karrieren an der Schnittstelle von Politik, Recht und Verwaltung führen. Gerade für Juristen, die sich für die Gestaltung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen interessieren, bietet der öffentliche Dienst (Besoldungsgruppe R1 für Richter/Staatsanwälte ca. 58.000 € – 65.000 € Brutto, was netto durch die Beihilfe oft sehr attraktiv ist) eine hohe Sicherheit und Sinnstiftung.

Die Wahlstation als Karriere-Sprungbrett

Die Wahlstation am Ende des Referendariats ist Deine „Visitenkarte“. Wer hier eine Station im Ausland wählt, wie Susanne Gössl in Episode 79, signalisiert Mobilität und interkulturelle Kompetenz. Wer hingegen in eine Rechtsabteilung eines Unternehmens (Syndikus) geht, lernt die Perspektive des Mandanten kennen – eine Fähigkeit, die später in jeder Kanzlei hoch geschätzt wird. Denke daran: Die Planung Deiner Stationen ist der erste Schritt Deiner eigenverantwortlichen Karrieregestaltung. Nutze die Einblicke aus unserem Podcast, um eine fundierte Entscheidung zu treffen, die über das bloße Bestehen des Examens hinausgeht.

Über den Autor

Marc Ohrendorf

Marc Ohrendorf

Gründer, Irgendwas mit Recht

Marc ist Gründer von Irgendwas mit Recht und hat als Jurist und Podcaster mit über 350 Episoden einzigartige Einblicke in die juristische Berufswelt gesammelt. Für die Karriere-Artikel recherchiert er aktuelle Entwicklungen und spricht mit Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Unternehmen und dem öffentlichen Dienst.

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Marc spricht mit Dr. Inka Knappertsbusch von CMS Hasche Sigle in Köln darüber, wie sie bereits als Schülerin den Entschluss fasste, Juristin zu werden, warum sie nach Stationen in Konstanz und Bonn sowie einem Referendariat im OLG-Bezirk Düsseldorf zielstrebig den Weg ins Arbeitsrecht einschlug und welche Parallelen sie dabei zum Auftreten einer Staatsanwältin sieht. Die Folge beleuchtet, wie Inka neben dem Kanzleialltag in nur anderthalb Jahren zum Datenschutz promovierte, welche Rolle ein London-Secondment dabei spielte und weshalb sie früh auf das Thema KI im Arbeitsverhältnis setzte. Konkrete Einblicke liefert ihr Praxisbeispiel zum Microsoft Copilot, in dem sie erklärt, welche Mitbestimmungsrechte der Betriebsrat hat, wie eine Betriebsvereinbarung aufgebaut sein muss und warum ohne klare Regelung zu Leistungs- und Verhaltenskontrolle schnell eine Einigungsstelle droht. Daneben geht es um die Herausforderungen bei Speicherdauern von Bewerbungsdaten, Grenzen von Einwilligungen, die Pflicht zur KI-Kompetenzschulung nach AI-Act und ihr Business-Development-Konzept, das ihr über 70 Vorträge und zahlreiche Publikationen pro Jahr beschert. Wie schafft man es, Chancen wie implantierte NFC-Mikrochips für die eigene Expertise zu nutzen? Welche Fähigkeiten sucht ein arbeitsrechtliches Team bei wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Referendarinnen wirklich? Und weshalb kann ein mutiger Schritt in ein Nischenthema zum Karrierebeschleuniger werden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhaltet Ihr in dieser Folge von IMR. Viel Spaß!